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Wirtschaft

140 Jahre Raiffeisen: Mikl-Leitner würdigt Genossenschaft

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Jubiläumsfeier der ersten Raiffeisenkasse in Mühldorf

6. Juni 2026
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Bei einem Festakt in Mühldorf erinnerte Johanna Mikl‑Leitner an 140 Jahre Raiffeisen und nannte Zahlen, Forderungen und Beispiele aus Niederösterreich.

1886 wurde in Mühldorf im Bezirk Krems die erste Raiffeisenkasse Österreichs gegründet. Anlässlich des 140. Jubiläums versammelten sich beim Festakt Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Wirtschaft, Politik und den Blaulichtorganisationen, Mitarbeitende von Raiffeisen österreichweit sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger von Mühldorf und Umgebung.

Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner hielt eine Festrede, in der sie die Idee und die Geschichte von Raiffeisen betonte. In ihren Ausführungen machte sie auch konkrete Aussagen zu Zahlen, Rollen und zu von ihr geforderten Maßnahmen.

Festakt in Mühldorf: Anlass und Teilnehmende

Der Festakt fand in Mühldorf statt, dem Ort, in dem 1886 die erste Raiffeisenkasse Österreichs gegründet wurde. Zur Jubiläumsfeier kamen neben Mitarbeitenden von Raiffeisen aus ganz Österreich zahlreiche Menschen aus der Region.

Unter den Fest- und Ehrengästen befanden sich unter anderem Bundesministerin Klaudia Tanner, LH‑Stellvertreter Stephan Pernkopf, die Landesräte Sven Hergovich und Eva Prischl, die Bezirkshauptleute aus Krems und Melk, Günter Stöger und Daniela Obleser, NÖ Militärkommandant Brigadier Georg Härtinger, Landesfeuerwehrkommandant‑Stellvertreter Martin Boyer, NV‑Generaldirektor Stefan Jauk, die Präsidentin der Bundesbäuerinnen Irene Neumann‑Hartberger, Bauernbundpräsident Österreich Georg Strasser, der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich Johannes Schmuckenschlager sowie der Präsident des österreichischen Rübenbauernbundes Ernst Kapfinger.

Wie Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner Raiffeisen beschrieb

In ihrer Festrede sagte Mikl‑Leitner: „Wir feiern heute weit mehr als das Jubiläum einer Bank. Wir feiern eine Idee, die Generationen getragen, Niederösterreich geprägt und bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat.“ Sie betonte, die Geschichte von Raiffeisen habe „nicht in großen Städten, sondern in Dörfern, in Gemeinden, direkt bei den Menschen begonnen" und zitierte den genossenschaftlichen Gedanken: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam“.

Sie führte weiter aus: „Generationen von Bäuerinnen und Bauern haben mit Unterstützung von Raiffeisen ihre Höfe aufgebaut, Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Ideen in Betriebe und Arbeitsplätze verwandelt und Familien sich den Traum vom Eigenheim erfüllt.“ Dabei habe Raiffeisen „nie das schnelle Geschäft in den Mittelpunkt gestellt, sondern immer das gemeinsame Wohl," so Mikl‑Leitner.

Zahlen zur Raiffeisen‑Gruppe, wie in der Rede genannt

Die Landeshauptfrau nannte konkrete Kennzahlen: Mit 1,3 Millionen Kundinnen und Kunden, einem jährlichen Beitrag von drei Milliarden Euro zur österreichischen Wirtschaftsleistung und 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschrieb sie Raiffeisen als „ein internationaler Player und zugleich ein starker Partner im Land.“

Diese Zahlen wurden im Rahmen der Festrede zur Einordnung der wirtschaftlichen Bedeutung der Raiffeisen‑Gruppe genannt.

Die von Mikl‑Leitner angesprochenen Handlungsfelder

Mit Blick auf die Zukunft erläuterte Mikl‑Leitner mehrere Bereiche, in denen sie Handlungsbedarf sieht. Sie sagte: „Wohlstand, Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Aufstieg sind keine Geschenke des Himmels, das wissen unsere Bäuerinnen und Bauern, Unternehmerinnen und Unternehmer und die Menschen, die täglich arbeiten und Verantwortung für die nächsten Generationen übernehmen.“

Konkreter nannte sie drei Punkte: Erstens verlangte sie weniger Bürokratie – „Weg mit der Zettelwirtschaft, hin zu mehr Landwirtschaft und unternehmerischer Freiheit"; zweitens verwies sie auf die aktive Gestaltung von Wandel und nannte als Beispiel Leopoldsdorf mit der Ansiedlung von Stadler Rail nach der Schließung des AGRANA‑Standortes; drittens forderte sie Entlastungen für Landwirtschaft und Betriebe und sprach dabei Maßnahmen wie den Agrardiesel oder die Senkung der Lohnnebenkosten an. Sie ergänzte hierzu: „Das kann aber erst der Anfang gewesen sein."

Weitere Redner: Raiffeisenpräsident, Raiffeisenbank Krems und Bürgermeister

Raiffeisenpräsident Erwin Hameseder hielt ebenfalls eine Jubiläumsansprache und sagte: „140 Jahre Raiffeisen in Österreich – das sind 140 Jahre Verantwortung, die unsere Organisation übernommen hat. 140 Jahre Nähe zu den Menschen, gelebte Solidarität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, die wir in diesen Tagen besonders brauchen.“

Hameseder sprach außerdem von „Regionaler Verankerung, Resilienz und Innovationskraft“ als Stärken, die Raiffeisen ausmachten. Er blickte auf die 140‑jährige Geschichte zurück als „nie eine Geschichte des Stillstands, sondern immer eine Geschichte des Wandels und der Antworten auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit" und betonte: „Wir sind modern und innovativ, ohne unsere Wurzeln zu vergessen."

