Drogeriekette gewährt 3% Erhöhung auf Ist-Einkommen statt KV-Mindestlöhne
dm drogerie markt hebt die Einkommen aller Mitarbeitenden um 3% auf die tatsächlichen Gehälter an - deutlich mehr als der Kollektivvertrag vorsieht.
Die österreichische Drogeriekette dm drogerie markt setzt erneut ein starkes Zeichen in der aktuellen Inflationssituation: Das Unternehmen erhöht die Gehälter und Löhne seiner Mitarbeitenden um 3,00 Prozent auf die tatsächlichen Einkommen. Dies liegt deutlich über den kollektivvertraglichen Vorgaben, die lediglich eine Erhöhung der Mindestlöhne und -gehälter um 2,55 Prozent vorsehen.
Mit dieser Entscheidung gelingt es dm nach eigenen Angaben, die rollierende Inflation des vergangenen Jahres vollständig auszugleichen. Sowohl Angestellte als auch Arbeiter profitieren von der überdurchschnittlichen Lohnerhöhung, die bereits zum zweiten Mal in Folge deutlich über den branchenüblichen Standards liegt.
"In Zeiten erhöhter Inflation haben wir bei dm konsequent alles darangesetzt, die Preise für unsere Kundinnen und Kunden im letzten Jahr weiter konstant zu halten", erklärt Harald Bauer, Vorsitzender der dm Geschäftsführung. Das Engagement der Mitarbeitenden habe maßgeblich dazu beigetragen, dass im dm-Warenkorb kaum Inflation stattgefunden habe.
Die stabilen Preise bei dm wurden nach Unternehmensangaben durch deutlich steigenden Kundenzuspruch honoriert. Diese positive Geschäftsentwicklung versetze das Unternehmen in die Lage, die Einkommen über den handelsüblichen Kollektivvertrag hinaus anzuheben, so Bauer weiter.
Die Lohnpolitik von dm zeigt sich besonders relevant vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten. Während viele Unternehmen sich an den Mindestvorgaben der Kollektivverträge orientieren, geht dm einen anderen Weg und orientiert sich an den realen Bedürfnissen seiner Beschäftigten.
Ein verlässliches und sicheres Einkommen ist bei dm nach eigenen Angaben Teil des Arbeitgeberversprechens und bildet die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Karin Reisinger, Leiterin des Ressorts Mitarbeiter bei dm Österreich, betont den gesellschaftlichen Aspekt dieser Politik: "Mit Blick auf die demografische Entwicklung in der Handelsbranche wollen wir damit auch die soziale Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft stärken."
Besonders wichtig sei dies im von Frauen geprägten Handel, wo durch entsprechende Einkommen eine tragfähige Pensionsvorsorge sichergestellt und Altersarmut vorgebeugt werden müsse. Diese Argumentation unterstreicht die langfristige Perspektive der dm-Personalpolitik, die über kurzfristige Kostenoptimierung hinausgeht.
Als größter Lehrlingsausbilder im Drogeriebereich in Österreich setzt dm auch bei der Nachwuchsförderung auf überdurchschnittliche Standards. Lehrlinge erhalten bereits mit Lehrstart ein monatliches Bruttoeinkommen von 1.267 Euro - deutlich mehr als die kollektivvertraglichen 1.026 Euro brutto.
Die Überzahlung bleibt während der gesamten Ausbildungszeit bestehen: Im zweiten Lehrjahr verdienen die angehenden Fachkräfte über 242 Euro brutto mehr als im Kollektivvertrag vorgesehen, im dritten Ausbildungsjahr sogar 285 Euro brutto zusätzlich. Diese Mehrausgaben zeigen das Commitment des Unternehmens zur Nachwuchsförderung.
Nach erfolgreichem Lehrabschluss erwartet die frisch ausgebildeten Drogistinnen und Drogisten ein Einstiegsgehalt von 2.488 Euro brutto. Bereits nach einem Jahr Berufstätigkeit bei dm steigt das Einkommen auf 2.636 Euro brutto an. Diese Progression zeigt deutliche Karriereperspektiven im Unternehmen auf.
Zusätzlich zu den attraktiven Gehältern bietet dm seinen Mitarbeitenden umfassende Benefits, darunter vielfältige persönliche und berufliche Entwicklungsperspektiven sowie Angebote für die ganzheitliche Gesundheit. Diese Zusatzleistungen runden das Gesamtpaket ab und machen dm zu einem attraktiven Arbeitgeber im Handel.
Die Lohnpolitik von dm könnte branchenweite Signalwirkung entfalten. In einer Zeit, in der viele Handelsunternehmen mit Kostendruck und Personalknappheit kämpfen, zeigt dm, dass überdurchschnittliche Bezahlung möglich ist, wenn die Geschäftsentwicklung stimmt.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Ansatz, nicht nur die ohnehin niedrigen Kollektivvertragslöhne zu erhöhen, sondern alle tatsächlichen Einkommen prozentual anzuheben. Dies kommt besonders langjährigen und erfahrenen Mitarbeitenden zugute, die bereits über den Mindestlöhnen entlohnt werden.
Die Maßnahme unterstreicht auch die Bedeutung von Mitarbeiterbindung und -motivation in personalintensiven Branchen. Durch die großzügige Lohnpolitik positioniert sich dm als bevorzugter Arbeitgeber und kann im War for Talents punkten.
Die erneute Lohnerhöhung über Kollektivvertragsniveau zeigt, dass dm seine Personalpolitik als langfristige Investition versteht. In Zeiten des demografischen Wandels und zunehmender Personalnot im Handel könnte sich diese Strategie als besonders weitsichtig erweisen.
Für die österreichische Handelslandschaft setzt dm damit einen bemerkenswerten Standard. Die Frage wird sein, ob andere Unternehmen nachziehen können oder wollen, um im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte bestehen zu können.