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Aldi Süd revolutioniert Tierschutz: Erste Supermarktkette mit Garnelen-Betäubung bis 2035

8. April 2026 um 09:10
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Ein bahnbrechender Schritt im deutschen Einzelhandel: Aldi Süd kündigt als erster deutscher Supermarkt die flächendeckende Einführung der elektrischen Betäubung von Garnelen bis 2035 an.

Ein bahnbrechender Schritt im deutschen Einzelhandel: Aldi Süd kündigt als erster deutscher Supermarkt die flächendeckende Einführung der elektrischen Betäubung von Garnelen bis 2035 an.

Garnelen-Tierschutz: Deutschland holt auf zu europäischen Vorreitern

Die Ankündigung von Aldi Süd folgt einer monatelangen Kampagne der Tierschutzorganisation International Council for Animal Welfare (ICAW), die gemeinsam mit Influencer:innen öffentlich auf Missstände in der industriellen Garnelenproduktion aufmerksam machte. Ein Video auf Instagram erreichte nach Angaben des OTS über 400.000 Menschen.

Die neue Richtlinie sieht vor, dass bis 2035 alle Zuchtgarnelen in Europa, den USA und Australien vor der Schlachtung elektrisch betäubt werden müssen. Außerdem will Aldi Süd die sogenannte Augenstielablation bis 2030 verbieten. Aldi Süd ist damit laut OTS der erste deutsche Supermarkt, der einen konkreten Zeitplan für den Garnelen-Tierschutz veröffentlicht hat.

Was bedeutet elektrische Betäubung bei Garnelen?

Laut ICAW gilt elektrische Betäubung nach aktuellem Forschungsstand als die tierschutzgerechteste Schlachtmethode: Sie führt, richtig angewandt, innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit. In der industriellen Produktion werden Garnelen laut OTS häufig zur Schlachtung in Eiswasser getaucht, eine Methode, die sie oft nicht zuverlässig betäubt.

Garnelen: Deutschlands meist konsumiertes Tier bleibt unsichtbar

Rund 2,5 Milliarden Garnelen werden jährlich in Deutschland konsumiert, deutlich mehr als die rund 650 Millionen geschlachteten Hühner, heißt es im OTS. Trotz dieser Mengen wurden Garnelen laut OTS bislang weniger in der öffentlichen Tierschutzdebatte beachtet.

Internationale Anerkennung der Empfindungsfähigkeit

Das OTS berichtet, dass das Vereinigte Königreich und mehrere europäische Staaten Garnelen und andere Krebstiere bereits als empfindungsfähige Lebewesen rechtlich anerkannt haben.

Europäischer Vergleich: Deutschland als Schlusslicht

Im Vereinigten Königreich haben sich laut OTS alle elf großen Supermärkte - darunter Tesco, Sainsbury's, Waitrose und Marks & Spencer - öffentlich und mit konkretem Zeitplan zur Umstellung auf elektrische Betäubung verpflichtet. Auch in Frankreich und den Niederlanden haben erste Händler nachgezogen.

Mit dem Schritt von Aldi Süd erreicht diese Dynamik laut OTS nun den deutschen Markt. Ob Aldi Nord seine Standards entsprechend angleichen wird, ist bisher unklar. Im ICAW-Supermarkt-Ranking belegen deutsche Händler laut OTS weiterhin die hinteren Plätze.

Konkurrenz unter Druck: Wie reagieren andere deutsche Einzelhändler?

Bisher hat laut OTS keiner der genannten Händler - weder Rewe, noch Lidl, noch Edeka - ein vergleichbares zeitgebundenes Ziel gesetzt. Im OTS wird Jonas Becker, Direktor für Invertebraten-Tierschutz beim ICAW, mit den Worten zitiert: "Die Frage ist jetzt: Wann positionieren sich Rewe, Lidl und die anderen Mitbewerber?"

Vorgeschichte

Ende 2025 hatte das ICAW gemeinsam mit mehreren Influencer:innen eine Recherche zu Zuständen auf Garnelenfarmen in Asien und Lateinamerika veröffentlicht und sowohl Aldi Süd als auch Aldi Nord öffentlich aufgefordert, die Schlachtmethoden anzupassen. Das im OTS genannte Instagram-Video erreichte demnach über 400.000 Menschen in Deutschland.

Weiterführende Informationen

  • ICAW's Supermarkt-Ranking zum Garnelen-Tierschutz (Stand 10/2025): https://www.shrimp-welfare-report.org/
  • Die Aldi-Süd Verpflichtung im Wortlaut (Aldi South Group Fish and Seafood Factsheet, Seite 8): https://sustainability.aldisouthgroup.com/files/fish-and-seafood-factsheet

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