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Vorarlberg bleibt beim Heizungstausch Schlusslicht

Westösterreich setzt weiter auf fossile Brennstoffe - Millionenverluste durch Öl und Gas

8. April 2026 um 08:42
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Während die Steiermark beim Umstieg auf Pelletheizungen führt, hinkt Vorarlberg deutlich hinterher. 30.000 Haushalte verbrennen 72 Millionen Euro.

Österreich zeigt beim Heizungstausch ein deutliches Ost-West-Gefälle: Während ostösterreichische Bundesländer verstärkt auf nachhaltige Heizsysteme setzen, bleiben Vorarlberg, Tirol und Salzburg bei fossilen Brennstoffen. Eine aktuelle Analyse von proPellets Austria offenbart dramatische Unterschiede zwischen den Regionen.

Steiermark führt, Vorarlberg bildet Schlusslicht

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In der Steiermark wurden im vergangenen Jahr pro 1.000 Haushalte 7,4 neue Pelletheizungen installiert. Vorarlberg hingegen erreichte nur 0,84 neue Anlagen pro 1.000 Haushalte – ein Wert, der nur noch von Wien unterboten wird. Tirol landet mit 2,9 neuen Pelletheizungen pro 1.000 Haushalte auf dem vorletzten Platz, gefolgt von Salzburg mit 3,2.

"Es ist unverständlich, dass so viele Haushalte in Westösterreich nach wie vor viele Millionen mit Öl- und Gasheizungen 'verbrennen', statt auf nachhaltige Energie aus Österreich zu setzen", kritisiert Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. Die Expertin verweist auf die enormen Kosteneinsparungen: "Bei den aktuellen Preisen spart ein Haushalt, der von Öl auf Pellets umsteigt, mehr als 2.400 Euro – das ist ein ganzes Netto-Monatsgehalt."

Millionenschwere Verluste durch fossile Heizungen

Die finanziellen Auswirkungen der unterschiedlichen Heizstrategien sind beträchtlich. Die 4.200 steirischen Haushalte, die im Vorjahr auf Pellets umgestiegen sind, sparen auf Basis der aktuellen Preise mehr als zehn Millionen Euro im Vergleich zu Heizöl.

Auf der anderen Seite der Bilanz stehen die 30.000 Vorarlberger Haushalte, die weiterhin mit Öl oder Gas heizen. Sie "verbrennen" damit fürs Heizen in Summe 72 Millionen Euro mehr als mit einer effizienten Pelletheizung. Diese Summe verdeutlicht das enorme Einsparpotenzial, das in Westösterreich noch ungenutzt bleibt.

Warum bleibt Westösterreich bei fossilen Brennstoffen?

Die Gründe für die zögerliche Umstellung in Westösterreich sind vielfältig. Einerseits spielen traditionelle Heizgewohnheiten eine Rolle, andererseits könnten auch die unterschiedlichen regionalen Förderlandschaften und die Verfügbarkeit von Installateuren Einfluss haben. Trotz bundesweiter Förderungen für den Heizungstausch scheinen diese Anreize in manchen Regionen weniger zu wirken als in anderen.

Österreichweite Entwicklung positiv

Trotz der regionalen Unterschiede zeigt sich österreichweit ein positiver Trend: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 18.032 neue Pelletheizungen installiert. Diese Zahl unterstreicht das wachsende Bewusstsein für nachhaltige Heizsysteme und die Abkehr von fossilen Brennstoffen.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in der Steiermark, die als Vorreiter beim Heizungstausch gilt. Das Bundesland profitiert nicht nur von geringeren Heizkosten, sondern positioniert sich auch als Vorbild für andere Regionen.

Massive CO2-Einsparungen durch Pelletheizungen

Neben den finanziellen Vorteilen bringen Pelletheizungen auch erhebliche Umweltvorteile mit sich. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Steiermark spart eine Pelletheizung über den gesamten Lebenszyklus – also Herstellung, Betrieb und Entsorgung – 197 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer Ölheizung.

Hochgerechnet bedeuten die 18.032 im Vorjahr neu installierten Pelletheizungen für die kommenden 20 Jahre eine CO2-Einsparung von 3,5 Millionen Tonnen. Diese beeindruckende Zahl unterstreicht den wichtigen Beitrag von Pelletheizungen zum Klimaschutz und zur Erreichung der österreichischen Klimaziele.

Pellets als regionaler Energieträger

Ein weiterer Vorteil von Pelletheizungen liegt in der regionalen Wertschöpfung. Während Öl und Gas importiert werden müssen, stammen Holzpellets größtenteils aus österreichischen Wäldern. Dies stärkt nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von internationalen Energiemärkten und deren Preisschwankungen.

Ausblick und Potenziale

Die aktuellen Zahlen zeigen sowohl die Erfolge als auch die ungenutzten Potenziale beim Heizungstausch in Österreich. Während einige Bundesländer bereits erfolgreich den Weg in Richtung nachhaltiger Heizsysteme eingeschlagen haben, besteht insbesondere in Westösterreich noch erheblicher Nachholbedarf.

Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für den Heizungstausch weiter zu verbessern und regionale Unterschiede anzugehen. Gleichzeitig müssen Haushalte über die finanziellen und ökologischen Vorteile von Pelletheizungen besser informiert werden.

Mit Blick auf die Klimaziele und die steigenden Energiekosten wird der Druck auf fossile Heizungen weiter zunehmen. Die Bundesländer, die bereits heute auf nachhaltige Heizsysteme setzen, werden langfristig sowohl ökonomisch als auch ökologisch profitieren. Für Westösterreich bedeutet dies eine klare Aufforderung, beim Heizungstausch nachzuziehen und die Millionenverluste durch fossile Brennstoffe zu stoppen.

Schlagworte

#Heizung#Pellets#Klimaschutz#Vorarlberg#Steiermark#Energiewende

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