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151 Goldmedaillen für Niederösterreichs Direktvermarkter

6. März 2026 um 13:31
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Die AB HOF-Messe in Wieselburg hat sich erneut als wichtigster Gradmesser für die Qualität österreichischer Direktvermarktung etabliert. Von heute bis Montag präsentieren sich die besten regionalen

Die AB HOF-Messe in Wieselburg hat sich erneut als wichtigster Gradmesser für die Qualität österreichischer Direktvermarktung etabliert. Von heute bis Montag präsentieren sich die besten regionalen Produzenten in der traditionsreichen Messestadt, und die Ergebnisse der diesjährigen Produktprämierungen übertreffen alle Erwartungen: 151 Goldmedaillen gingen an 60 „So schmeckt Niederösterreich"-Partnerbetriebe, die damit ihre Spitzenstellung in der österreichischen Direktvermarktungslandschaft eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Rekordergebnis nach drei Jahrzehnten Tradition

Die AB HOF-Produktprämierungen feiern heuer ihr 30-jähriges Jubiläum und haben sich in dieser Zeit zu einem der wichtigsten Qualitätswettbewerbe für bäuerliche Direktvermarkter entwickelt. Was 1994 als kleine Initiative begann, um regionalen Produzenten eine Plattform zu bieten, ist heute zu einem österreichweiten Maßstab für Qualität und handwerkliches Können geworden. Die acht verschiedenen Kategorien - Das goldene Stamperl, Die goldene Birne, Speck-Kaiser, Brot-Kaiser, Öl-Kaiser, Das goldene Blunz'nkranzl, Pasta-Kaiser und Fisch-Kaiser - decken dabei das gesamte Spektrum der bäuerlichen Direktvermarktung ab.

Insgesamt wurden 3.834 Produkte von 964 Teilnehmern zur Bewertung eingereicht, was einen neuen Rekord in der Geschichte der Messe darstellt. Diese beeindruckende Teilnehmerzahl zeigt nicht nur das gestiegene Interesse an regionaler Qualität, sondern auch die professionelle Entwicklung der Direktvermarktungsbranche. Jedes eingereichte Produkt wird dabei von einer Fachjury nach strengen Kriterien bewertet, wobei Geschmack, Qualität, Verpackung und Innovation gleichermaßen berücksichtigt werden.

Waldviertler Destillerie erobert die Spitzenposition

Den absoluten Höhepunkt der diesjährigen Prämierungen bildete die Auszeichnung der Destillerie Weidenauer aus Kottes im Waldviertel als "Produzent des Jahres". Diese österreichweit verliehene höchste Auszeichnung würdigt nicht nur die außergewöhnliche Qualität der Produkte, sondern auch die innovative Herangehensweise und das nachhaltige Wirtschaften des Betriebs.

Die Destillerie Weidenauer steht exemplarisch für die Verbindung von Tradition und Innovation, die moderne Direktvermarktung auszeichnet. Die Verwendung handverlesener Rohware und deren sorgfältige Aufbereitung garantieren höchste Qualität und absolute Reinheit der Destillate. Besonders bemerkenswert ist die nachhaltige Ausrichtung des Betriebs: Da in der Region die Forstwirtschaft einen dominierenden Betriebszweig darstellt, erfolgt die Befeuerung der Destillerie ausschließlich mit regionalem Holz - ein perfektes Beispiel für geschlossene Kreisläufe in der Landwirtschaft.

Handwerk trifft Innovation

Die Erfolgsgeschichte der Destillerie Weidenauer zeigt, wie wichtig die persönliche Handschrift des Produzenten für das Endprodukt ist. In jedem Destillat kommt die individuelle Expertise des Brenners zur Geltung, kombiniert mit einer experimentierfreudigen Herangehensweise und dem tiefen Verständnis für natürliche Prozesse. Diese Philosophie des "mit und von der Natur leben" spiegelt sich nicht nur in der Qualität der Produkte wider, sondern auch in der nachhaltigen Betriebsführung.

