Politik und Sozialpartner würdigen das Engagement für die Anliegen älterer Menschen
Im Parlament wurde das 50-jährige Bestehen des Österreichischen Seniorenrats mit Reden, Videobotschaften und einem Festvortrag gefeiert.
Der Österreichische Seniorenrat hat sein 50-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Parlament begangen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Sozialpartnerschaft würdigten in ihren Reden die Verdienste des Seniorenrats in der Vertretung der Interessen der älteren Generation.
In Einleitungs- und Schlussworten blickten die beiden Präsidentinnen Ingrid Korosec und Birgit Gerstorfer auf die Bedeutung von Politik und Interessenvertretung für Seniorinnen und Senioren. Videobotschaften von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker sowie Festreden von Sozialministerin Korinna Schumann, Staatssekretär Alexander Pröll und der Präsidentin der Bundesarbeitskammer Renate Anderl gehörten zum Programm; Markus Hengstschläger hielt einen Festvortrag. Die Moderation übernahm Heilwig Pflanzelter.
Die Veranstaltung im Parlament umfasste neben Eröffnungs- und Schlussworten der Präsidentinnen des Österreichischen Seniorenrats Videobotschaften und Festreden hochrangiger Repräsentantinnen und Repräsentanten. Genannt wurden Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker mit Videobotschaften, ferner Festreden von Korinna Schumann, Alexander Pröll und Renate Anderl.
Ein Festvortrag zum Thema "Zwischen Erfahrung und Fortschritt: Chancen und Visionen für eine Gesellschaft des langen Lebens" wurde von Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien, gehalten. Heilwig Pflanzelter moderierte die Veranstaltung.
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz betonte die Rolle des Parlaments „als Ort der Debatte und des Austauschs“ neben seinen Kernaufgaben der Gesetzwerdung und Gesetzgebung. Er sagte, eine Demokratie sei dann stark, "wenn sie die Erfahrungen Älterer ernst nimmt und ihre Stimme achtet" und stellte fest, dass der Seniorenrat die Interessen von über 2,5 Mio. Menschen vertrete.
Rosenkranz nannte Themen, in die sich der Seniorenrat einbringe, darunter Pensionen, Gesundheit, Teuerung, Pflege und Digitalisierung. Er sprach zudem von Interessensvertretung als Aufgabe, die "nicht bloß Forderung, sondern auch Verantwortung" bedeute, und beschrieb den Seniorenrat als "Stimme der Erfahrung, als Anwalt der Würde, als Partner der Politik und als Brücke zwischen den Generationen".
Die Präsidentin Ingrid Korosec erklärte, ein halbes Jahrhundert Seniorenrat bedeute Einsatz für "Respekt, Verlässlichkeit und Selbstbestimmung im Alter". Sie bezeichnete den Seniorenrat als "Stimme und ein Schutzschild für Seniorinnen und Senioren" sowie als "Brücke zwischen den Generationen".
Korosec sagte, in dieser Zeit habe sich "unglaublich viel" verändert und der Seniorenrat habe erreicht, dass die ältere Generation mitgestalte und nicht "über uns, sondern mit uns" geredet werde. Sie forderte, Altersdiskriminierung in allen Bereichen zu verhindern und betonte, dass ältere Menschen bei Veränderungen wie der Digitalisierung mitgestalten und eingebunden werden sollten.
Birgit Gerstorfer resümierte, Mitbestimmung müsse auch eingefordert werden. Sie nannte den demografischen Wandel eine Realität, die jetzt stattfinde, und bezeichnete Altersdiskriminierung als strukturelles und nicht individuelles Problem.
Gerstorfer sprach sich für die Gleichstellung des Seniorenrats mit den klassischen Sozialpartnern aus und sagte, nach 50 Jahren sei "die Zeit reif dafür, echte Sozialpartnerschaft zu leben". Sie wies darauf hin, dass ältere Menschen ein Drittel der österreichischen Bevölkerung bildeten und betonte, Entscheidungen über die Zukunft des Alterns würden zu oft ohne sie getroffen.
In seiner Videobotschaft sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen, mit seinem Engagement sichere der Seniorenrat die Rechte älterer Menschen, schütze sie vor Diskriminierung, schaffe Zugänge und ermögliche Mitsprache. Er nannte den Seniorenrat für viele Menschen eine "starke Stimme" und bedankte sich bei jenen, die sich mit Wissen und Empathie im Seniorenrat engagieren.
