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Wirtschaft

Energiepreise dämpfen Österreichs Konjunktur nur kurz

WIFO-Prognose: Wachstum 2026 und 2027 je rund 1%, Inflation 2026 bei 3,2%

25. Juni 2026
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WIFO: Iran-Krieg hat Energiepreise und Inflation erhöht; BIP-Wachstum 2026/27 jeweils etwa 1%, Arbeitslosenquote 2026 bei 7,5%.

Die österreichische Wirtschaft startet laut aktueller WIFO-Konjunkturprognose 2026 mit einer besseren Ausgangslage als in der Frühjahrsvorhersage vom April 2026 angenommen. Das Institut geht für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich in den Jahren 2026 und 2027 jeweils von einem Wachstum von etwa 1% aus. Diese relative Stabilität wird in der Aussendung als Folge einer anhaltenden Erholungsphase beschrieben, die bereits Ende 2024 begonnen und bis ins erste Quartal 2026 angehalten hat.

Gleichzeitig übt der seit 2025 andauernde Iran-Krieg einen dämpfenden Effekt auf die Konjunktur aus: Er hat laut WIFO zu einem Anstieg von Rohöl- und Erdgaspreisen geführt, die Verbraucherpreisinflation im Frühjahr 2026 erhöht und die Stimmung bei Haushalten und Unternehmen eingetrübt. Das Institut erwartet allerdings, dass mit fallenden Energiepreisen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 Impulse für eine stärkere Konjunkturdynamik möglich werden.

WIFO-Prognose für 2026 und 2027 im Überblick

Die Kernergebnisse der WIFO-Prognose nennen für den Jahresdurchschnitt 2026 eine Verbraucherpreisinflation von 3,2% und für 2027 einen Rückgang auf 2,4%. Für die Arbeitslosenquote gibt das Institut 7,5% für 2026 an; 2027 wird eine leichte Abnahme auf 7,3% prognostiziert. Die Projektion beschreibt damit eine kurzfristige Zunahme der Arbeitslosigkeit, gefolgt von einer moderaten Erholung des Arbeitsmarktes.

Zu den fiskalischen Kennzahlen führt die Aussendung an, dass der Finanzierungssaldo des Staates 2026 voraussichtlich –4% des BIP betragen und 2027 –3,7% des BIP ausmachen wird. Die Staatsschuldenquote wird nach WIFO-Berechnung bis 2027 auf knapp 84% der Wirtschaftsleistung ansteigen. Diese Werte werden in der Prognose als Bestandsaufnahme für die nächsten zwei Jahre dargestellt.

Wie Energiepreise, Iran-Krieg und Stimmung zusammenhängen

Nach Angaben des WIFO ist der Anstieg der Rohöl- und Erdgaspreise unmittelbar mit dem Iran-Krieg verbunden. Dies habe im Frühjahr 2026 zu einem markanten Anstieg der Verbraucherpreisinflation geführt, was wiederum die Stimmungslage von Haushalten und Unternehmen negativ beeinflusst hat. Das Institut vermerkt zugleich, dass die Beurteilung der Sachgütererzeugung bezüglich der aktuellen Lage nach wie vor deutlich günstiger sei als vor einem Jahr.

Das WIFO erwartet eine schrittweise Normalisierung der weltweiten Produktions- und Transportmengen von Rohöl und Erdgas ab dem zweiten Halbjahr 2026. In der Aussendung heißt es, dass mit einem entsprechenden Rückgang der Energiepreise die Konjunktur wieder an Schwung gewinnen dürfte; auf den Terminmärkten werde derzeit ein schnellerer Rückgang der Energiepreise erwartet als in der vorherigen Prognose unterstellt.

Branchenaussichten: Industrie, Exportwirtschaft und Bau

Das WIFO sieht für die österreichische Industrie und Exportwirtschaft das Potenzial, über den Prognosehorizont wieder am weltweiten Wirtschaftsaufschwung teilzuhaben. In der Aussendung wird die Erwartung formuliert, dass sich die externe Nachfrage in dieser Branche positiv niederschlagen kann, sobald die Energiepreise und die internationalen Produktionsbedingungen entspannter sind.

Für die Bauwirtschaft nennt das WIFO keine Anzeichen für ein kräftiges Wachstum im Prognosezeitraum. Die Aussendung stellt dazu fest, dass die Bauaktivitäten voraussichtlich weniger dynamisch ausfallen werden als die Industrie- und Exportbereiche.

Auf der Nachfrageseite betont das Institut, dass zurückhaltende Lohnabschlüsse vom Vorjahr in Kombination mit der hohen Inflation die reale Kaufkraft der privaten Haushalte belasten. Vor diesem Hintergrund prognostiziert das WIFO nur mäßige Zuwächse bei Konsumausgaben sowie bei der Bruttowertschöpfung in konsumnahen Dienstleistungsbereichen.

WIFO, Inflation, Arbeitslosenquote, Finanzierungssaldo und Terminmärkte erklärt

WIFO ist das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung, das regelmäßig Konjunkturprognosen und Analysen zur wirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht. In der aktuellen Aussendung hat das Institut seine Schätzungen zu BIP-Wachstum, Preisentwicklung und Arbeitsmarkt für 2026 und 2027 dargelegt.

Inflation (Verbraucherpreisinflation) bezeichnet die Veränderung des allgemeinen Preisniveaus über einen Zeitraum. Die WIFO-Prognose nennt für 2026 einen Jahresdurchschnittswert von 3,2% und für 2027 2,4%; diese Jahresdurchschnittswerte fassen die Entwicklung über das gesamte Jahr zusammen.

