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Asbest-Skandal erreicht Niederösterreich: Gefährliche Fasern in Krumbach und Kirchschlag entdeckt

24. März 2026 um 05:18
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Die Asbestbelastung aus dem burgenländischen Steinbruch Pilgersdorf hat nun auch Niederösterreich erreicht. Neue Untersuchungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigen erschreckende Ergebnisse.

Die Asbestbelastung aus dem burgenländischen Steinbruch Pilgersdorf hat nun auch Niederösterreich erreicht. Neue Untersuchungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigen Ergebnisse: In Krumbach und Kirchschlag in der Buckligen Welt sowie in Wiener Neustadt wurden Asbest nachgewiesen. Die Laboranalysen ergaben Asbestgehalte von bis zu 20 Prozent in Materialproben und bis zu 170 Fasern pro Quadratzentimeter in Staubproben. Greenpeace stellt fest, dass dies zeigt, dass sich eine beträchtliche Menge an Asbestfasern in der Luft befunden hat.

Alarmierende Messwerte in niederösterreichischen Gemeinden

Greenpeace entnahm in Krumbach und Kirchschlag sowohl Materialproben als auch Staubabdruckproben und ließ diese von einem spezialisierten Labor analysieren. Alle vier Materialproben enthielten zwischen fünf und 20 Prozent Asbest. Zwei der vier Staubproben wiesen bis zu 170 Fasern pro Quadratzentimeter auf.

Besonders alarmierend ist der Fall der Boccia-Bahn in der Freizeitanlage von Kirchschlag: Das sandige bzw. kiesartige Füllmaterial wies eine Asbestbelastung von bis zu 20 Prozent auf. Der Kirchschlager Bürgermeister wurde von Greenpeace informiert und sicherte zu, die Schließung der Bahn unmittelbar zu veranlassen. Er sagte auch, Maßnahmen bezüglich des ebenfalls belasteten Straßenbanketts in seiner Gemeinde zu ergreifen.

Wirtschaftliche Folgen für ein Unternehmen

Auch das Gelände eines mittelständischen Unternehmens im Industrieviertel ist laut Greenpeace-Analyse von Asbestbelastung betroffen. Die Firma hat nach Angaben von Greenpeace Sanierungsmaßnahmen gesetzt und muss große Mengen verunreinigten Schotter auf eigene Kosten entsorgen. Greenpeace spricht von einem bereits entstandenen finanziellen Schaden.

Der Ursprung: Steinbruch Pilgersdorf im Burgenland

Das belastete Material stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem mittlerweile gesperrten Steinbruch Pilgersdorf im Burgenland. Er wird von der Firma Zöchling betrieben und steht im Eigentum der Fürst Esterházy’sche Privatstiftung Lockenhaus. Das dort abgebaute Material ist nach Greenpeace-Angaben brüchig und feinfaserig; schon bei geringsten Belastungen gelangen Asbestfasern in die Luft. Im Landesamtsblatt 2014 verlautbarte die burgenländische Landesregierung die Erweiterung des Steinbruchs und die Genehmigung des Abbaus des Gesteins “(Chrysotil-Lizardit-)Serpentinits”. Bei Chrysotil handelt es sich um krebserregenden Weißasbest.

Greenpeace-Forderung

Greenpeace fordert von der niederösterreichischen Landesregierung, umgehend den Asbest-Aktionsplan umzusetzen. Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace Österreich, sagt: „Spätestens jetzt ist klar: Auch Niederösterreich wurde nachweislich Opfer des burgenländischen Asbest-Skandals – mit allen potenziellen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Die uns vorliegenden Laborergebnisse sind nur die Spitze des Eisbergs.”

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