Van der Bellen sagte zudem: Österreich "sind wir alle, egal ob alt oder jung, ob Mann oder Frau, ob von hier oder dort".
Bundeskanzler Christian Stocker dankte für das jahrzehntelange Engagement des Seniorenrats und bezeichnete ihn als "starke und unverzichtbare Stimme". Er stellte fest, die ältere Generation habe Österreich aufgebaut, Wohlstand geschaffen und Verantwortung übernommen, und schrieb dieser Leistung Respekt und "konkrete politische Wertschätzung" zu.
Stocker betonte, als Bundesregierung stehe man vor der Aufgabe, neues Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, die öffentlichen Finanzen zu konsolidieren und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt zu sichern; dabei brauche es einen Dialog für Lösungen, die Leistung und Verantwortung anerkennen und die Interessen aller Generationen im Auge behalten.
Staatssekretär Alexander Pröll sagte, mit dem Jubiläum werde "die Erfahrung und Lebensleistung einer Generation gewürdigt, die Österreich aufgebaut, geprägt und erfolgreich gemacht hat". Er beschrieb den Seniorenrat als eine Institution, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführe und an gemeinsamen Lösungen arbeite.
Pröll betonte, der Seniorenrat sorge dafür, dass die Anliegen älterer Menschen sichtbar gemacht werden, und hielt den gemeinsamen Dialog zwischen Politik, Sozialpartnern und Seniorenrat für bedeutend.
Sozialministerin Korinna Schumann bezeichnete den Seniorenrat als "starke, verlässliche und respektierte Stimme" für ältere Menschen und als "unverzichtbaren Partner der Politik". Sie sagte, der Seniorenrat stehe für den österreichischen Weg des Dialogs und Ausgleichs und habe wesentlich zur Stabilität des Sozialstaats und des gesellschaftlichen Friedens beigetragen.
Schumann nannte die gesteigerte Lebenserwartung "Ausdruck eines großen gesellschaftlichen Erfolgs" und sagte, eine Gesellschaft des langen Lebens brauche einen starken Sozialstaat, dessen Errungenschaften gesichert und weiterentwickelt werden müssten.
Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer, nannte den Seniorenrat "die" Interessenvertretung für über 2,5 Millionen Seniorinnen und Senioren. Sie hob Bereiche wie Altern, Arbeiten, Gesundheit im Alter und finanzielle Absicherung als für die Arbeiterkammer zentral hervor.
Anderl sprach das Thema Pensionsantrittsalter an und betonte, es gelte, über gesunde und gute Arbeitsplätze zu reden, damit Menschen gesund bis zur Pension am Berufsleben teilnehmen können. Zudem müsse eine altersgerechte Infrastruktur von Gesundheitsversorgung bis zu öffentlichen Verkehrsmitteln "im Sinn der Teilhabe 'alle mitdenken'".
Markus Hengstschläger hielt den Festvortrag mit dem Titel "Zwischen Erfahrung und Fortschritt: Chancen und Visionen für eine Gesellschaft des langen Lebens". Er bezeichnete Seniorinnen und Senioren als wichtige Talente und nannte sie "die besten Talentscouts, die wir haben".
Hengstschläger sagte, Österreich sei bisher kein führendes Innovationsland. Er betonte, um die Anzahl der gesunden Jahre zu steigern, brauche es ein Bildungssystem, das Wissen von einer Generation in die nächste transferiert und junge Talente entdeckt. Zugleich nannte er Beispiele, was Technologien wie KI nicht könnten: sich "den Rest dazu zu denken", Informationslücken zu füllen, Abstraktion, Ethik und ein Weltverständnis.
Er sprach von einem "digitalen Humanismus" als Schnittstellenkompetenz zwischen Mensch und Maschine und bezeichnete ältere Menschen als "lebendiges Gedächtnis einer Gesellschaft". Hengstschläger wies auch auf das implizite Wissen hin, das nicht einfach aufgeschrieben werde, und betonte, dass je mehr vitale und gesunde Menschen es gebe, desto mehr implizites Wissen weitergegeben und junge Talente gefördert werden könnten.
Zum Jubiläum erschien eine Festschrift mit dem Titel "50 Jahre - Starke Stimme. Ein halbes Jahrhundert Österreichischer Seniorenrat". Der Grundstein für den Österreichischen Seniorenrat wurde laut Festschrift am 11. Juni 1976 gelegt.
