Die österreichischen Landwirte stehen unter zunehmendem Druck der großen Handelskonzerne, doch ausgerechnet jetzt wird der wichtigste Bericht zu ihrem Schutz immer dünner. Der aktuelle Fairness-Ber...
Die österreichischen Landwirte stehen unter zunehmendem Druck der großen Handelskonzerne, doch ausgerechnet jetzt wird der wichtigste Bericht zu ihrem Schutz immer dünner. Der aktuelle Fairness-Bericht 2025 umfasst nur noch 24 Seiten – elf Seiten weniger als im Vorjahr. Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, sieht darin ein alarmierendes Signal und spricht von "Shrinkflation" beim Verbraucherschutz für Bauern.
Voglauer kritisiert: "Während der Druck der großen Handelskonzerne auf die kleinen landwirtschaftlichen Produzenten immer weiter steigt, wird der jährliche Bericht des Fairness-Büros immer schmäler." Sie bemängelt zudem, dass der Bericht gegenüber dem Vorjahr deutlich kürzer ausgefallen sei und erwartet hätte, dass die Dokumentation der Arbeit des Büros ausführlicher werde.
Voglauer fordert eine ordentliche Leitung und entsprechende Transparenz für das Fairness-Büro. In einer Anfrage an den zuständigen Landwirtschaftsminister Totschnig im Dezember 2025, die am 11. Februar beantwortet wurde, wollten die Grünen unter anderem wissen, wie weisungsfrei und unabhängig eine Einrichtung sein kann, "die vom Generalsekretär des Ministeriums quasi als Nebenjob geleitet wird" und warum dessen Funktion laut Organigramm seit geraumer Zeit ruhend gestellt worden sei.
Nach Beantwortung der Anfrage wurde, so die Grünen, das grafische Organigramm des BMLUK mit Stand 1. März 2026 überarbeitet und das Fairness-Büro sowie dessen Leitung dort nicht mehr angeführt. Voglauer fragt in diesem Zusammenhang: "Ist die Arbeit des Fairness-Büros derart vertraulich, dass mittlerweile weder im Bericht, noch auf der Website des Büros oder des Ministeriums angegeben wird, wer es leitet?"
Die Grünen betonen, dass die Zunahmen an Beschwerden und Schlichtungen zeigen, wie wichtig die Arbeit des Fairness-Büros zum Schutz kleiner Produzent:innen, Erzeuger:innen-Gemeinschaften und Lieferant:innen vor der Übermacht der Handelskonzerne ist und dass diese Arbeit weiter gestärkt werden müsse.