Am 26. Mai 2026 zeigt ORF 2 um 20.15 Uhr eine neue Ausgabe von „Das Paradies daheim“ mit zehn Porträts grüner Rückzugsorte aus allen Landesteilen. Karl Ploberger führt durch private und öffentlich ...
Am 26. Mai 2026 zeigt ORF 2 um 20.15 Uhr eine neue Ausgabe von „Das Paradies daheim“ mit zehn Porträts grüner Rückzugsorte aus allen Landesteilen. Karl Ploberger führt durch private und öffentlich zugängliche Gärten, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch ökologische und soziale Funktionen erfüllen. Die Sendung wird bereits zum siebenten Mal unter dem Titel „Die schönsten Gärten Österreichs" ausgestrahlt und kommt passend zum Frühlingsempfinden der Nation. In der folgenden Berichterstattung beleuchten wir die vorgestellten Gärten, erklären zentrale Fachbegriffe für Laien, ordnen das Format in den historischen und gesellschaftlichen Kontext Österreichs ein und analysieren, wie solche Gartenprojekte das Zusammenleben, den Klimaschutz und die lokale Biodiversität beeinflussen können. Datum dieser Berichterstattung: 21. Mai 2026.
Die Sendung „Das Paradies daheim“ präsentiert zehn Gartenporträts aus Österreich, darunter Naturgärten in Tirol, ein romantisches Rosenparadies im Mostviertel, ein asiatisch geprägter Garten in Niederösterreich und ein öffentlich zugänglicher Schaugarten in Wien-Floridsdorf. ORF nennt in der Presseinformation unter anderem einen 3.500 Quadratmeter großen Garten mit Schwimmteich und einen Schaugarten von 1,5 Hektar. Zusätzlich hebt die Ankündigung ökologische Aspekte wie Regenwassersammlung, nachhaltiges Gärtnern und artenreiche Pflanzungen hervor. Die vorgestellten Gärten sind Beispiele zeitgenössischer Gartenkultur und zeigen, wie private Initiativen zum öffentlichen Mehrwert beitragen können.
Ein Naturgarten ist eine Gestaltungsform, die möglichst viele naturnahe Bedingungen bietet, um lokale Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Das bedeutet, natürliche Strukturen wie Totholz, Steinansammlungen, unterschiedliche Vegetationsschichten und Wasserstellen bewusst zu belassen oder zu schaffen. Im Vergleich zu klassisch formalen Gärten gibt es weniger geschnittene Hecken und ausgesetzte Zierpflanzen, stattdessen dominieren heimische Stauden, Gräser und Sträucher. Für Laien ist wichtig: Ein Naturgarten verlangt Geduld, denn er entwickelt sich über Jahre; er bietet aber Vorteile wie erhöhten Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger sowie geringeren Pflegeaufwand, wenn einmal eingespielt. Bei den vorgestellten „schönsten Gärten Österreichs" dient der Naturgarten in Tirol als Beispiel für biodiversitätsfreundliche Privatflächen.
Ein Schwimmteich ist ein naturnah gestaltetes Badegewässer, das sowohl ästhetisch als auch ökologisch funktioniert. Typischerweise besteht er aus einem Badebereich und einer sogenannten Regenerationszone mit Pflanzen, die das Wasser filtern. Anders als klassische chlorierte Pools setzen Schwimmteiche auf biologische Reinigung durch spezielle Wasserpflanzen, Mikroorganismen und mechanische Filter. Technisch sind Abdichtung, abgestimmte Pflanzengesellschaften und oft eine geringe Pump- und Filtertechnik nötig. Ein Schwimmteich verbindet somit Baden mit einem naturnahen Biotop und ist eine Alternative für Gartenbesitzer, die naturnahe Wasserflächen bevorzugen. Das 3.500 m² große Gartenprojekt in der Steiermark zeigt diesen Ansatz eindrucksvoll.
Mulchen bezeichnet das Bedecken des Bodenoberfläche mit organischem Material wie Rindenmulch, Holzhackschnitzeln oder Laub. Ziel ist es, Feuchtigkeit zu speichern, Unkrautwachstum zu reduzieren und die Bodenstruktur zu verbessern, indem das organische Material langsam zersetzt wird und Nährstoffe freisetzt. Mulchen schont den Boden vor Temperaturschwankungen, verhindert Erosion und fördert das Bodenleben. Bei biologisch orientiertem Gärtnern — etwa im Wiener Schaugarten — ist das Mulchen mit regionalem Naturholz eine nachhaltige Pflegemethode, die gleichzeitig weniger Bewässerung und Düngung erfordert.
