Kreditversicherer senkt globale Prognosen, stuft acht Länder herab und nennt Belastungssignale für Unternehmen und Volkswirtschaften
Coface senkt die globale Wachstumsprognose für 2026 auf 2,3% und für 2027 auf 2,5%. Lieferketten, Energiepreise und Insolvenzen stehen im Fokus.
Der internationale Kreditversicherer Coface hat in seiner aktuellen Risk Review die Aussichten für die Weltwirtschaft nach unten korrigiert und mehrere Länder in ihrer Länderrisiko-Einstufung herabgestuft. Als Gründe nennt die Aussendung gestörte Lieferketten, höhere Preise und steigenden finanziellen Druck infolge des Nahost-Konflikts. Für 2026 prognostiziert Coface ein globales Wachstum von 2,3 Prozent und für 2027 von 2,5 Prozent; in der Risk Review wurden zudem acht Länder herabgestuft.
Die Meldung betont, dass das zwischen den USA und Iran geschlossene "Memorandum of Understanding" zwar eine vorübergehende Beruhigung gebracht habe, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts aber erheblich größer seien als ursprünglich angenommen. Coface hebt in der Mitteilung hervor, dass zentrale Handelsrouten und Energieströme belastet sind und dass sich daraus bereits konkrete Belastungssignale für Unternehmen und Volkswirtschaften ergeben.
In der Risk Review senkte Coface die globale Wachstumsprognose für 2026 auf 2,3 Prozent und für 2027 auf 2,5 Prozent. Die Veröffentlichung stellt zugleich fest, dass acht Länder in der Länderrisikobewertung herabgestuft wurden. Gründe für diese Anpassungen sind laut Coface unter anderem steigende Importkosten, Währungsabwertungen sowie zunehmende finanzielle und fiskalische Risiken.
In der Aussendung zitiert Coface Markus Kuger, Head of Economic Research DACH, mit den Worten: „Die Straße von Hormus ist und bleibt ein zentraler Engpass für den Transport von Öl, Gas und wichtigen Vorprodukten. Besonders Südostasien und Ostafrika sind stark betroffen. Eine schnelle Normalisierung ist derzeit nicht in Sicht“. Diese Einschätzung unterstreicht nach Darstellung von Coface die Bedeutung der Handelsroute für die weltweite Versorgung.
Coface nennt in der Meldung mehrere erste Anzeichen wirtschaftlicher Belastung: Produktionsstopps in einzelnen Branchen, steigende Inflation in einigen Regionen und restriktivere Finanzierungsbedingungen. In der Aussendung zitiert Markus Kuger: „Unternehmen berichten bereits von längeren Lieferzeiten, steigenden Kosten und ersten Engpässen. Viele reagieren mit vorsorglichem Lageraufbau, was Liquidität bindet und die Margen zusätzlich belastet“.
Ein konkretes Indiz für die Transportprobleme ist die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus: Im Mai passierten laut Coface nur noch 145 Schiffe diese Handelsroute, verglichen mit über 3.300 im Vorjahr. Coface stellt außerdem einen erwarteten durchschnittlichen Ölpreis von 85 US-Dollar pro Barrel für das Jahr 2026 heraus, den die Mitteilung in Zusammenhang mit steigenden Transport- und Produktionskosten nennt.
Die Risk Review differenziert die Auswirkungen des Nahost-Konflikts regional: Coface zufolge sind die Golfstaaten infolge der Abhängigkeit von der Straße von Hormus besonders betroffen. Für die Eurozone erwartet Coface lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent; die Mitteilung führt als Belastungsfaktoren hohe Energiepreise und anhaltende Unsicherheit an.
In den USA dokumentiert die Aussendung einen Anstieg der Inflation von 2,4 Prozent im Februar auf 4,2 Prozent im Mai. Asien zeige ein gemischtes Bild: Während technologiegetriebene Sektoren, insbesondere die Halbleiterindustrie, laut Coface weiter stark wachsen, stünden das verarbeitende Gewerbe und konsumnahe Branchen unter erheblichem Margendruck. In Schwellenländern, insbesondere in Lateinamerika, nennt Coface steigende Inflation und restriktivere Geldpolitik als zusätzliche Belastungen und verweist exemplarisch auf Brasilien mit einem Leitzins von 14,5 Prozent.
