28.05.2026: Die EVN AG meldet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 ein Konzernergebnis über dem Vorjahresniveau und bestätigt den Ausblick für 2025/26. Der Verkauf des internationalen...
28.05.2026: Die EVN AG meldet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 ein Konzernergebnis über dem Vorjahresniveau und bestätigt den Ausblick für 2025/26. Der Verkauf des internationalen Projektgeschäfts wurde abgeschlossen.
Das erste Halbjahr 2025/26 war in Österreich und Nordmazedonien deutlich kälter als im Vorjahreszeitraum; die Heizgradsumme in Österreich lag auch über dem langjährigen Durchschnitt. In Bulgarien zeigte sich die Witterung milder. Die Erzeugungskoeffizienten für Wind und Wasser lagen in den Kernmärkten überwiegend unter Vorjahres- und langjährigem Durchschnitt; eine Ausnahme war die Wasserführung in Nordmazedonien, die deutlich über dem langjährigen Durchschnitt lag.
Primärenergiepreise für Erdgas fielen gegenüber der Vorjahresperiode; Strommarktpreise folgten dieser Entwicklung. Der CO2‑Zertifikatspreis bewegte sich uneinheitlich, lag insgesamt jedoch über dem Vorjahreswert. Die Einspeisung erneuerbaren Stroms, insbesondere aus Photovoltaik, beeinflusst die Entwicklung der Strompreise deutlich.
Die Umsatzerlöse stiegen im ersten Halbjahr 2025/26 um 3,2 % auf 1.187,0 Mio. Euro, vor allem getrieben durch regulatorisch bedingte Preiseffekte bei Verteilnetzgesellschaften in Niederösterreich und Bulgarien. Sonstige betriebliche Erträge gingen per Saldo um 7,6 % auf 85,4 Mio. Euro zurück (Vorjahr: Versicherungsentschädigungen für Hochwasserschäden).
Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger lag per Saldo mit 916,9 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand sanken um 12,6 % auf 133,2 Mio. Euro. Der Personalaufwand stieg auf 240,2 Mio. Euro.
Der Ergebnisanteil der at‑Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter sank um 10,2 % auf 68,0 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 7,9 % auf 553,3 Mio. Euro. Abschreibungen stiegen um 7,4 % auf 190,5 Mio. Euro, das EBIT lag bei 362,9 Mio. Euro (+8,2 %). Das Finanzergebnis verbesserte sich auf −22,3 Mio. Euro (Vorjahr: −29,4 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg um 11,3 % auf 340,5 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung eines um 3,5 Mio. Euro gesunkenen Ertragsteueraufwands (37,8 Mio. Euro; Vorjahr: 41,3 Mio. Euro), des Ergebnisses des aufgegebenen Geschäftsbereichs nach Entkonsolidierung des internationalen Projektgeschäfts sowie nicht beherrschender Anteile lag das Konzernergebnis bei 312,4 Mio. Euro (Anstieg gegenüber Vorjahr: 24,7 %).
Die EVN plant im Rahmen der Strategie 2030 bis 2030 jährlich rund 1 Mrd. Euro zu investieren; circa vier Fünftel fließen nach Niederösterreich mit Schwerpunkten auf Netzinfrastruktur, erneuerbarer Erzeugung, Großbatteriespeichern, E‑Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Die Nettoverschuldung lag am 31. März 2026 bei 1.094,8 Mio. Euro (30. September 2025: 1.155,9 Mio. Euro). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Eingang des Verkaufspreises für das internationale Projektgeschäft zurückzuführen.
Die Stromerzeugung der EVN betrug 1.502 GWh und lag damit um 6,7 % unter dem Vorjahreswert. Die erneuerbare Erzeugung betrug 1.209 GWh (Vorjahr: 1.212 GWh); der Anteil erneuerbarer Erzeugung lag bei 80,5 % (Vorjahr: 75,3 %). Die thermische Erzeugung ging auf 293 GWh (Vorjahr: 397 GWh) zurück, was vor allem auf das ausgelaufene Vertragsverhältnis zur Netzstabilisierung zurückzuführen ist.
In der Berichtsperiode wurden zwei Windparks in Betrieb genommen: Gnadendorf (28,8 MW) und Ebenfurth (Repowering auf 12,6 MW). Eine Photovoltaikanlage in Gaweinstal (EVN‑Anteil: 3,3 MWp) wurde fertiggestellt. Weitere drei Windparks und eine Photovoltaikanlage werden errichtet. Großbatteriespeicher befinden sich in Theiß (70 MW) und Dürnrohr (16 MW) im Bau. Nach Angaben der EVN gewährleistet die Projektpipeline die Ausbauziele für Windkraft (770 MW), Photovoltaik (300 MWp) und Batteriespeicher (300 MW) bis 2030.
Der Bau einer überregionalen Transportleitung zur Verbindung des Wein‑ und Industrieviertels in Niederösterreich hat begonnen. Die rund 24 Kilometer lange Leitung mit Donauquerung und neuer Drucksteigerungsanlage ermöglicht flexiblen Wassertransport in beide Richtungen. Das geplante Investitionsvolumen beträgt rund 15 Mio. Euro; die Inbetriebnahme ist für das Geschäftsjahr 2029/30 geplant.
Der Verkauf des internationalen Projektgeschäfts wurde nach Erfüllung aller Bedingungen abgeschlossen. Beim Closing Anfang März 2026 ging der Kaufpreis in Höhe von 100 Mio. Euro ein; zudem erfolgte die Ablöse konzerninterner Cash‑Pooling‑Forderungen durch STRABAG.
Unter der Annahme eines stabilen regulatorischen und energiepolitischen Umfelds erwartet die EVN für das Geschäftsjahr 2025/26 ein EBITDA und ein Konzernergebnis etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das Konzernergebnis wird in einer Bandbreite von etwa 430 Mio. Euro bis 480 Mio. Euro erwartet.
Quelle: EVN AG – Mitteilung (EQS News), 28.05.2026