Ein Klimawandelgarten ist so angelegt, dass die Pflanzen- und Bodenwahl sowie Gestaltungsprinzipien auf zukünftige, wärmere und häufig wechselhafte klimatische Bedingungen ausgerichtet sind. Dies umfasst die Auswahl trockenheitsverträglicher, oft mediterran wirkender Arten, die Nutzung von Regenwasserspeichern, wassersparende Bewässerungstechniken sowie die Schaffung von Mikroklimata durch Mauern oder Vegetationsstrukturen. Ziel ist Resilienz: Der Garten soll auch bei längeren Trockenperioden attraktiv bleiben und möglichst wenig externe Ressourcen benötigen. Der Exotengarten in Bad Deutsch-Altenburg ist ein praktisches Beispiel dafür, wie mediterrane Pflanzen auch in Mitteleuropa gehalten werden können, wenn nachhaltige Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung greifen.
Biodiversität beschreibt die Vielfalt des Lebens in einem bestimmten Gebiet — also die Vielfalt von Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze), die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten und die Vielfalt an Lebensräumen. In Gärten zeigt sich Biodiversität durch unterschiedliche Blühzeiten, variierende Strukturtiefe (von Bodendeckern bis zu Bäumen) und das Vorhandensein von Strukturen wie Totholz oder Wasserflächen. Hohe Biodiversität erhöht die Stabilität eines Ökosystems, fördert Bestäuber und hilft bei der Schädlingsregulation. Viele der vorgestellten „schönsten Gärten Österreichs" legen Wert auf artenreiche Pflanzungen und schaffen damit lokale Bastionen für Pflanzen- und Tierleben.
Gartenkultur in Österreich hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die von höfischen Barockgärten über bürgerliche Privatgärten des 19. Jahrhunderts bis hin zu heutigen ökologisch orientierten Anlagen reicht. Barockgärten wie der Schlosspark in Schloss Hof, von dem auch in der ORF-Ankündigung die Rede ist, symbolisieren Ordnung, Perspektive und repräsentative Gestaltung. Im 19. Jahrhundert entstanden viele Privatgärten, die romantische und naturnahe Elemente aufnahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bedeutung des Kleingartens und später der Schrebergärten als Orte der Freizeit, Selbstversorgung und Gemeinschaft.
In den letzten Jahrzehnten hat sich ein Bewusstseinswandel vollzogen: Klimawandel, Artenverlust und der Wunsch nach naturnahem Wohnen führten zu einer Renaissance des ökologischen Gartenbaus. Öffentliche Schaugärten und TV-Formate wie „Das Paradies daheim" tragen zur Popularisierung solcher Konzepte bei. Sie verbinden traditionelle Ästhetik mit modernen Nachhaltigkeitszielen und zeigen, wie historische Gartenformen und neue Naturschutzansprüche zusammengeführt werden können. Die vorgestellten Gärten in der ORF-Sendung stehen damit in einer direkten Linie zu dieser Entwicklung: sie verknüpfen Gartentradition mit zeitgemäßen ökologischen Praktiken.
Innerhalb Österreichs zeigen die vorgestellten Gärten eine breite regionale Vielfalt: Alpine Einflüsse in Tirol, mediterrane Ansätze in niederösterreichischen Tieflagen, Wasser- und Terrassengestaltung in Kärnten und künstlerische Kombinationen in der Steiermark. Andere Bundesländer haben oft eigene Schwerpunkte – in Bundesländern mit starker Landwirtschaft dominieren Nutzgärten und Streuobstwiesen, während städtische Regionen wie Wien verstärkt auf öffentliche Schaugärten und urbane Grünräume setzen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz sind die österreichischen Gartenlandschaften kulturell nah, jedoch beeinflusst die Topographie Österreichs — mit ausgeprägten Alpenregionen, Flusstälern und Donauebene — die Gestaltung stärker. In der Schweiz ist die Ausrichtung oft durch alpine Anpassungen und eine starke Betonung regionaler Bau- und Gartenkunst gekennzeichnet, in Deutschland wiederum ist die Bandbreite groß, von norddeutschen Küstengärten bis zu mediterranen Zonen im Süden. Alle drei Länder teilen aber den Trend zu mehr Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und urbaner Begrünung. TV-Formate und Schaugärten, wie sie ORF vorstellt, fungieren in allen Ländern als Mittler zwischen Fachwissen und breiter Bevölkerung.
