Nicht nur auf den Feldern, auch auf Straßen, Güter- und Radwegen sind derzeit Landwirte unterwegs. Der ARBÖ gibt konkrete Sicherheitstipps.
Der ARBÖ erinnert an besondere Vorsicht gegenüber Traktor, Mähdrescher & Co.: langsame, breite Fahrzeuge, eingeschränkte Rundumsicht und „Bauernglatteis“ erhöhen das Unfallrisiko.
In der Hochsaison der Ernte sind nicht nur Landwirte auf den Feldern beschäftigt, sondern auch auf öffentlichen Straßen, Güter- und Radwegen unterwegs. Viele Autolenker sowie Motorrad- und Radfahrer unterschätzen oft die Gefahren, die von Traktoren, Mähdreschern und Co. ausgehen können. Durch die langsam fahrenden und teils sehr großen Fahrzeuge kommt es zu Verkehrsbehinderungen sowie zu Verschmutzungen auf den Fahrbahnen.
Der ARBÖ erklärt, worauf jetzt auf den Straßen besonders geachtet werden muss. In der Aussendung betont der Verband, dass Unfälle vermieden werden können, wenn alle Verkehrsteilnehmer geduldig und partnerschaftlich mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgehen. Technische Hinweise und Verhaltensregeln sollen demnach helfen, kritische Begegnungssituationen zu entschärfen.
Während der Erntezeit sind Landstraßen, Güterwege und auch Radwege vermehrt von landwirtschaftlichen Fahrzeugen wie Traktoren und Mähdreschern geprägt. Solche Maschinen fahren deutlich langsamer als der übrige Verkehr und können dadurch zu Behinderungen führen. Zudem entstehen Verschmutzungen durch Erde oder Erntereste, die auf den Asphalt gelangen und die Fahrbahnoberfläche beeinflussen können.
Die Präsenz dieser Fahrzeuge wirkt sich nicht nur auf den Verkehrsfluss aus, sondern verändert auch die Anforderungen an den Fahrstil anderer Verkehrsteilnehmer. Der ARBÖ weist deshalb darauf hin, dass besonders vorausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit und Abstandhalten erforderlich sind, wenn landwirtschaftliche Gefährte unterwegs sind.
Gerhard Graner, technischer Leiter des ARBÖ Burgenland, hebt in der Aussendung mehrere Risiken hervor: „Kfz-Lenker sowie Radfahrer sollten aktuell besonders vorsichtig sein, wenn sie landwirtschaftlichen Gefährten auf Landstraßen, Güter- oder Radwegen begegnen. Die großen, schweren Maschinen sind nicht nur deutlich langsamer als der übrige Verkehr, sondern im Falle einer Kollision aufgrund ihrer Masse und Bauweise auch gefährliche Unfallgegner.“
Der ARBÖ nennt dabei Überbreiten und Längen der Maschinen, eingeschränkte Rundumsicht der Fahrer, häufiges und teilweise unerwartetes Abbiegen auf unbefestigte Wege sowie den großen Wendekreis als zentrale Gefährdungsfaktoren. Auch die Verschmutzung der Fahrbahn durch Erde oder Erntereste kann die Fahrbedingungen verschlechtern.
Überbreite: Häufig wird vergessen, dass Traktorgespanne und Mähdrescher länger und breiter sind als gewöhnliche Fahrzeuge. Mit ihrer Überbreite nehmen Erntemaschinen oft mehr als die Hälfte der Fahrbahn ein; Längen von über zehn Metern sind keine Seltenheit. Das bedeutet für nachfolgende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer eingeschränkte Überholmöglichkeiten und veränderte Sichtverhältnisse.
Wendekreis: Wegen ihres großen Wendekreises müssen landwirtschaftliche Fahrzeuge beim Abbiegen oft ausholen, also weit in die Gegenfahrbahn hineinragen oder die Fahrbahnmitte kreuzen. Ist am Heck ein langer Pflug oder anderes Gerät montiert, schert das Fahrzeug beim Abbiegen zusätzlich aus und benötigt die gesamte Fahrbahnbreite. Solche Manöver erfordern von nachfolgenden Fahrzeugen ausreichend Abstand und Aufmerksamkeit.
Rundumsicht: An vielen Nutzfahrzeugen fehlt den Fahrern die nötige Rundumsicht, sodass andere Verkehrsteilnehmer erst sehr spät wahrgenommen werden. Diese eingeschränkte Sicht erhöht das Risiko, dass nachfolgende oder entgegenkommende Verkehrsteilnehmer unerwartet in gefährliche Situationen geraten, etwa wenn die Maschine plötzlich abbiegt oder auf Feldzufahrten einfährt.