Niederösterreichs Rolle in der österreichischen Direktvermarktung

Die 151 Goldmedaillen für niederösterreichische Betriebe unterstreichen die führende Position des Bundeslandes in der österreichischen Direktvermarktungslandschaft. Unter diesen Auszeichnungen befanden sich 20 Siegerprodukte, die mit dem Titel "Kaiser" die höchstmögliche Bewertung erhielten. Diese Erfolgsrate von über 25 Prozent bei den Spitzenauszeichnungen zeigt die außergewöhnliche Qualität niederösterreichischer Direktvermarkter.

Die Initiative "So schmeckt Niederösterreich" hat sich seit ihrer Gründung zu einem wichtigen Motor für die Entwicklung der regionalen Direktvermarktung entwickelt. Mit mittlerweile über 600 Partnerbetrieben schafft sie ein Netzwerk, das von kleinen Familienbetrieben bis hin zu größeren Verarbeitungsunternehmen reicht. Diese Vielfalt ermöglicht es Konsumenten, nahezu alle Lebensmittelkategorien in regionaler Qualität zu erhalten.

Wirtschaftliche Bedeutung der Direktvermarktung

Die Bedeutung der Direktvermarktung für die niederösterreichische Landwirtschaft lässt sich an konkreten Zahlen ablesen: Bei jedem dritten Betrieb in Niederösterreich können Konsumenten mittlerweile direkt ab Hof einkaufen. Diese Entwicklung hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Betriebe, sondern trägt auch zur Versorgungssicherheit bei und macht die Region unabhängiger von globalen Lieferketten.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betonte die volkswirtschaftliche Dimension dieser Entwicklung: "Die Ab-Hof Messe zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich unsere bäuerlichen Familienbetriebe Tradition und Innovation leben. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt an hochwertigen Produkten, das handwerkliche Können und die große Leidenschaft unserer Bäuerinnen und Bauern."

Versorgungssicherheit durch regionale Strukturen

Die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen haben die Bedeutung regionaler Versorgungsstrukturen noch verstärkt. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf unterstrich bei den Prämierungen die strategische Wichtigkeit der bäuerlichen Betriebe: "Unsere bäuerlichen Betriebe sind extrem wichtig für die Versorgungssicherheit, gerade in unsicheren Zeiten. Der Handel stellt zwar Regale auf, aber die Bauern füllen sie."

Diese Aussage gewinnt vor dem Hintergrund der jüngsten Krisen - von der COVID-19-Pandemie über Lieferkettenprobleme bis hin zu geopolitischen Spannungen - besondere Relevanz. Regionale Direktvermarkter haben sich während dieser Zeit als besonders resilient erwiesen und konnten ihre Kunden kontinuierlich mit hochwertigen Produkten versorgen.

Auswirkungen auf die Konsumgewohnheiten

Die gestiegene Nachfrage nach regionalen Produkten spiegelt einen grundlegenden Wandel in den Konsumgewohnheiten wider. Verbraucher achten zunehmend auf Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Lebensmittel. Die Direktvermarktung bietet hier einzigartige Vorteile: kurze Transportwege, persönlicher Kontakt zum Produzenten, Transparenz in der Herstellung und oft auch bessere Preise für die Erzeuger.

Studien zeigen, dass österreichische Konsumenten bereit sind, für regionale Qualität einen Aufpreis zu zahlen. Dieser Trend wird durch die Erfolge bei der AB HOF-Messe bestätigt und zeigt, dass Qualität als Erfolgsstrategie funktioniert.

Innovation in der traditionellen Landwirtschaft

Die prämierten Betriebe zeichnen sich nicht nur durch traditionelles handwerkliches Können aus, sondern auch durch innovative Ansätze in Produktion und Vermarktung. Moderne Direktvermarkter nutzen digitale Plattformen, entwickeln neue Produktkategorien und erschließen innovative Vertriebswege. Gleichzeitig bleiben sie ihren Wurzeln treu und setzen auf bewährte Qualitätsstandards.

Elisabeth Harreiter, Leiterin der Initiative "So schmeckt Niederösterreich", betonte die Vielseitigkeit der ausgezeichneten Betriebe: "Ich freue mich über die vielen Einreichungen aus Niederösterreich. ‚So schmeckt Niederösterreich'-Partnerbetriebe konnten in jeder Kategorie überzeugen und Siegerprodukte bzw. ‚Kaiser' mit nach Hause nehmen."