Die Risk Review enthält mehrere konkrete Herabstufungen der Länderrisiken. In Asien wurden Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Vietnam jeweils von A4 auf B herabgestuft; Kambodscha wurde von C auf D zurückgestuft. Als Treiber der Herabstufungen nennt Coface steigende Importkosten, Währungsabwertungen sowie zunehmende finanzielle und fiskalische Risiken.
In Afrika verschlechterte sich das Risikoumfeld laut Coface ebenfalls: Tansania wurde von B auf C und Madagaskar von C auf D herabgestuft. Auch rohstoffabhängige Staaten seien betroffen: Kuwait wurde demnach von A4 auf B abgestuft, wobei Coface die starke Abhängigkeit vom Öltransport durch die Straße von Hormus als Grund anführt.
Zur Lage in Österreich zitiert die Mitteilung Markus Kuger: „In Österreich ist der Metallsektor aufgrund der US-Zölle, chinesischer Konkurrenz und erhöhter Energiepreise unter Druck. Der Papiersektor kämpft seit Jahren mit ausländischer Konkurrenz und einem sich veränderten Nachfrageverhalten. Dieser Sektor wurde in die ‚sehr hohe‘ Risikokategorie abgestuft“.
Coface stellt in der Aussendung fest, dass sich der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte mit dem Ende der Kampfhandlungen am Persischen Golf verbessert habe. Gleichzeitig nennt die Mitteilung weiterhin bestehende Risiken für Österreichs Volkswirtschaft, darunter ein potenzielles Wiederaufflammen des Iran‑USA‑Konflikts, langanhaltende Schäden an der Gas‑ und Ölinfrastruktur am Golf sowie einen größeren Konsolidierungsbedarf im Staatshaushalt.
Sieben Begriffe aus der Risk Review werden in der Meldung verwendet; im Folgenden werden sie sachlich erläutert:
Die Mitteilung führt an, dass Unternehmen als Reaktion auf die aktuellen Störungen vielfach vorsorglich Lagerbestände aufbauen, was nach Einschätzung von Coface Liquidität bindet und die Margen belastet. Produktionsstopps in einzelnen Branchen, längere Lieferzeiten und erste Engpässe werden als bereits beobachtete Effekte aufgeführt.
Coface stellt ferner fest, dass hohe Energiepreise die Kosten für Transport und Produktion treiben. In der Aussendung wird ein erwarteter durchschnittlicher Ölpreis von 85 US-Dollar pro Barrel für 2026 genannt; dieser Wert wird im Text in Zusammenhang mit steigenden Kosten präsentiert.
Coface senkt in der Risk Review die globale Wachstumsprognose für 2026 auf 2,3 Prozent und für 2027 auf 2,5 Prozent. Die Anpassung ist Teil der publizierten Analyse und wird im Kontext der wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts begründet.
Markus Kuger, Head of Economic Research DACH bei Coface, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, dass die Straße von Hormus ein zentraler Engpass für den Transport von Öl, Gas und wichtigen Vorprodukten sei. Coface hebt hervor, dass besonders Südostasien und Ostafrika stark betroffen sind und eine schnelle Normalisierung derzeit nicht in Sicht ist.
Laut der Risk Review wurden Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Vietnam jeweils von A4 auf B herabgestuft; Kambodscha wurde von C auf D zurückgestuft. In Afrika waren Tansania (B auf C) und Madagaskar (C auf D) betroffen, und Kuwait wurde von A4 auf B herabgestuft.
Coface erwartet laut Mitteilung einen deutlichen Anstieg der weltweiten Unternehmensinsolvenzen um 6 Prozent. Besonders starke Zuwächse werden demnach unter anderem in den USA, Frankreich und Japan erwartet.
In der Aussendung dokumentiert Coface einen Anstieg der US-Inflation von 2,4 Prozent im Februar auf 4,2 Prozent im Mai. Diese Entwicklung wird in der Risk Review als Teil der regional unterschiedlichen wirtschaftlichen Auswirkungen dargestellt.
Coface verweist in der Mitteilung auf Belastungen im österreichischen Metallsektor und auf den Papiersektor, der laut Aussage in die „sehr hohe“ Risikokategorie eingestuft wurde. Gründe nennt die Mitteilung unter anderem US-Zölle, chinesische Konkurrenz und erhöhte Energiepreise sowie verändertes Nachfrageverhalten im Papiersektor.
Quelle: Coface, Niederlassung Austria. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website: https://www.coface.at
Kontakt laut Aussendung: Coface, Niederlassung Austria, Carina Kiss, MSc, Telefon: +43/1/515 54-510, E-Mail: carina.kiss [at] coface.com