Österreichischer Aluminiumkonzern bewältigt schwieriges Marktumfeld mit operativer Stärke
Der oberösterreichische Aluminiumhersteller AMAG steigerte 2025 trotz handelspolitischer Belastungen den Umsatz auf 1,48 Mrd. Euro.
Die AMAG Austria Metall AG hat das Geschäftsjahr 2025 trotz eines herausfordernden Marktumfelds mit einer soliden Performance abgeschlossen. Der in Ranshofen ansässige österreichische Aluminiumkonzern steigerte seine Umsatzerlöse um 2,1 Prozent auf 1.478,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
"Das Umfeld war 2025 in vielerlei Hinsicht besonders anspruchsvoll", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Kaufmann. "Umso mehr sind wir auf die Resilienz unserer Organisation und auf die erreichten Ergebnisse stolz." Die operative Flexibilität, konsequentes Kostenmanagement und die strategische Elektrolysebeteiligung in Kanada hätten wesentlich zu den starken Finanzzahlen beigetragen.
Mit 417.600 Tonnen lag der Gesamtabsatz der AMAG-Gruppe um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 425.000 Tonnen. Dennoch konnte das Unternehmen den Umsatz steigern, da der um 7,4 Prozent höhere durchschnittliche Aluminiumpreis von 2.639 US-Dollar pro Tonne die negativen Mengeneffekte überkompensierte.
Das Unternehmen profitierte von seiner vielfältigen Aufstellung und hohen Flexibilität in der operativen Abwicklung. Allerdings wurde die Ertragslage durch ein verändertes und handelspolitisch beeinflusstes Wettbewerbsumfeld in relevanten Absatzmärkten negativ beeinflusst, was zu Margenrückgängen führte.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 23,5 Prozent auf 137,0 Millionen Euro zurück (2024: 179,2 Millionen Euro). Dies spiegelt die schwierigeren Marktbedingungen wider, insbesondere für den Hauptstandort Ranshofen.
Deutlich positiver entwickelte sich der Cashflow: Der operative Cashflow stieg um 41,3 Prozent auf 168,1 Millionen Euro, während der Free Cashflow sogar um 262,5 Prozent auf 115,3 Millionen Euro zulegte. Dies markiert einen neuen Höchststand seit der Börsennotierung des Unternehmens.
Im Segment Metall kompensierte der höhere Aluminiumpreis negative Einflüsse aus rückläufigen Prämienerlösen und geringeren Absatzmengen. Günstige Tonerdekosten unterstützten zusätzlich die Ergebnisentwicklung.
Das Segment Gießen steigerte zwar seine Produktivität in einem anhaltend herausfordernden Umfeld der europäischen Automobilindustrie, blieb aber durch erhöhte Preissensitivität und handelspolitische Einflüsse belastet.
Im Segment Walzen stabilisierten rasch umgesetzte Produktmixverschiebungen die Auslastung. Absatzschwächen im Transportsektor wurden durch Zuwächse in industriellen Anwendungen und im Verpackungsbereich kompensiert.
Die finanzielle Stabilität der AMAG-Gruppe blieb trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gewahrt. Die Eigenkapitalquote wurde auf 43,2 Prozent gesteigert (Ende 2024: 42,3 Prozent). Gleichzeitig konnte die Nettofinanzverschuldung von 382,3 Millionen Euro auf 321,0 Millionen Euro reduziert werden.
Der Verschuldungsgrad (Gearing-Ratio) verbesserte sich deutlich von 51,6 Prozent auf 44,8 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht das erfolgreiche Schuldenmanagement des Unternehmens.
Aufgrund der geringeren Erträge wird Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine reduzierte Dividende von 0,75 Euro je Aktie vorschlagen (2024: 1,20 Euro). Dies entspricht einer Dividendenrendite von 3,1 Prozent, bezogen auf den Jahresschlusskurs von 24,10 Euro. Die Hauptversammlung ist für den 16. April 2026 geplant.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet die AMAG-Gruppe weiterhin mit einem anspruchsvollen Umfeld. Handelspolitische Unsicherheiten, insbesondere die US-Zölle auf Aluminiumimporte, beeinflussen weiterhin die internationalen Warenströme und die Preisgestaltung.
Dennoch sieht das Management positive Signale im Markt. Aktuelle Wirtschaftsprognosen gehen von einer insgesamt verbesserten Industriekonjunktur aus. Weltweit wird für den Aluminiummarkt ein Bedarfsanstieg prognostiziert, wobei in Westeuropa eine verhaltene Nachfrage erwartet wird.
Im Segment Metall profitiert die kanadische Elektrolyse Alouette von attraktiven Aluminium- und Tonerdepreisen. Die Produktionsmenge soll 2026 steigen, wobei die Ergebnisentwicklung hauptsächlich von Preisentwicklungen und Wechselkursrelationen abhängen wird.
Das Segment Gießen bleibt von der europäischen Automobilindustrie abhängig und sieht aufgrund des angespannten Marktumfelds weiterhin Ergebnisdruck.
Im Segment Walzen ist trotz der Herausforderungen mit einer Steigerung der Absatzmenge zu rechnen. Kurzfristige Marktchancen sollen genutzt werden, um die Ergebnisqualität zu stärken.
Die AMAG Austria Metall AG mit Hauptsitz in Ranshofen ist ein führender österreichischer Anbieter von hochwertigen Aluminiumguss- und -walzprodukten. Die Produkte werden in verschiedensten Industrien eingesetzt, von der Flugzeug- und Automobilindustrie bis hin zu Sportartikeln und Verpackungen.
Das Unternehmen ist mit 20 Prozent an der kanadischen Elektrolyse Alouette beteiligt, wo hochwertiges Primäraluminium mit vorbildlicher Ökobilanz produziert wird. Zusätzlich fertigt AMAG components einbaufertige Metallteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie.
Die AMAG-Aktie ist im Freiverkehr verschiedener deutscher Börsen sowie im amtlichen Handel der Wiener Börse notiert und beschäftigt durchschnittlich 2.185 Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten.