Die 185. Vollversammlung der AK Wien hat am 28. Mai nach der Rede von AK-Präsidentin Renate Anderl wichtige Beschlüsse gefasst und den Rechnungsabschluss 2025 angenommen. Anderl: „Bildung ...
Die 185. Vollversammlung der AK Wien hat am 28. Mai nach der Rede von AK-Präsidentin Renate Anderl wichtige Beschlüsse gefasst und den Rechnungsabschluss 2025 angenommen.
Die Versammlung nahm den Antrag „Bildung gestaltet Zukunft und Demokratie“ an. Anderl betonte: „Bildung ist ein enorm breites Feld und spielt in viele Lebens- und Arbeitsbereiche hinein. Bildung ist mehr als Lernen, als Ansammlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Für die AK ist Bildung auch ein wichtiger gesamtgesellschaftlicher Wert und die Grundvoraussetzung für eine lebendige, widerstandsfähige Demokratie.“
Sie nannte Faktoren, die Anpassungen in Bildungseinrichtungen nötig machen: demografischer Wandel, soziale Ungleichheiten, die Klimakrise, der Fachkräftebedarf und die Digitalisierung. Wichtig seien „gute Arbeitsbedingungen und faire Einkommen für die vielen Beschäftigten in diesen Bereichen“: „Bessere Arbeitsbedingungen schaffen bessere Lernbedingungen – so einfach ist das!“
Anderl ging außerdem auf die aktuellen Budgetverhandlungen und die Ungleichbehandlung von Teilzeitbeschäftigten ein. Zur Budgetlage sagte sie: „Es gibt wohl kein Budget auf der Welt, das alle Gruppen zufrieden stellt.“ Die AK werde das Budget nach Vorliegen analysieren; Anderl warnte: „Es fehlen wichtige Einnahmen und es werden Ausgaben in Bereichen gekürzt, die die breite Masse treffen werden – vieles davon wird die Frauen härter treffen.“
Zur Teilzeit berichtete Anderl von einer gestarteten AK-Kampagne mit großem Zuspruch und begrüßte, dass Arbeitsministerin Korinna Schumann einen Vorstoß „für einen Rechtsanspruch auf Stundenaufstockung bei regelmäßiger Mehrarbeit“ angekündigt habe.
Die Vollversammlung nahm unter anderem Anträge zu folgenden Themen an:
AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank legte den Rechnungsabschluss 2025 vor und sagte: „Die Zahlen zeigen einmal mehr: Die AK Wien ist finanziell solide aufgestellt. Das macht die umfassenden Leistungen für unsere Mitglieder möglich.“ Österreichweit hätten die AKs im vergangenen Jahr 948 Mio. Euro für ihre Mitglieder erreicht; Wien habe „mit über 165 Mio. Euro“ einen wesentlichen Teil dazu beigetragen.
Hruška-Frank betonte, die AK-Leistungen spiegelten Konjunktur, Arbeitsmarkt, globale Unsicherheiten und strukturelle Ungerechtigkeiten wider: „Die Bilanz spiegelt die angespannte wirtschaftliche Lage wider: steigender Arbeitsdruck, Personalabbau, Insolvenzen sowie fehlerhafte Entlohnung und Probleme im Konsumenten- und Mietrecht prägen die Beratung.“
Der Rechnungsabschluss 2025 erhielt ein uneingeschränkt positives Prüfungsurteil der Wirtschaftsprüfer, wurde vom Kontrollausschuss genehmigt und von der 185. Vollversammlung angenommen.
Das Wiener Arbeitnehmer:innenparlament besteht aus 180 Kammerrät:innen und tagt zwei Mal im Jahr. Weitere Informationen zur Vollversammlung sind verfügbar unter https://wien.arbeiterkammer.at/ueberuns/gremien/vollversammlung/index.html