Qualitätssicherung als Daueraufgabe

Die Produktprämierungen der AB HOF-Messe fungieren nicht nur als Marketinginstrument, sondern vor allem als Qualitätskontrolle und Anreiz zur kontinuierlichen Verbesserung. Die Bewertungskriterien sind streng und orientieren sich an internationalen Standards. Dies zwingt die Produzenten zur ständigen Weiterentwicklung ihrer Produkte und Prozesse.

Die Auszeichnungen stellen somit eine wichtige Vermarktungshilfe für die Produzenten dar und schaffen gleichzeitig einen Anreiz für fortlaufende Qualitätssteigerung. Dieser Mechanismus trägt dazu bei, dass österreichische Direktvermarkter auch im internationalen Vergleich eine Spitzenposition einnehmen.

Messeformat als Plattform für die Branche

Die AB HOF-Messe in Wieselburg hat sich über die Jahre zu einer der wichtigsten Branchenveranstaltungen für Direktvermarkter entwickelt. Sie bietet nicht nur eine Plattform zur Produktpräsentation, sondern auch für den fachlichen Austausch und die Weiterbildung. Das viertägige Format mit unterschiedlichen Schwerpunkten - vom Fachteil für Produzenten bis hin zum Konsumententeil für Endverbraucher - ermöglicht eine umfassende Darstellung der Direktvermarktungslandschaft.

Die Aufteilung der Messe in verschiedene Bereiche spiegelt die unterschiedlichen Zielgruppen wider: Während in den Hallen 3 bis 9 der Fachteil für Produzenten und Händler stattfindet, können sich in den Hallen 10 und 11 Endverbraucher über das Angebot informieren und direkt einkaufen. Diese Struktur ermöglicht sowohl den B2B-Austausch als auch den direkten Kontakt zu den Konsumenten.

Zukunftsperspektiven der Direktvermarktung

Die Erfolge bei der AB HOF-Messe 2024 zeigen deutlich, wohin sich die österreichische Direktvermarktung entwickelt. Der Trend geht eindeutig in Richtung höherer Qualität, größerer Produktvielfalt und professionellerer Vermarktung. Gleichzeitig bleibt der regionale Bezug und das handwerkliche Element erhalten - eine Kombination, die im internationalen Vergleich einzigartig ist.

Die Digitalisierung wird auch in der Direktvermarktung eine wichtige Rolle spielen. Online-Plattformen, digitale Bestellsysteme und moderne Logistiklösungen ermöglichen es auch kleineren Betrieben, größere Kundenkreise zu erreichen. Dabei darf jedoch der persönliche Kontakt und die Authentizität nicht verloren gehen - Eigenschaften, die Direktvermarkter von industriellen Anbietern unterscheiden.

Nachhaltigkeit als Zukunftsthema

Ein weiterer wichtiger Trend ist die verstärkte Fokussierung auf Nachhaltigkeit. Die Destillerie Weidenauer zeigt mit ihrer holzbefeuerten Produktion exemplarisch, wie umweltfreundliche Herstellungsprozesse mit höchster Qualität verbunden werden können. Dieser Ansatz wird für die Zukunft der Branche entscheidend sein, da Konsumenten zunehmend Wert auf ökologische Verantwortung legen.

Die Initiative "So schmeckt Niederösterreich" wird diese Entwicklung weiter vorantreiben und ihren Partnerbetrieben dabei helfen, nachhaltige Produktionsweisen zu implementieren und zu kommunizieren. Dies schafft nicht nur einen Wettbewerbsvorteil, sondern trägt auch zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

Die 151 Goldmedaillen für niederösterreichische Direktvermarkter sind mehr als nur Auszeichnungen - sie sind ein Beleg für die Qualität, Innovation und Zukunftsfähigkeit einer Branche, die sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich von enormer Bedeutung ist. Mit ihrer Verbindung von Tradition und Moderne, von regionaler Verwurzelung und überregionaler Ausstrahlung zeigen die prämierten Betriebe den Weg für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft der österreichischen Landwirtschaft auf.

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