Private und öffentliche Gärten wirken in vielerlei Hinsicht auf das lokale Gemeinwesen. Erstens verbessern sie die Lebensqualität: Gärten dienen als Erholungsräume, Rückzugsorte und Orte sozialer Begegnung. Ein Schaugarten in Wien etwa ist öffentlich zugänglich und bietet Bildungsangebote zum biologischen Gärtnern. Zweitens leisten sie Beiträge zum Naturschutz: Durch artenreiche Pflanzungen und Wasserflächen entstehen Lebensräume für Bestäuber, Amphibien und Vogelleben. Drittens helfen sie bei der Klimaanpassung: Regenwasserspeicherung, beschattende Vegetation und durchlässige Böden verringern Überschwemmungsrisiken und Hitzeinseln.
Konkretes Beispiel: Der Klimawandelgarten mit Palmen und trockenheitsverträglichen Pflanzen in Niederösterreich demonstriert, wie Pflanzenwahl und Regenwassermanagement kombiniert werden können, um den Wasserbedarf zu minimieren. Der naturorientierte Garten in Tirol schafft mit seinem Bächlein und Tümpeln Mikrohabitaten für Amphibien. Solche Effekte sind lokal spürbar: Nachbarschaften können von gesteigerter Aufenthaltsqualität profitieren, Vereine und Schulen nutzen Gärten als Lernorte, und Gemeinden können durch attraktiv gestaltete Grünräume den Tourismus oder Naherholungswert steigern. Das Format „Die schönsten Gärten Österreichs" trägt dazu bei, solche Effekte sichtbar zu machen und Nachahmer zu inspirieren.
Die Pressemitteilung des ORF nennt einige konkrete Größenordnungen: Ein vorgestellter Garten umfasst 3.500 Quadratmeter, ein Schaugarten in Wien ist 1,5 Hektar groß, und im Rosenparadies wurden mehr als 100 verschiedene Rosensorten gepflanzt. Diese Angaben illustrieren die Bandbreite: Vom großzügigen, öffentlichkeitsorientierten Schaugarten bis zu privat geführten Themenparzellen mit spezialisierten Pflanzsammlungen. Solche Flächenmaße sind relevant für Pflegeaufwand, Biodiversitätspotential und infrastrukturelle Anforderungen (z. B. Wege, Wassertechnik). ORF betont außerdem die thematischen Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, Regenwassernutzung, biologisches Gärtnern und naturnahe Gestaltung - Aspekte, die die ökologischen Funktionen der Gärten unterstreichen.
Die nächsten Jahre werden voraussichtlich von einer weiteren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimaanpassung geprägt sein. Stichworte sind: resilientere Pflanzenauswahl, verstärkte Nutzung von Regenwasser, Förderung urbaner Grünflächen und die Integration von Bildung in Grünprojekte. Auch die Rolle von Gärten als Räume lokaler Lebensmittelproduktion könnte zunehmen, insbesondere in Verbindung mit Gemeinschaftsgartenprojekten und Bildungsangeboten. Technische Hilfsmittel wie sensorgesteuerte Bewässerung oder digitale Pflanzendatenbanken werden Gärtnerinnen und Gärtner unterstützen, ohne die handwerkliche Tradition zu ersetzen.
Medial betrachtet dürften Formate wie „Die schönsten Gärten Österreichs" weiterhin eine wichtige Funktion erfüllen: Sie zeigen Vorbilder, vermitteln praktische Tipps und schaffen Bewusstsein für ökologische Chancen. Damit können sie politische Impulse verstärken, etwa für Förderung von Grünflächen in Städten oder für Bildungsprogramme in Schulen. Insgesamt ist zu erwarten, dass Gärten künftig noch stärker als multifunktionale Orte wahrgenommen werden — als ökologische, soziale und kulturelle Ressourcen in Österreichs Gemeinden.
„Das Paradies daheim" am 26. Mai 2026 auf ORF 2 präsentiert zehn unterschiedliche Gartenprojekte, die exemplarisch für die Bandbreite und das Potenzial der heimischen Gartenkultur stehen. Die Sendung vereint Ästhetik, Naturschutz und praktische Gartentipps und zeigt, wie naturnahe Gestaltung und nachhaltige Pflege Hand in Hand gehen können. Möchten Sie mehr über praktische Umsetzung, Fördermöglichkeiten oder lokale Garteninitiativen erfahren? Besuchen Sie weiterführende Artikel und Schaugarten-Informationen oder schauen Sie die Sendung auf ORF ON.
Quellen: Pressemitteilung des ORF (siehe presse.ORF.at), Ankündigung „Das Paradies daheim" vom 21. Mai 2026. Weitere Informationen und Beispiele finden Sie auf unseren Seiten: pressefeuer.at/gartenpraxis, pressefeuer.at/orf-tv-highlights, pressefeuer.at/stadtgruen.