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Arbeiterkammer/Arbeitslosigkeit/Arbeitsmarkt/Arbeit

AK Anderl: Arbeitgeber sollen bei Arbeitslosigkeit zahlen

1. Juni 2026
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Die Arbeiterkammer Wien fordert, Arbeitgeber stärker an den Kosten von Arbeitslosigkeit zu beteiligen und warnt vor den Folgen von Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik.

Die Arbeitsmarktlage bleibt weiterhin angespannt: Die Arbeitslosigkeit steigt, während sich die Einsparungen des vergangenen Jahres in der aktiven Arbeitsmarktpolitik bereits deutlich bemerkbar machen. So ist die Zahl der Schulungs-Teilnehmer:innen rückläufig, denn es stehen weniger Kurse – etwa im Bereich von Deutschkursen oder auch fachlichen Qualifizierungen – zur Verfügung.

Kosten, Zwischenparken und Forderungen der AK

„Gerade in Zeiten, in denen es auf dem Arbeitsmarkt schwierig ist, müssen wir die Chance nutzen und in zukunftsrelevante Ausbildungen investieren. Und es muss alles darangesetzt werden, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern“, betont AK-Präsidentin Renate Anderl.

Trotzdem werden im Rahmen der Budgetkonsolidierung immer wieder Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik diskutiert. „Das darf nicht zulasten der Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchenden gehen. Gerade im Bereich der Arbeitslosenversicherung müssen sich Arbeitgeber mehr beteiligen“, fordert Anderl.

Jährlich verursacht das sogenannte „Zwischenparken“ – also das kurzfristige Abstellen von Mitarbeitern beim AMS – bis zu 700 Mio. Euro. Die AK fordert, dass die Unternehmen, die diese Praxis nutzen, an den von ihnen verursachten Kosten beteiligt werden. „Für Arbeitslose ist das nämlich bereits jetzt der Fall. Sie erhalten bei Selbstkündigung für die ersten 4 Wochen kein Arbeitslosengeld. Hier braucht es jedenfalls mehr Fairness“, so Anderl.

Existenzsicherung, Notstandshilfe und Qualifizierung

Die Existenzsicherung für Arbeitsuchende ist ein weiteres zentrales Thema: Eine AK-Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommt. Besonders prekär ist die Lage für Menschen, die länger auf Arbeitssuche sind und Notstandshilfe beziehen. Die immer wieder in den Medien diskutierte Wiedereinführung der Partner:innen-Einkommensanrechnung in der Notstandshilfe würde diese Situation weiter verschärfen, sowie die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen einschränken und zudem einen hohen Verwaltungsaufwand beim AMS verursachen.

In vielen Bereichen des Arbeitsmarktes wird dringend nach qualifizierten Arbeitskräften gesucht. Hierfür wäre es wichtig, besonders junge Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund stärker zu unterstützen. „Flächendeckend gute Deutschkurse, Fachausbildungen und bessere Anerkennungsmöglichkeiten für mitgebrachte Qualifikationen sind notwendig, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Investitionen in Aus- und Weiterbildungen rechnen sich“, so Anderl.

  • Bis zu 700 Mio. Euro jährlich Kosten durch „Zwischenparken“
  • Arbeitslose erhalten bei Selbstkündigung für die ersten 4 Wochen kein Arbeitslosengeld
  • AK-Studie: Mehr als die Hälfte der Betroffenen kann mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen

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