Der österreichisch-deutsche Technologiekonzern ams OSRAM AG hat am 20. März 2026 seinen Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Premstätten bei Gra...
Der österreichisch-deutsche Technologiekonzern ams OSRAM AG hat am 20. März 2026 seinen Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Premstätten bei Graz und Co-Hauptsitz in München präsentiert damit nicht nur die Geschäftsergebnisse eines erfolgreichen Jahres mit 3,3 Milliarden Euro Umsatz, sondern setzt auch neue Maßstäbe in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Erstmals wurde freiwillig ein Nachhaltigkeitsbericht nach ausgewählten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt.
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) stellen ein revolutionäres Regelwerk dar, das die Art und Weise, wie europäische Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitsleistung berichten, grundlegend verändert. Diese Standards wurden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) entwickelt und sind Teil der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union. Sie definieren detailliert, welche Informationen Unternehmen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) offenlegen müssen. Die ESRS umfassen zwölf verschiedene Standards, die Bereiche wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wasser- und Meeresressourcen, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, eigene Belegschaft, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, betroffene Gemeinschaften, Verbraucher und Endnutzer sowie Geschäftsgebaren abdecken. Dass ams OSRAM diese Standards freiwillig anwendet, obwohl das Unternehmen möglicherweise noch nicht vollständig unter die CSRD-Pflicht fällt, zeigt das Engagement für Transparenz und nachhaltige Unternehmensführung.
Für österreichische Unternehmen stellen die ESRS eine wichtige Weichenstellung dar. Ab 2024 müssen große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern bereits nach diesen Standards berichten. Ab 2025 folgen alle großen Unternehmen, die zwei der drei Kriterien erfüllen: mehr als 250 Beschäftigte, mehr als 40 Millionen Euro Nettoumsatz oder mehr als 20 Millionen Euro Bilanzsumme. Diese Entwicklung betrifft schätzungsweise rund 2.000 österreichische Unternehmen direkt und weitere 10.000 indirekt über ihre Lieferketten.
Die ams OSRAM AG repräsentiert eine der größten Erfolgsgeschichten der österreichischen Technologiebranche. Das Unternehmen entstand 2021 aus der Fusion des österreichischen Sensorspezialisten ams AG mit dem deutschen Traditionsunternehmen OSRAM Licht AG. Mit Hauptsitz in Premstätten bei Graz und Co-Hauptsitz in München vereint der Konzern 120 Jahre Innovationsgeschichte in der Lichttechnik mit modernster Sensortechnologie. Die Kombination dieser Kompetenzen hat ams OSRAM zum weltweit führenden Anbieter im Bereich "Digital Photonics" gemacht - einer Technologie, die digitale Licht- und Sensorlösungen miteinander verbindet.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 18.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Mit rund 12.000 erteilten und angemeldeten Patenten gehört ams OSRAM zu den innovationsstärksten Technologieunternehmen Europas. Die Produktpalette reicht von hochpräzisen Sensoren für Smartphones und Automotive-Anwendungen bis hin zu LED-Lösungen für die Allgemeinbeleuchtung und spezielle Anwendungen in der Medizintechnik.
Für den Wirtschaftsstandort Österreich hat ams OSRAM eine herausragende Bedeutung. Das Unternehmen ist einer der größten privaten Arbeitgeber in der Steiermark und trägt maßgeblich zur Positionierung Österreichs als High-Tech-Standort bei. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Premstätten und anderen österreichischen Standorten stärken das heimische Innovationsökosystem und ziehen internationale Talente an. Zudem fungiert ams OSRAM als wichtiger Partner für österreichische Universitäten und Forschungseinrichtungen, wodurch wertvolle Synergien zwischen Wissenschaft und Industrie entstehen.
Der veröffentlichte Jahresbericht 2025 dokumentiert die solide Geschäftsentwicklung von ams OSRAM in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld. Mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro konnte das Unternehmen seine Position als führender Anbieter von Licht- und Sensortechnologien behaupten. Diese Leistung ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der anhaltenden globalen Unsicherheiten, die die Halbleiter- und Elektronikindustrie seit 2022 prägen.
Die Geschäftsentwicklung profitierte von der starken Nachfrage in mehreren Schlüsselmärkten. Besonders die Automotive-Sparte verzeichnete ein robustes Wachstum, getrieben von der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeugflotten und dem Trend zu autonomem Fahren. Auch im Bereich Consumer Electronics konnte ams OSRAM von der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Kameramodulen und Sensoren in Premium-Smartphones profitieren.
Im internationalen Vergleich positioniert sich ams OSRAM erfolgreich gegen Konkurrenten wie Infineon Technologies, STMicroelectronics oder die asiatischen Wettbewerber Samsung und Sony. Während viele Mitbewerber 2025 mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen hatten, gelang es ams OSRAM, die Marktposition zu stabilisieren und in wichtigen Zukunftsbereichen wie Augmented Reality und Automotive-Sensorik sogar Marktanteile zu gewinnen.
Das Herzstück der Unternehmensstrategie bildet die kontinuierliche Innovation. Mit rund 12.000 erteilten und angemeldeten Patenten verfügt ams OSRAM über eines der stärksten Patentportfolios der Branche. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf Zukunftstechnologien, die gesellschaftliche Megatrends wie Smart Mobility, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Smart Health und Robotik vorantreiben.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von LiDAR-Sensoren für autonome Fahrzeuge. Diese Technologie ermöglicht es Fahrzeugen, ihre Umgebung präzise zu erfassen und ist essentiell für das autonome Fahren. ams OSRAM hat hier bereits mehrere Durchbrüche erzielt und Partnerschaften mit führenden Automobilherstellern geschlossen. Auch im Bereich der medizinischen Sensorik arbeitet das Unternehmen an revolutionären Lösungen für die nicht-invasive Gesundheitsüberwachung.
