Johanna-Tunnel und Franz-Josefs-Bahn gleichzeitig in Modernisierung
Im Sommer 2026 laufen in Klosterneuburg zwei große Infrastrukturprojekte parallel: Der Johanna-Tunnel wird saniert, während die Franz-Josefs-Bahn zwischen Kritzendorf und St. Andrä-Wördern modernisiert wird.
In Klosterneuburg stehen im Sommer 2026 zwei große Infrastrukturarbeiten parallel an: Der Johanna-Tunnel im Zuge der B 14 Umfahrungsstraße wird saniert, gleichzeitig modernisieren die ÖBB die Franz-Josefs-Bahn zwischen Kritzendorf und St. Andrä-Wördern. Land Niederösterreich und ÖBB legen die Hauptarbeiten bewusst in die Ferien- und Urlaubszeit, um Pendlerinnen und Pendler weniger stark zu belasten als während des Schulbetriebs.
Die Maßnahmen betreffen Straße und Schiene zugleich. Im Tunnel werden Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen erneuert, auf der Bahnstrecke werden unter anderem Oberbau, Gleisanlagen und Entwässerungen modernisiert. Für die Region bedeutet das Wochen mit Sperren, Umleitungen, Schienenersatzverkehr und geänderten Halten. Langfristig sollen Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur steigen.
Der Johanna-Tunnel liegt an der B 14 Umfahrungsstraße Klosterneuburg. Nach Angaben des Landes Niederösterreich ist eine Generalsanierung der elektromaschinellen Ausstattung erforderlich. Videoüberwachung, Beleuchtung, Notrufeinrichtungen und Leittechnik werden erneuert. Zusätzlich wird der Tunnel mit Lärmschutzpaneelen ausgekleidet, um die Lärmbelastung zu verringern. Das Land investiert dafür rund 1,4 Millionen Euro.
Für die Straßen- und Tunnelarbeiten wird die gesamte Umfahrung Klosterneuburg im Juli 2026 für drei Wochen komplett gesperrt. Danach bleibt ein Teilabschnitt von der Tieflage Kreisverkehr bis zur Einmündung Niedermarkt noch bis Mitte August gesperrt. Für Durchzugsverkehr ist eine großräumige Umleitung ab Höhe Tulln beziehungsweise über S 5 und A 22 vorgesehen. Lokaler Verkehr wird im Stadtgebiet über Hauptplatz und Niedermarkt geführt.
Die ÖBB modernisieren parallel die Franz-Josefs-Bahn zwischen Kritzendorf und St. Andrä-Wördern. Laut Land Niederösterreich und ÖBB werden Oberbau, Gleisanlagen und Entwässerungen erneuert. Im Bahnhof St. Andrä-Wördern werden Kabeltröge erneuert; außerdem entsteht dort eine Lärmschutzwand zum Schutz der Anrainerinnen und Anrainer. Die Hauptarbeiten laufen im Juli und August, Vorarbeiten beginnen bereits im Mai, Restarbeiten sollen bis 19. September 2026 dauern.
Während der Gleisarbeiten von 4. Juli 2026, 2 Uhr, bis 7. September 2026, 2 Uhr, ist die Bahnstrecke zwischen Kritzendorf und St. Andrä-Wördern nur eingeschränkt verfügbar. Die REX-Züge REX4 und REX41 passieren die Baustelle auf einem Gleis, während auf dem zweiten Gleis gearbeitet wird. Zusätzlich halten während der Bauzeit drei REX-Züge pro Stunde und Richtung in Klosterneuburg-Kierling und St. Andrä-Wördern.
Die S40 verkehrt laut Projektinformation zwischen Wien und Klosterneuburg-Weidling sowie wieder ab Tulln an der Donau. Zwischen Klosterneuburg-Weidling und Tulln entfallen S40-Züge; dort fährt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Klosterneuburg-Kierling und Tulln an der Donau und bedient die Stationen der Linie S40. Die Linie R40 fällt im gesamten Zeitraum vollständig aus.
Ausgewählte REX-Züge halten während der Bauzeit zusätzlich an Stationen wie Klosterneuburg-Kierling, St. Andrä-Wördern, Zeiselmauer-Königstetten, Muckendorf-Wipfing und Langenlebarn. Die Verbindung zwischen Klosterneuburg-Kierling und Klosterneuburg-Weidling wird durch Regionalbuslinien, unter anderem die Linie 400, sichergestellt. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste empfehlen die ÖBB eine rechtzeitige Abstimmung mit dem Kundenservice.
