Innovatives Solarprojekt in Oberösterreich kombiniert Energieproduktion mit Landwirtschaft
Die oekostrom AG nimmt in Höhnhart ein 7,8 MWp Agri-Photovoltaikkraftwerk in Betrieb, das 3.000 Haushalte versorgt und Landwirtschaft ermöglicht.
Ein weiterer Meilenstein für die Energiewende in Österreich: In Höhnhart im Bezirk Braunau hat die oekostrom AG ein innovatives Agri-Photovoltaikkraftwerk mit einer Leistung von 7,8 Megawattpeak (MWp) in Betrieb genommen. Das Besondere an diesem Projekt: Die Anlage kombiniert nachhaltige Energieerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung und ermöglicht damit eine doppelte Flächennutzung.
Das Kraftwerk in Herbstheim, einem Ortsteil von Höhnhart, steht exemplarisch für moderne Ansätze in der Solarenergie. Die Agri-Photovoltaikanlage ist am Rand eines bestehenden Industriegebiets positioniert und wird künftig rund 3.000 österreichische Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Dabei bleibt die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche vollständig erhalten.
Die innovative Flächenaufteilung sieht vor, dass die Hälfte des Areals weiterhin als Ackerland bewirtschaftet wird. Hier plant der örtliche Landwirt den Anbau von Hafer und in der Folge auch Soja. Die andere Hälfte wird als Grünland genutzt. Diese Kombination zeigt, wie Energieproduktion und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können, ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen.
Technisch setzt das Kraftwerk auf moderne, einachsig nachgeführte Solarmodule. Diese Technologie bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Zum einen erhöht die automatische Nachführung der Module den Energieertrag deutlich, da die Panels optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Zum anderen verbessert sich dadurch die zeitliche Anpassung der Energieproduktion an den tatsächlichen Verbrauch.
Das Projekt in Herbstheim ist Teil eines größeren Investitionsprogramms der oekostrom AG für regionale Solarstromproduktion. Bereits für das Jahr 2026 sind weitere 30 MW aus Agri-PV-Projekten geplant, die in Betrieb genommen werden sollen. Dies unterstreicht das Engagement des Unternehmens für den Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Projekt war die breite Unterstützung vor Ort. Die Umsetzung wurde von sieben Grundeigentümern und der Gemeinde Höhnhart gemeinsam getragen. "Dass dieses Projekt so geschlossen unterstützt wurde, zeigt die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit", erklärt Elisabeth Reinthaler, Teamleiterin Projektentwicklung PV-Kraftwerke bei der oekostrom AG.
Diese gemeinschaftliche Herangehensweise ist nicht nur für die Projektrealisierung wichtig, sondern spiegelt auch das wachsende Bewusstsein in der österreichischen Bevölkerung für die Notwendigkeit der Energiewende wider. Lokale Akteure werden zu wichtigen Partnern bei der Transformation des Energiesystems.
Die Menschen in Höhnhart profitieren nicht nur indirekt von der sauberen Energieproduktion vor ihrer Haustür. Das Unternehmen hat einen exklusiven, vergünstigten Kraftwerktarif für die örtliche Bevölkerung eingeführt. Damit können die Bürgerinnen und Bürger direkt am Erfolg des lokalen Energieprojekts teilhaben.
"Uns ist wichtig, dass Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger spürbar an den Projekten vor Ort teilhaben", betont Jan Häupler, Vorstandsmitglied der oekostrom AG. Diese Herangehensweise stärkt nicht nur die Akzeptanz für Erneuerbare-Energie-Projekte, sondern schafft auch konkrete wirtschaftliche Vorteile für die lokale Bevölkerung.
Für Oberösterreich markiert das Kraftwerk in Herbstheim einen wichtigen Schritt. Es handelt sich um das zweite Agri-PV-Kraftwerk der oekostrom AG in diesem Bundesland und gleichzeitig um das derzeit leistungsstärkste seiner Art in der Region. Dies positioniert Oberösterreich als Vorreiter bei innovativen Solarlösungen in Österreich.
Der Erfolg des Projekts zeigt sich bereits in der Nachfrage: In Burgkirchen, ebenfalls im Bezirk Braunau gelegen, befindet sich bereits das nächste Agri-PV-Projekt der oekostrom AG im Bau. Diese Anlage soll im April fertiggestellt werden und wird eine installierte Leistung von 2 MWp haben – ausreichend, um rund 600 Haushalte mit erneuerbarem Strom zu versorgen.
Das Konzept der Agri-Photovoltaik gewinnt in Österreich zunehmend an Bedeutung. Die Technologie ermöglicht es, knappe Flächenressourcen optimal zu nutzen, ohne dabei Kompromisse bei der Nahrungsmittelproduktion oder der Energiegewinnung eingehen zu müssen. Dies ist besonders in einem dicht besiedelten Land wie Österreich von großer Bedeutung.
Experten sehen in der Agri-PV eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Sie kann dazu beitragen, die ehrgeizigen Klimaziele Österreichs zu erreichen, ohne dabei die landwirtschaftliche Produktion zu beeinträchtigen. Das Projekt in Herbstheim könnte als Modell für weitere ähnliche Vorhaben in ganz Österreich dienen.
Neben den ökologischen Vorteilen bringt das Kraftwerk auch wirtschaftliche Impulse für die Region. Die Investition in lokale Infrastruktur schafft Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig positioniert sich die Gemeinde Höhnhart als innovativer Standort für erneuerbare Energien.
Die Pachteinnahmen für die Grundeigentümer und die reduzierten Stromkosten für die Bevölkerung sorgen dafür, dass die Vorteile des Projekts direkt in der Region bleiben. Dies stärkt die lokale Wirtschaft und schafft Anreize für weitere nachhaltige Investitionen.
Das Agri-PV-Kraftwerk Herbstheim leistet einen wichtigen Beitrag zu Österreichs Klimazielen. Mit einer Jahresproduktion, die den Bedarf von 3.000 Haushalten deckt, ersetzt die Anlage fossile Energieträger und reduziert damit den CO2-Ausstoß erheblich. Dies ist ein konkreter Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040, die sich Österreich zum Ziel gesetzt hat.
Die oekostrom AG plant bereits weitere Projekte dieser Art. Das Unternehmen sieht in der Agri-Photovoltaik einen wichtigen Baustein für die Energiezukunft Österreichs und will das Konzept in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Mit dem erfolgreichen Start in Herbstheim ist ein wichtiger Grundstein für diese Expansion gelegt.