PRESSEFEUER
StartseiteMeldungenFeaturesPreiseToolsDocs
Zurück zum Newsroom

116000: 141 vermisste Kinder in Österreich 2025 – Hotline

22. Mai 2026
Teilen:

Am Internationalen Tag der vermissten Kinder, dem 25. Mai 2025, meldet Rat auf Draht einen sprunghaften Anstieg: Die österreichische Hotline 116000 wurde in diesem Jahr 141 Mal kontaktiert. Für vie...

Am Internationalen Tag der vermissten Kinder, dem 25. Mai 2025, meldet Rat auf Draht einen sprunghaften Anstieg: Die österreichische Hotline 116000 wurde in diesem Jahr 141 Mal kontaktiert. Für viele Eltern ist es eine der schlimmsten Befürchtungen, wenn sie nicht wissen, wo ihr Kind ist. Die Anfragen reichen von jugendlichen Ausreißer:innen bis zu möglichen Fällen von Kindesentzug. Schon die bloße Zahl der Anrufe macht deutlich, wie zentral Unterstützung, schnelle Informationen und gut vernetzte Stellen für betroffene Familien in Österreich sind.

116000: Vermisste Kinder in Österreich 2025 – was genau bedeuten die Zahlen?

Die 141 Kontakte zur Hotline 116000 entsprechen einer Zunahme um 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wert lässt zwei zentrale Schlüsse zu: Erstens, dass die Sichtbarkeit und Nutzung des Angebots wächst. Zweitens, dass die zugrunde liegenden Belastungen in Familien und bei Jugendlichen verstärkt auftreten. Rat auf Draht berichtet, dass beim Großteil der Anrufe Jugendliche betroffen sind, die von zu Hause weggelaufen sind. Die Beratenden geben emotionale Unterstützung, praktische Hinweise zur Suche und sprechen mit Eltern über Hintergründe, um Wiederholungen zu vermeiden. Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams, betont die Bandbreite der Hintergründe: von familiären Konflikten über Streit um Regeln bis hin zu schwerwiegenden Formen von Gewalt.

Was die Zahl 141 konkret bedeutet

Um die Entwicklung zu verdeutlichen: Liegt 2025 die Fallzahl bei 141 und dies entspricht einem Anstieg um 22,6 %, so ergibt sich rückgerechnet für 2024 eine Fallzahl von rund 115 Kontakten (141 / 1,226 ≈ 115). Diese einfache Rechnung zeigt, dass es sich nicht um eine marginale Schwankung handelt. Zugleich darf nicht übersehen werden, dass unter den Meldungen sowohl kurzfristige Wegläufe als auch Fälle mit potenziell größerer Dringlichkeit (z. B. Verdacht auf Entzug oder Gewalt) zusammengefasst sind. Rat auf Draht differenziert in der Beratung und arbeitet mit nationalen und europäischen Netzwerken zusammen.

