Österreichische Schnopsn-App startet Challenge gegen Vereinsterben
Die Schnopsn-App sucht einen Verein für 10.000 Euro Sponsoring – eine ungewöhnliche Kampfansage gegen das Vereinsterben in Österreich.
Ein österreichisches Unternehmen geht einen ungewöhnlichen Weg im Kampf gegen das Vereinsterben: Statt dass Vereine um Sponsoren werben, sucht die beliebte Schnopsn-App nun aktiv nach einem Verein, den sie mit 10.000 Euro unterstützen will. Die "Schnopsn Vereins-Challenge" dreht damit die traditionelle Sponsoren-Logik komplett um.
Das sogenannte Vereinsterben ist in Österreich längst zur bitteren Realität geworden. Hunderte kleine Sportvereine kämpfen täglich ums Überleben. Steigende Kosten für Ausrüstung, Platzmieten und Vereinsunterhalt, fehlender Nachwuchs und immer komplexere bürokratische Hürden bringen gerade kleinere Klubs im Unterhaus an ihre Belastungsgrenze. Viele Vereine müssen ihre Türen für immer schließen, andere fusionieren notgedrungen oder reduzieren ihre Aktivitäten drastisch.
"Normalerweise müssen Vereine Klinken putzen, dutzende Emails schreiben und um jeden Cent betteln", erklärt Manuel Lang, Geschäftsführer von schnopsn.com. "Das wollten wir ändern. Wir drehen die Logik um: Nicht der Verein sucht mühsam einen Sponsor, sondern der Sponsor sucht proaktiv einen Verein, der diese Unterstützung verdient hat."
Die Aktion ist mehr als nur eine Marketingkampagne – sie ist ein Statement für österreichische Kultur und Tradition. Das Kartenspiel Schnapsen, das die App digitalisiert hat, und der lokale Fußballverein haben eines gemeinsam: Beide sind wichtige Bestandteile der österreichischen Identität, die zunehmend aus dem Alltag verschwinden.
"Digitales und Traditionelles müssen keine Feinde sein", betont Lang. "Unsere App hat das Kartenspiel ins 21. Jahrhundert gebracht. Jetzt wollen wir mit einem Teil unseres Erfolgs auch das Vereinsleben retten. Wir suchen keinen Champions-League-Club, sondern einen ehrlichen Verein, wo das Herz am rechten Fleck sitzt und das Geld wirklich gebraucht wird."
Die 10.000 Euro sollen dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Das können neue Dressen für die Jugendmannschaft sein, die Sanierung der vereinseigenen Kantine, moderne Trainingsausrüstung oder die Förderung des Nachwuchses. Gerade für kleinere Vereine kann eine solche Summe den Unterschied zwischen Weitermachen und Aufgeben bedeuten.
Viele österreichische Vereine kennen die Situation: Die Waschmaschine für die Dressen ist kaputt, das Vereinsheim braucht dringend eine neue Heizung, oder die Jugendabteilung benötigt Bälle und Leibchen. Oft scheitern wichtige Anschaffungen an wenigen tausend Euro – genau hier will die Schnopsn-Challenge ansetzen.
Die "Schnopsn Vereins-Challenge" richtet sich an alle Sportvereine in Österreich, die finanzielle Unterstützung benötigen. Doch statt komplizierter Antragsformulare und bürokratischer Hürden setzt das Unternehmen auf Kreativität und Authentizität.
Vereine sind aufgerufen, in kurzen Videos oder kreativen Einsendungen auf Social Media zu zeigen, warum gerade sie die 10.000 Euro verdienen. Dabei geht es nicht um Professionalität oder aufwendige Produktionen, sondern um Ehrlichkeit und Leidenschaft. Die Vereinsmitglieder sollen zeigen, was ihren Klub ausmacht, welche Herausforderungen sie meistern müssen und wofür sie das Geld verwenden würden.
Ein besonderer Aspekt der Challenge ist die Einbindung der Community. Die Entscheidung soll nicht nur im stillen Kämmerlein fallen, sondern die Öffentlichkeit und die Schnopsn-Community sollen bei der Auswahl des Siegervereins mitbestimmen können. Dadurch erhält die Aktion zusätzliche Aufmerksamkeit für die teilnehmenden Vereine und das Thema Vereinssterben insgesamt.
Hinter der Aktion steht die schnopsn.com GmbH, ein österreichisches Softwareunternehmen, das sich auf die Digitalisierung des traditionellen Kartenspiels Schnapsen spezialisiert hat. Die App hat es geschafft, ein klassisches österreichisches Kartenspiel erfolgreich ins digitale Zeitalter zu übertragen und dabei sowohl junge als auch ältere Spieler zu begeistern.
Der Erfolg der App zeigt, dass Tradition und Moderne durchaus harmonieren können. Während viele befürchteten, dass digitale Spiele das klassische Kartenspiel verdrängen würden, hat die Schnopsn-App das Gegenteil bewiesen: Sie hat einer neuen Generation das Schnapsen nahegebracht und gleichzeitig erfahrenen Spielern eine moderne Plattform geboten.
Die Initiative könnte Signalwirkung für andere Unternehmen haben. In Zeiten, in denen Corporate Social Responsibility immer wichtiger wird, zeigt die Schnopsn-Challenge einen direkten und unkonventionellen Weg, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Statt großer, anonymer Spenden an etablierte Organisationen geht das Unternehmen den direkten Weg zur Basis. Diese Form der Unternehmensverantwortung ist authentisch, transparent und hat unmittelbare Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft.
Auch wenn die aktuelle Challenge zeitlich begrenzt ist, könnte sie der Startschuss für eine längerfristige Unterstützung der österreichischen Vereinslandschaft sein. Je nach Erfolg und Resonanz sind weitere Aktionen denkbar, die das Bewusstsein für die Bedeutung lokaler Vereine schärfen und konkrete Hilfe leisten.
Die Schnopsn Vereins-Challenge ist mehr als eine Sponsoring-Aktion – sie ist ein kreativer Ansatz im Kampf gegen das Vereinsterben und ein Zeichen dafür, dass erfolgreiche österreichische Unternehmen Verantwortung für ihre Gemeinschaft übernehmen. Für die teilnehmenden Vereine bietet sie nicht nur die Chance auf finanzielle Unterstützung, sondern auch auf zusätzliche Aufmerksamkeit und Community-Building.
Ob diese unkonventionelle Herangehensweise Schule macht, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch, dass sie bereits jetzt wichtige Diskussionen über die Zukunft der österreichischen Vereinslandschaft angestoßen hat und zeigt, dass auch in der digitalen Welt Platz für traditionelle Werte und Gemeinschaftssinn ist.