Auf den ersten Blick wirkt die gleichzeitige Baustelle an Straße und Schiene riskant, weil beide Verkehrswege Alternativen füreinander sind. Die Projektpartner begründen die Bündelung mit der Ferienzeit und der Abstimmung der Ersatzangebote. Wenn beide Maßnahmen getrennt über längere Zeiträume liefen, hätte die Region möglicherweise zwei Sommer oder mehrere Pendlerphasen mit größeren Einschränkungen. Die konzentrierte Umsetzung soll die Dauer der Gesamtbelastung begrenzen.
Der Nachteil bleibt: In Klosterneuburg ist während der Bauphase mit Staus, längeren Wegen und Lärm- beziehungsweise Staubentwicklung zu rechnen. Besonders zwischen Ferienbeginn und Mitte August 2026 erwarten die Projektpartner erhöhtes Verkehrsaufkommen. Wer kann, sollte in dieser Zeit Fahrten bündeln, den öffentlichen Verkehr mit den geänderten Halten nutzen oder auf Routeninformationen achten.
Die wichtigsten Punkte sind Zeitplanung und aktuelle Information. Wer die B 14 Umfahrung nutzt, muss sich im Juli auf eine Vollsperre und danach auf Teilabschnitte mit Sperren einstellen. Wer mit der Bahn fährt, sollte prüfen, ob die eigene Verbindung von S40-Ausfällen, R40-Ausfall, Schienenersatzverkehr oder zusätzlichen REX-Halten betroffen ist. Fahrpläne können sich während Bauphasen ändern, besonders bei Ersatzbussen und regionalen Anschlüssen.
Für die Region kann die Baustelle trotz Belastung langfristig sinnvoll sein. Der Tunnel erhält moderne Sicherheits- und Leittechnik, die Bahnstrecke wird baulich verbessert, und zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen kommen Anrainerinnen und Anrainern zugute. Damit sind die Arbeiten nicht nur eine Reparatur, sondern eine Modernisierung zweier zentraler Verkehrsachsen.
Die gesamte Umfahrung Klosterneuburg wird im Juli 2026 für drei Wochen gesperrt. Danach bleibt ein Teilabschnitt bis Mitte August 2026 gesperrt.
Zwischen Klosterneuburg-Weidling und Tulln entfallen S40-Züge. Auf diesem Abschnitt wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Zusätzliche REX-Halte sollen während der Bauzeit direkte Verbindungen nach Wien sichern und Staus durch die Tunnelbaustelle abfedern.
Die Herausforderung liegt weniger in einem einzelnen technischen Detail als in der Koordination. Wenn Tunnel und Bahnstrecke gleichzeitig betroffen sind, müssen Ersatzverkehr, REX-Halte, lokale Buslinien, Straßenumleitungen und Baustellenkommunikation zusammenpassen. Schon kleine Verzögerungen können sonst große Auswirkungen haben: Ein verspäteter Ersatzbus, eine überlastete Umleitungsroute oder unklare Information kann Pendlerketten unterbrechen.
Für die Projektpartner ist transparente Information deshalb fast so wichtig wie die Bauausführung. Fahrgäste müssen wissen, welche Linien ausfallen, wo Ersatzbusse halten und welche REX-Züge zusätzlich stoppen. Autofahrer brauchen früh klare Hinweise zu Sperren, Umleitungsbeginn und lokaler Verkehrsführung. Anrainer wiederum müssen einschätzen können, wann Lärm, Nachtarbeiten oder Staub zu erwarten sind. Die offizielle Kommunikation kündigt an, dass nähere Informationen rechtzeitig vor Baubeginn folgen sollen.
Solche Baumaßnahmen sind unpopulär, solange sie laufen. Ihr Wert zeigt sich meist erst später: Tunneltechnik funktioniert zuverlässiger, Lärmschutz wird verbessert, Gleisanlagen und Entwässerungen sind erneuert, und die Bahnstrecke bleibt für den Regionalverkehr belastbar. Für Klosterneuburg ist das besonders relevant, weil die Stadt zwischen Wien, Tulln und Wienerwald liegt und sowohl Straßen- als auch Bahnverbindungen stark genutzt werden.
Für die Stadt ist besonders wichtig, dass Straße und Bahn nicht getrennt gedacht werden. Wer wegen Straßensperren auf die Bahn umsteigen möchte, braucht verlässliche Halte und verständliche Ersatzangebote. Umgekehrt müssen Bahnfahrgäste bei Ersatzbussen wissen, welche Straßenabschnitte selbst belastet sind.
Die eigentliche Bewährungsprobe wird deshalb nicht nur der Baustart, sondern die laufende Information während der Bauphase sein.