Bis in die Mitte der 80er Jahre habe der Seniorenrat zwar noch kein allgemeines Begutachtungsrecht gehabt, sich aber bereits durch Erarbeitung von Informationen und Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben beteiligt. Mit einer Novelle zum Bundes-Seniorengesetz wurde der Österreichische Seniorenrat schließlich mit 1. April 2000 offiziell als gesetzliche Interessenvertretung verankert.
Seither ist der Seniorenrat den Kammern als sogenannter 5. Sozialpartner in allen Belangen, die Seniorinnen und Senioren betreffen, gleichgestellt. Aktuell wird der Seniorenrat als Dachverband von vier Säulen getragen: dem Pensionistenverband Österreichs, dem Österreichischen Seniorenbund, dem Österreichischen Seniorenring sowie vom ÖGB PensionistInnen. Beratend nehmen der Zentralverband der Pensionisten Österreichs sowie die Grünen SeniorInnen Österreichs an den Sitzungen teil.
Der Österreichische Seniorenrat ist laut Festschrift eine Interessenvertretung, die als Dachverband von vier Säulen organisiert ist und die Interessen von über 2,5 Millionen Seniorinnen und Senioren vertritt. Er ist seit 1. April 2000 als gesetzliche Interessenvertretung verankert und den Kammern als sogenannter 5. Sozialpartner gleichgestellt.
Im Text wird der Seniorenrat in Relation zu den klassischen Sozialpartnern genannt; Sozialpartner werden als Akteurinnen und Akteure verstanden, mit denen gemeinsame Lösungen erarbeitet werden. Gerstorfer sprach sich für die Gleichstellung des Seniorenrats mit den klassischen Sozialpartnern aus.
Die Festschrift "50 Jahre - Starke Stimme" fasst die Geschichte des Seniorenrats zusammen, nennt Gründungsdatum und beschreibt die Entwicklung von eingeschränkten Beteiligungsmöglichkeiten in den 80er Jahren bis zur gesetzlichen Verankerung im Jahr 2000.
Videobotschaften wurden im Rahmen der Veranstaltung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker gesendet. In solchen Beiträgen wurden Wertschätzung und Danksagungen an den Seniorenrat formuliert.
In den Reden wurden wiederholt Themen genannt, in die sich der Seniorenrat einbringt: Pensionen, Gesundheit, Teuerung, Pflege und Digitalisierung. Diese Bereiche wurden von verschiedenen Rednerinnen und Rednern als zentrale Diskussionsfelder genannt.
Weitere wiederkehrende Punkte waren die Wahrnehmung älterer Menschen als Kompetenzträger, die Bedeutung der Mitbestimmung sowie Hinweise auf eine altersgerechte Infrastruktur und gesunde Arbeitsplätze im Kontext von Pensionsantrittsalter und Lebensqualität im Alter.
Der Grundstein für den Österreichischen Seniorenrat wurde laut Festschrift am 11. Juni 1976 gelegt. Die Festschrift trägt den Titel "50 Jahre - Starke Stimme. Ein halbes Jahrhundert Österreichischer Seniorenrat".
Mit der Novelle zum Bundes-Seniorengesetz wurde der Österreichische Seniorenrat mit 1. April 2000 offiziell als gesetzliche Interessenvertretung verankert. Seither ist er den Kammern als sogenannter 5. Sozialpartner gleichgestellt.
Die Veranstaltung nannte Ingrid Korosec und Birgit Gerstorfer als Präsidentinnen des Österreichischen Seniorenrats, die gemeinsam einleitende und abschließende Worte hielten. Aktuell wird der Seniorenrat als Dachverband von vier Säulen getragen: Pensionistenverband Österreichs, Österreichischer Seniorenbund, Österreichischer Seniorenring und ÖGB PensionistInnen; beratend nehmen Zentralverband der Pensionisten Österreichs sowie die Grünen SeniorInnen Österreichs an den Sitzungen teil.
Videobotschaften kamen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker. Festreden hielten Korinna Schumann, Alexander Pröll und Renate Anderl; Markus Hengstschläger hielt einen Festvortrag. Walter Rosenkranz eröffnete die Veranstaltung.
Fotos der Veranstaltung sind laut Hinweis der Parlamentsdirektion in der Mediathek des Parlaments abrufbar; eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen ist ebenfalls im Webportal des Parlaments verzeichnet.
Quelle: Pressedienst der Parlamentsdirektion – Parlamentskorrespondenz.
Fotos: Fotos der Veranstaltung
Nachschau vergangener Veranstaltungen: Nachschau auf vergangene Veranstaltungen
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