Doris Berger‑Grabner, Obfrau der Raiffeisenbank Krems, bezeichnete Mühldorf als „die Wiege der Raiffeisenidee in Österreich". Sie erinnerte an den Ursprung mit der Frage: „Wer leiht uns Geld, wenn es sonst niemand tut?" und nannte konkrete regionale Zahlen: „Allein im letzten Jahr habe man in der Region 211 Familien unterstützt, ihr Eigenheim zu finanzieren, sowie rund 200 Vereine und Projekte gefördert." Sie ergänzte: „Unsere wichtigste Stärke steht in keiner Bilanz – unsere Stärke sind die Menschen, die uns kennen und uns vertrauen."

Roland Berger, Bürgermeister von Mühldorf, dankte der Raiffeisenbank für die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und verwies auf weitere Aspekte der Gemeindegeschichte, darunter den Grafitbergbau, der in der Gemeinde bis 1968 betrieben wurde, sowie den Spitzer Graben mit den steilsten Weinterrassen, an dessen Ende Mühldorf liege.

Programm der Jubiläumsfeier

Die Feier begann mit einem Dankgottesdienst, zelebriert vom St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz und Ludwig Wenzel, Abt des Stiftes Melk. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Musikverein Mühldorf sowie die Militärmusik Niederösterreich.

Begriffe erklärt

Genossenschaftlicher Gedanke: In der Festrede wurde der genossenschaftliche Grundsatz mit dem Satz „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam" benannt. Der Ausdruck beschreibt in diesem Zusammenhang das Prinzip gemeinsamer Zusammenarbeit als zentrales Element der Raiffeisen‑Bewegung.

Agrardiesel: In der Rede wurde Agrardiesel als ein Beispiel für eine Maßnahme genannt, die zur Entlastung der Landwirtschaft beitragen soll. Der Begriff bezeichnet in der Aussprache eine Form staatlich diskutierter oder genannter Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe.

Lohnnebenkosten: Mikl‑Leitner nannte die Senkung der Lohnnebenkosten als ein mögliches Instrument zur Ankurbelung der Konjunktur. Der Begriff bezeichnet die zusätzlichen Arbeitgeber‑ oder Arbeitnehmerkosten neben dem Bruttolohn, wie in der Rede thematisiert.

Regionalverankerung, Resilienz und Innovationskraft: Diese Begriffe verwendete Raiffeisenpräsident Erwin Hameseder, um Stärken der Organisation zu beschreiben. In der Jubiläumsansprache standen sie für Aspekte, die Raiffeisen nach Hameseder zu einem Teil der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft machen.

FAQ zur Jubiläumsfeier und zur Raiffeisen‑Botschaft

Wann und wo wurde die erste Raiffeisenkasse in Österreich gegründet?

Die erste Raiffeisenkasse in Österreich wurde 1886 in Mühldorf im Bezirk Krems gegründet. Dieses Datum und der Ort bildeten den Anlass für die 140‑Jahr‑Feier vor Ort.

Wer hielt die Festrede und welche Kernaussagen enthielt sie?

Die Festrede hielt Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner. Sie beschrieb Raiffeisen als Idee, die „Generation getragen" habe, nannte den genossenschaftlichen Satz „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam" und hob den Beitrag Raiffeisens zu Hofaufbau, Unternehmensgründungen und privaten Eigenheimen hervor.

Welche konkreten Zahlen wurden genannt?

Mikl‑Leitner nannte 1,3 Millionen Kundinnen und Kunden, einen jährlichen Beitrag von drei Milliarden Euro zur österreichischen Wirtschaftsleistung sowie 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Zahlen, mit denen sie die wirtschaftliche Bedeutung der Raiffeisen‑Gruppe umschrieb.

Welche Maßnahmen sprach Mikl‑Leitner an?

Sie forderte weniger Bürokratie und „Weg mit der Zettelwirtschaft", nannte das Beispiel der Ansiedlung von Stadler Rail in Leopoldsdorf nach der Schließung eines AGRANA‑Standortes und sprach sich für Entlastungen wie den Agrardiesel und die Senkung der Lohnnebenkosten aus. Sie ergänzte: „Das kann aber erst der Anfang gewesen sein."

Wer sprach noch bei der Feier und welche regionalen Beispiele wurden genannt?

Raiffeisenpräsident Erwin Hameseder und Doris Berger‑Grabner, Obfrau der Raiffeisenbank Krems, hielten Statements. Berger‑Grabner verwies auf regionale Unterstützung: 211 Familien wurden im vergangenen Jahr in der Region bei der Eigenheimfinanzierung unterstützt; rund 200 Vereine und Projekte wurden gefördert.

Wie begann die Jubiläumsfeier?

Die Jubiläumsfeier startete mit einem Dankgottesdienst, zelebriert von St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz und Ludwig Wenzel, Abt des Stiftes Melk. Musikalisch wirkten der Musikverein Mühldorf und die Militärmusik Niederösterreich mit.

Quellen und Kontakt

Quelle: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung.

Kontakt: Amt der NÖ Landesregierung Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit, Doris Zöger, Telefon: 02742/9005-13314, E‑Mail: presse [at] noel.gv.at

Schlagworte

#Raiffeisen#Niederösterreich#Mühldorf#Mikl-Leitner#Wirtschaft#Mühlbach#Jubiläum

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