Seit drei Jahrzehnten ist Back on Stage 16/17 in Ottakring und Hernals für Jugendliche im Einsatz. Das große Jubiläum wurde am 30. Mai im Rahmen des Straßenkunstfestes am Yppenplatz gefeiert.
Seit drei Jahrzehnten ist Back on Stage 16/17 in Ottakring und Hernals für Jugendliche im Einsatz. Das große Jubiläum wurde am 30. Mai im Rahmen des Straßenkunstfestes am Yppenplatz gefeiert.
Das Straßenkunstfest wird seit mehr als zehn Jahren jährlich am Yppenplatz in Ottakring veranstaltet. Back on Stage 16/17, eine Einrichtung des Verein Wiener Jugendzentren und meist BoS16/17 genannt, war als benachbarte Einrichtung immer Teil des Events – heuer, um ihr 30‑jähriges Bestehen zu feiern, sogar als Special Guest. Für das Fest organisierte das Team am Yppenplatz ein Fußball‑ und Basketballturnier auf den Sportplätzen, dazu gab es ein Sportbuffet. Im „Mobilen Wohnzimmer“ konnten Besucher*innen Brownies essen, alte Fotoalben und Videobeiträge ansehen. An der Graffiti‑Wand wurde gemeinsam mit einem Graffiti‑Künstler gesprayt. Hervorzuheben ist auch der musikalische Bühnenauftritt einer Gruppe Jugendlicher, die im Tonstudio von BoS16/17 ihre musikalische Karriere starteten; die jungen Rapper*innen lieferten eine tolle Performance und sorgten für ein Jubiläums‑Highlight.
BoS16/17 ist die Mobile Jugendarbeit im 16. und 17. Wiener Gemeindebezirk. Die Jugendarbeiter*innen sind ganzjährig in Parks, Plätzen und belebten Straßenzügen unterwegs. Hinzu kommt eine 250m² große Anlaufstelle in der Hernalser Hauptstraße mit Beratungsräumen, einer Küche für gemeinsame Kochaktionen, einem Gaming‑Room und einem professionellen Tonstudio. Das Team organisiert zudem Ausflüge, Sportveranstaltungen und viele andere Projekte – immer gemeinsam mit den Jugendlichen.
Der 28‑jährige Ufuk sagt: „Die Jugendarbeiter*innen haben Talente in uns gesehen, bevor wir sie selbst sehen konnten. Durch sie habe ich gelernt, dass aus einem Jungen von der Straße jemand werden kann, weil sie niemals aufgehört haben an uns zu glauben.“
Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling gratuliert: „Ich finde es großartig, dass wir auch im Bereich der Mobilen Jugendarbeit in Wien so gut aufgestellt sind und vor allem schon so eine lange Tradition haben. Die Jugendarbeiter*innen sind dort unterwegs, wo junge Menschen sich gerne aufhalten, und bieten ihnen damit eine weitere niederschwellige Anlaufstelle für ihre Themen. Ich danke dem Team für ihr Engagement und ihren großartigen Einsatz im Sinne der Jugendlichen und das schon seit 30 Jahren.“
Jugendzentren‑Obfrau Marina Hanke: „Es freut mich sehr, dass das Jubiläum in diesem großen Rahmen gefeiert werden konnte. Die Jugendlichen brauchen diese Anlaufstellen und Bezugspersonen, wo sie sich austauschen und auch mal Neues ausprobieren können. Das Team leistet hier einen enorm wichtigen Beitrag und das schon sehr lange.“
BoS16/17‑Leiter „Shino“: „Wir begleiten junge Menschen auf dem Weg sich selbst zu entdecken. Das gelingt aber nur ohne erhobenen Zeigefinger und durch Begegnung und Verständnis auf Augenhöhe. Genau das ist seit 30 Jahren das Herzstück unserer Arbeit.“
Rapperin Sara aka Meduzza sagt: „Back on Stage war ein Wendepunkt in meinem Leben. Durch die Unterstützung habe ich eine Vision und ein Ziel gefunden, wofür ich nicht nur brenne, sondern alles hineininvestiere.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei BoS16/17 auf Jugendkultur und Kreativität. Interessierte Jugendliche können sich in Musik, Video oder Tanz ausprobieren und erhalten für Planung und Umsetzung Unterstützung durch die Jugendarbeiter*innen. Auch digitale Medienbildung wird gefördert; in den letzten Jahrzehnten entstanden zahlreiche partizipative Filmprojekte. Sozialarbeiterische Begleitung und Beratung (bei Schule, Beruf, Familie oder Unterstützung bei Behördengängen u.v.m.) gehört ebenfalls zum Angebot. Die Grundlage ist Beziehungsarbeit, so Jugendzentren‑Geschäftsführerin Manuela Smertnik: „Die kontinuierliche und vertrauliche Beziehungsarbeit ist das stärkste Instrument der Offenen Jugendarbeit und damit auch von Back on Stage 16/17. Die Mobilen Jugendarbeiter*innen suchen aber nicht nur den Kontakt zu den Zielgruppen, sondern auch Ansätze, um die sozialräumlichen Möglichkeiten für Jugendliche im jeweiligen Stadtteil zu verbessern.“
Das zeigt sich unter anderem beim Jugendparlament Word Up! 17, bei dem Schüler*innen ihre Ideen für den Bezirk einbringen und so das unmittelbare Lebensumfeld aktiv mitgestalten können.