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Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen steigt dramatisch

17. März 2026 um 08:55
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Am 21. März, dem Welt-Down-Syndrom-Tag, rückt ein alarmierendes gesellschaftliches Problem in den Fokus: Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen in Österreich steigt fünfmal so stark wie die Gesamtarbeitslosigkeit.

Am 21. März, dem Welt-Down-Syndrom-Tag, rückt ein alarmierendes gesellschaftliches Problem in den Fokus: Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen in Österreich steigt fünfmal so stark wie die Gesamtarbeitslosigkeit. Während die Politik von Inklusion spricht, drohen ausgerechnet jene Programme gekürzt zu werden, die berufliche Teilhabe ermöglichen. Der Dachverband dabei-austria schlägt Alarm und fordert ein sofortiges Umdenken.

Dramatische Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt

Die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Februar 2026 waren 17.199 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie schwierig es für Menschen mit Behinderungen ist, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen oder ihre Beschäftigung zu sichern.

Bewährte Programme zeigen Wirkung – und stehen dennoch vor Kürzungen

Das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) und ergänzende Maßnahmen für berufliche Perspektiven leisten einen zentralen Beitrag zur beruflichen Inklusion. Die Wirkung ist messbar:

  • 53 Prozent der abgeschlossenen Begleitungen (Zeitraum Jänner bis August 2025) durch die Arbeitsassistenz führten zu einer Beschäftigungsaufnahme
  • 86 Prozent davon direkt am ersten Arbeitsmarkt
  • Bei der Sicherung bestehender Beschäftigung lag die Erfolgsquote bei 85 Prozent

Hinter diesen Zahlen stehen rund 2.800 Fachkräfte österreichweit, die jährlich 110.000 Menschen mit Behinderungen und ausgrenzungsgefährdete Jugendliche begleiten.

Finanziert werden diese Programme über den Ausgleichstaxfonds (ATF). Laut aktuellem Budgetfahrplan sollen die Bundeszuschüsse jedoch von 65 Millionen Euro im Jahr 2026 auf nur noch 15 Millionen Euro im Jahr 2029 sinken – bei gleichzeitig steigendem Bedarf und wachsenden Personalkosten durch Kollektivvertragserhöhungen.

"Man hat es kommen sehen und hat die Zeit versäumt. Jetzt befindet man sich in einer Zeit, wo man ausschließlich in Richtung Einsparungen, Kürzungen arbeitet, ohne diesem Kapitel die geeignete Priorität zu geben", kritisiert Eva Skergeth-Lopič, Vorstandsvorsitzende von dabei-austria.

Drei konkrete Forderungen

dabei-austria stellt drei konkrete Forderungen an die Bundesregierung:

Erstens: ATF sofort stabilisieren. Die degressive Gestaltung der Bundeszuschüsse muss überprüft und korrigiert werden. Menschen mit Behinderungen benötigen verlässliche Unterstützungsstrukturen.

Zweitens: ATF-Evaluierung jetzt starten. Das im Regierungsprogramm verankerte Vorhaben einer Evaluierung des Ausgleichstaxfonds muss unverzüglich umgesetzt werden – unter Einbindung von dabei-austria und den betroffenen Organisationen.

Drittens: Finanzierungslogik reformieren. Gemeinsam mit allen Stakeholdern muss ein nachhaltiges Einnahmenmodell entwickelt und politisch beschlossen werden, das den steigenden Bedarf berücksichtigt.

Ausblick

Mit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Österreich verpflichtet, Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. Ein Bekenntnis zu sozialer Teilhabe, das nicht mit den nötigen Mitteln hinterlegt wird, bleibt eine leere Hülle.

"Es reicht nicht, sich zu sozialer Teilhabe zu bekennen und gleichzeitig die Mittel dafür zu kürzen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln, bevor Strukturen zerstört werden, die sich über Jahre bewährt haben und nicht so schnell wiederaufgebaut werden können", mahnt Christina Schneyder, Geschäftsführerin von dabei-austria.

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