„Bauernglatteis“: Unter diesem Begriff versteht der ARBÖ eine Sommergefahr, die entsteht, wenn Erdklumpen oder Erntereste von landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf den Asphalt fallen. Kommt noch Feuchtigkeit durch Regen hinzu, kann die Fahrbahn zur Rutschbahn werden. Graner warnt: „Fallen Erdklumpen oder Erntereste von landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf den Asphalt und kommt noch Feuchtigkeit durch Regen hinzu, kann die Fahrbahn zur Rutschbahn werden, was besonders für Motorrad- und Radfahrer ein großes Problem ist und die Sturzgefahr massiv erhöht.“
Der ARBÖ hat mehrere praktische Hinweise zusammengestellt, die das Verhalten von Pkw-Lenkern, Motorradfahrern und Radfahrern im Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen betreffen:
Diese Regeln umfassen einerseits allgemeine Verhaltensprinzipien wie Abstand und Geduld, andererseits konkrete technische Aspekte wie die Beachtung der Überbreite und der eingeschränkten Beschleunigungsmöglichkeiten der Maschinen. Der ARBÖ betont, dass Überholvorgänge nur auf breiten, gut einsehbaren und sauberen Strecken erfolgen sollten, um Gefährdungen für Überholenden, Überholten und den Gegenverkehr zu vermeiden.
Graner ergänzt: „Nachfolgende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmende müssen in solchen Situationen ausreichend Abstand halten, gegebenenfalls anhalten, und überholt werden sollte nur auf gut einsehbaren und breiten Strecken.“ Diese Empfehlung zielt laut Aussendung darauf ab, kritische Begegnungen mit Erntemaschinen zu entschärfen.
Die Hinweise des ARBÖ beruhen auf mechanischen und verkehrsbedingten Eigenschaften landwirtschaftlicher Maschinen: eingeschränkte Sicht, lange Baulängen, Überbreiten und ein anderer Fahrrhythmus als beim Pkw-Verkehr. Diese Kombination kann zu gefährlichen Begegnungssituationen führen, wenn andere Verkehrsteilnehmer die Besonderheiten der Erntemaschinen nicht berücksichtigen.
Zusätzlich kann die Verschmutzung der Fahrbahn durch Erde und Erntereste das Sturzrisiko für Motorrad- und Radfahrer erhöhen, besonders wenn Regen hinzukommt und „Bauernglatteis“ entsteht. Aus diesem Grund nennt der ARBÖ vorausschauende Fahrweise, angepasste Geschwindigkeit und Abstand als zentrale Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit in der Erntesaison zu unterstützen.
Traktoren und Mähdrescher fahren in der Regel deutlich langsamer als der übrige Verkehr und können durch ihre Masse und Bauweise im Falle einer Kollision gefährliche Unfallgegner sein. Hinzu kommen Überbreiten und Längen, die das Überholen erschweren und den Verkehrsfluss verändern. Deshalb empfiehlt der ARBÖ erhöhte Vorsicht und angepasste Geschwindigkeit bei Begegnungen mit diesen Fahrzeugen.
Weil bei vielen Nutzfahrzeugen die Rundumsicht fehlt, nehmen Fahrer andere Verkehrsteilnehmer erst spät wahr. Das ist problematisch, wenn die Maschine plötzlich abbiegt oder auf Feldzufahrten einfährt, da nachfolgende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer dann weniger Zeit zum Reagieren haben. Der ARBÖ rät deshalb zu erhöhtem Abstand und Aufmerksamkeit.
„Bauernglatteis“ beschreibt die rutschige Situation, die entsteht, wenn Erde oder Erntereste auf den Asphalt gelangen und mit Feuchtigkeit reagieren. Der ARBÖ hebt hervor, dass dies besonders für Motorrad- und Radfahrer ein großes Problem ist, weil die Sturzgefahr dadurch massiv erhöht werden kann. Die Aussendung verweist darauf, in solchen Bereichen die Geschwindigkeit zu reduzieren und besondere Vorsicht walten zu lassen.
Der ARBÖ empfiehlt, riskante Überholmanöver zu unterlassen. Überholt werden sollte nur, wenn ausreichend Platz vorhanden ist und die Strecke gut einsehbar sowie sauber ist. Andernfalls können Überholvorgänge sowohl für den Überholenden als auch für den Überholten und den Gegenverkehr gefährlich sein.
Nachfolgende Verkehrsteilnehmer sollen ausreichend Abstand halten und gegebenenfalls anhalten, wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge abbiegen oder ausladen. Das Ausholen beim Abbiegen oder das Ausscheren durch hinten montierte Arbeitsgeräte kann die gesamte Fahrbahnbreite beanspruchen, weshalb Rücksichtnahme und Geduld gemäß ARBÖ wichtig sind.
Der ARBÖ betont in seiner Aussendung, dass Geduld und partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr dazu beitragen können, Unfälle zu vermeiden. Das schließt vorausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit für mögliche Fahrbahnverschmutzungen ein. Solche Verhaltensweisen werden als zentrale Empfehlungen für die Erntesaison genannt.
Quelle: ARBÖ (Aussendung „ARBÖ: Sommerzeit ist Erntezeit“)
ARBÖ Pressedienst
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