Die digitale Transformation der Fertigungsprozesse steht im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. ams OSRAM investiert massiv in Industry 4.0-Technologien, um die Produktionseffizienz zu steigern und gleichzeitig die Qualität zu verbessern. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden bereits in der Qualitätskontrolle eingesetzt, um Defekte frühzeitig zu erkennen und die Ausschussrate zu minimieren.
Die freiwillige Anwendung der European Sustainability Reporting Standards unterstreicht die Vorreiterrolle von ams OSRAM in Sachen Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und will bis 2030 in den eigenen Betrieben klimaneutral werden. Bis 2050 soll die gesamte Wertschöpfungskette CO2-neutral sein.
Konkrete Maßnahmen umfassen den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien an allen Produktionsstandorten, die Optimierung der Energieeffizienz in der Fertigung und die Entwicklung nachhaltiger Produktdesigns. In Österreich bezieht ams OSRAM bereits 100% des Stroms aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich aus Wasserkraft und Windenergie. Das Unternehmen investiert auch in eigene Photovoltaikanlagen und plant den Aufbau eines unternehmensweiten Energiemanagement-Systems.
Neben den Umweltaspekten legt ams OSRAM großen Wert auf soziale Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat umfassende Programme zur Förderung der Diversität und Inklusion implementiert und strebt bis 2025 einen Frauenanteil von mindestens 30% in Führungspositionen an. Auch die Weiterbildung der Mitarbeiter steht im Fokus: Jeder Beschäftigte erhält jährlich mindestens 40 Stunden Fortbildung, um mit den rapid sich entwickelnden Technologien Schritt halten zu können.
ams OSRAM ist in verschiedenen Wachstumsmärkten tätig, die in den kommenden Jahren erhebliches Potenzial bieten. Der Automotive-Sektor steht vor einer Revolution durch Elektrifizierung und autonomes Fahren, was die Nachfrage nach hochentwickelten Sensoren und Lichtlösungen drastisch erhöhen wird. Experten prognostizieren, dass der globale Markt für Automotive-Sensoren bis 2030 auf über 50 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte.
Auch der Bereich Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) bietet enormes Wachstumspotenzial. ams OSRAM entwickelt spezialisierte Sensoren und Projektionslösungen für AR-Brillen und andere Wearables. Mit dem erwarteten Durchbruch von AR-Technologien in der Massenfertigung könnte sich hier ein völlig neuer Milliardenmarkt eröffnen.
Trotz der positiven Aussichten steht ams OSRAM vor verschiedenen Herausforderungen. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, beeinflussen die globalen Lieferketten und können zu Unsicherheiten führen. Auch die anhaltende Chipknappheit und steigende Rohstoffpreise stellen das Unternehmen vor Herausforderungen.
Der intensive Wettbewerb, besonders mit asiatischen Konkurrenten, erfordert kontinuierliche Innovationen und Investitionen in neue Technologien. ams OSRAM muss seine technologische Führerschaft behaupten und gleichzeitig kosteneffizient produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Erfolg von ams OSRAM trägt maßgeblich zur Stärkung Österreichs als Technologie-Standort bei. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung am Standort Premstätten und arbeitet eng mit österreichischen Universitäten wie der TU Graz, der TU Wien und der Johannes Kepler Universität Linz zusammen. Diese Kooperationen fördern den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Industrie und tragen zur Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte bei.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bietet Österreich ausgezeichnete Rahmenbedingungen für Technologieunternehmen. Die politische Stabilität, die hochqualifizierten Arbeitskräfte und die zentrale Lage in Europa machen das Land zu einem attraktiven Standort für internationale Konzerne. ams OSRAM fungiert dabei als Leuchtturmprojekt, das andere Technologieunternehmen nach Österreich lockt.
Für die österreichische Wirtschaftspolitik ist ams OSRAM ein wichtiger Partner bei der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie. Das Unternehmen unterstützt Initiative wie "Digital Austria" und trägt zur Positionierung Österreichs als führender Technologie-Standort in Europa bei. Die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung stärken die heimische Innovationskraft und schaffen hochwertige Arbeitsplätze.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 zeigt sich ams OSRAM verhalten optimistisch. Die Managementprognosen deuten auf eine weitere Stabilisierung der Geschäftsentwicklung hin, wobei verschiedene Faktoren die Performance beeinflussen werden. Die fortschreitende Elektrifizierung der Automobilindustrie und der Ausbau der 5G-Infrastruktur bieten erhebliche Wachstumschancen.
Besonders vielversprechend erscheint die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. ams OSRAM entwickelt spezialisierte Sensoren, die als "Augen" für KI-Systeme fungieren und deren Fähigkeiten zur Umgebungswahrnehmung drastisch verbessern. Mit dem erwarteten KI-Boom könnten sich hier völlig neue Märkte eröffnen.
Der Jahresbericht 2025 von ams OSRAM dokumentiert nicht nur ein erfolgreiches Geschäftsjahr, sondern auch die strategische Weichenstellung für die Zukunft. Die freiwillige Anwendung der European Sustainability Reporting Standards unterstreicht das Bekenntnis zu Transparenz und Nachhaltigkeit. Mit seiner einzigartigen Kombination aus österreichischer Präzision und internationaler Reichweite ist ams OSRAM optimal positioniert, um von den Megatrends der kommenden Jahre zu profitieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Technologiebranche zu leisten.