Arbeitslosenquote ist der Anteil arbeitsloser Personen an der Erwerbsbevölkerung. In der Aussendung prognostiziert das WIFO für 2026 eine Quote von 7,5% im Jahresdurchschnitt und für 2027 eine Verringerung auf 7,3%, was laut WIFO mit einer erwarteten Belebung der Beschäftigung im zweiten Prognosejahr zusammenhängt.

Finanzierungssaldo des Staates gibt das Verhältnis des Staatshaushaltsdefizits zum Bruttoinlandsprodukt an. In der Aussendung werden –4% des BIP für 2026 und –3,7% für 2027 genannt; diese Kennzahlen dienen der Einschätzung der fiskalischen Lage im Prognosezeitraum.

Terminmärkte sind Märkte für Verträge über zukünftige Lieferungen von Rohstoffen wie Rohöl und Erdgas. Das WIFO verweist darauf, dass die auf diesen Märkten gehandelten Preise Erwartungen über die künftige Entwicklung der Energiepreise widerspiegeln; aktuell signalisieren sie laut Aussendung einen schnelleren Rückgang der Energiepreise als bisher unterstellt.

Was die Prognose praktisch aussagt

Die WIFO-Prognose beschreibt drei Phasen: eine stärkere Ausgangslage nach dem Wachstum 2025, eine kurzfristige Dämpfung durch höhere Energiepreise und Inflation im Frühjahr 2026 sowie eine erwartete Entspannung ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Über den gesamten Prognosehorizont wird ein moderates jährliches Wachstum von rund 1% in 2026 und 2027 angegeben.

Sektorale Unterschiede bleiben dabei zentral: Industrie und Exportwirtschaft könnten von einer verbesserten globalen Nachfrage profitieren, während die Bauwirtschaft voraussichtlich keine kräftigen Zuwächse verzeichnen wird. Gleichzeitig wirken die nominellen Lohnabschlüsse und die Preisentwicklung dämpfend auf die Realeinkommen und damit auf die Binnennachfrage, was insbesondere konsumnahe Dienstleistungen betrifft.

FAQ zur WIFO-Konjunkturprognose

Wie stark soll Österreich laut WIFO wachsen?

Das WIFO erwartet für 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von etwa 1% pro Jahr. Diese Angabe bezieht sich auf die jährlichen Durchschnittsraten, wie sie in der aktuellen Prognose genannt werden.

Wie hoch ist die Inflationsprognose?

Für den Jahresdurchschnitt 2026 gibt das WIFO eine Verbraucherpreisinflation von 3,2% an; für 2027 wird ein Rückgang auf 2,4% prognostiziert. Das Institut weist darauf hin, dass die Mineralölpreise in Österreich relativ schnell auf die weltweiten Verteuerungen reagiert haben und dass Änderungen bei Energiepreisen die Jahresdurchschnittswerte beeinflussen.

Welche Rolle spielt der Iran-Krieg für die Prognose?

Nach Angaben des WIFO hat der Iran-Krieg zu einem Anstieg der Rohöl- und Erdgaspreise geführt, was die Konjunktur gebremst und die Verbraucherpreisinflation im Frühjahr 2026 erhöht hat. Das Institut nennt diesen Effekt als einen der Hauptgründe für die kurzfristige Dämpfung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Was sagt das WIFO zur Arbeitslosigkeit?

Das WIFO geht für 2026 von einer leicht steigenden Arbeitslosenquote auf 7,5% im Jahresdurchschnitt aus; für 2027 erwartet das Institut einen Rückgang auf 7,3%. Die erwartete Entlastung im zweiten Prognosejahr wird im Bericht mit einem kräftigeren Beschäftigungsanstieg erklärt.

Wie entwickelt sich der Staatshaushalt laut Prognose?

Die Aussendung nennt einen Finanzierungssaldo des Staates von –4% des BIP für 2026 und –3,7% des BIP für 2027. Parallel dazu wird eine Zunahme der Staatsschuldenquote bis 2027 auf knapp 84% der Wirtschaftsleistung ausgewiesen; diese Kennzahlen spiegeln die erwartete fiskalische Lage im Prognosezeitraum wider.

Wo finde ich die detaillierten Grafiken und Definitionen zur Prognose?

Das WIFO stellt in der Aussendung unter anderem eine Abbildung zur Energiepreisentwicklung sowie eine Übersicht mit den Hauptergebnissen der Prognose zur Verfügung. Methodische Hinweise und Begriffsdefinitionen sind im WIFO-Kurzglossar dokumentiert; beide Materialien sind auf der WIFO-Website abrufbar.

Quellen und Kontakt

Grundlage dieses Artikels ist die WIFO-Konjunkturprognose vom 25. Juni 2026 und die zugehörige Aussendung des Instituts. Abbildung und Übersicht mit den Hauptergebnissen sind auf der WIFO-Publikationsseite verfügbar: https://www.wifo.ac.at/publication/pid/71953527. Methodische Hinweise und Definitionen finden sich im WIFO-Kurzglossar: https://www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/2024/01/WIFO-Konjunkturberichterstattung-Glossar.pdf.

Rückfragen zur WIFO-Prognose waren laut Kontaktangabe am 25. Juni 2026, 11–13 Uhr, an Dr. Stefan Ederer möglich; Kontakt: Tel. (1) 798 26 01 – 464, E-Mail: stefan.ederer [at] wifo.ac.at.

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Schlagworte

#Energiepreise#Iran-Krieg#WIFO#Inflation#Konjunktur#Industrie#Außenhandel#Energiemarkt#Energie#Preise#Int. Beziehungen#Arbeitsmarkt

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