Fachbegriffe verständlich erklärt

  • Ausreißer:in: Der Begriff beschreibt meist Jugendliche, die ihr Zuhause kurzfristig oder über einen längeren Zeitraum verlassen, ohne die Eltern oder Behörden darüber zu informieren. Oft handelt es sich nicht um eine formale Abmeldung, sondern um ein bewusstes Weglaufen als Reaktion auf Konflikte, Kontrollverlust, Beziehungen, Probleme in der Schule oder auch, in einzelnen Fällen, von Gewalt ausgelöste Flucht. Für Eltern ist das Fehlen eines Kindes überwältigend; für die Jugendlichen kann das Weglaufen Risiken wie Obdachlosigkeit, Ausbeutung oder Gewalt bedeuten. Beratung und niederschwellige Angebote sollen Gefahren reduzieren und Rückkehrperspektiven eröffnen.
  • Kindesentzug: Als Kindesentzug wird die Situation bezeichnet, in der ein Kind gegen den Willen des Sorgeberechtigten aus dem gemeinsamen Haushalt genommen wird – sei es durch eine andere Person, durch das Wegführen ins Ausland oder durch andere Formen verdeckten Verhaltens. Im rechtlichen Sinn ist Kindesentzug vielfach komplex, weil er zivil- und strafrechtliche Aspekte berührt: Sorgerechtsregelungen, internationale Abkommen und gegebenenfalls polizeiliche Maßnahmen können nötig werden. Für betroffene Eltern ist der Weg meist mit großer Verunsicherung verbunden; spezialisierte Beratungsstellen und Behörden unterstützen bei rechtlichen Schritten und bei der Suche.
  • Hotline 116000: Die Nummer 116000 ist eine europaweit einheitliche Hotline für vermisste Kinder, die in den einzelnen Staaten von spezialisierten Organisationen betrieben wird. In Österreich übernehmen die Expert:innen von Rat auf Draht die Rufbereitschaft. Die Hotline bietet rund um die Uhr anonym Unterstützung, berät Angehörige zu Suchmaßnahmen, kann Hinweise zu internationalen Verfahren geben und als Kontaktstelle zu nationalen und europäischen Netzwerken fungieren. Das Ziel ist eine schnelle und sichere Rückkehr der Kinder sowie Prävention und Nachsorge.
  • Anonymität in der Beratung: Anonymität bedeutet, dass Anrufende nicht gezwungen sind, ihren Namen oder ihre Kontaktdaten preiszugeben, wenn sie das nicht möchten. Gerade in belasteten Familiensituationen oder bei Jugendlichen, die aus schwierigen Gründen weglaufen, ist Anonymität ein Schutzfaktor: Menschen sprechen eher offen über belastende Themen, wenn sie keine unmittelbaren rechtlichen Folgen befürchten müssen. Gleichzeitig gilt: Bei konkreter Gefährdung (bspw. akute Gewalt, Lebensgefahr) arbeiten Beratungsstellen eng mit Behörden zusammen, um Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.
  • Missing Children Europe: Dies ist ein europäisches Netzwerk von Organisationen, die sich mit dem Thema vermisste Kinder beschäftigen. Mitgliedsorganisationen tauschen Informationen aus, koordinieren internationale Suchanfragen und entwickeln gemeinsame Präventionsstrategien. Für nationale Hotlines und Beratungsstellen bedeutet die Zusammenarbeit mit Missing Children Europe, dass grenzüberschreitende Fälle schneller bearbeitet und Expertisen geteilt werden können. Familien profitieren so von einem europaweiten Rückgriff auf Ressourcen und Verfahren.

Historische Entwicklung und Kontext

Beratungsangebote für vermisste Kinder und Hilfsstrukturen haben sich in den letzten Jahrzehnten in Europa sukzessive professionalisiert. Ursprünglich waren Unterstützungsleistungen oft lokal und fragmentiert – soziale Einrichtungen, Polizei und Wohlfahrtsorganisationen arbeiteten nebeneinander. In der Folge entstanden spezialisierte Hotlines und Netzwerke, die Kommunikation, Expertise und schnelle Reaktionswege bündeln. Die europaweite Nummer 116000 ist Teil dieses Prozesses der Zentralisierung und Vernetzung von Hilfsangeboten.

In Österreich hat sich die Kombination aus niedrigschwelliger, anonymisierter Beratung und enger Kooperation mit staatlichen Stellen als praktikabler Ansatz bewährt: Beratungsstellen bieten niederschwellige Unterstützung und emotionale Begleitung; Polizei und Justiz können bei Bedarf eingreifen. Die Einbindung in europäische Netzwerke erlaubt zudem, entführte oder ins Ausland gebrachte Kinder über Grenzen hinweg zu suchen. Diese Entwicklung ist nicht linear: Finanzausstattung, personelle Kapazität und politische Prioritätensetzung beeinflussen, wie schnell und umfassend Hilfe verfügbar ist.

Auswirkungen und Einordnung

Der Anstieg auf 141 Anrufe berührt viele Familien unmittelbar. Für Eltern bedeutet jeder einzelne Fall Angst, Schlaflosigkeit und praktische Probleme: die Organisation der Suche, Kontaktaufnahme mit Freunden, Lehrer:innen oder Arbeitgeber:innen, das Einschalten von Polizei und Medien. Ein konkretes Beispiel: Eine Mutter ruft die Hotline an, weil ihr 15-jähriger Sohn nach einem Streit nicht nach Hause gekommen ist. Die Beratung steuert sofort pragmatische Maßnahmen bei: Checkliste zu Abklärungen (Freunde, Aufenthaltsorte, Sozialkontakte), Tipps zum Umgang mit Polizei und zur Sammlung relevanter Informationen (zuletzt getragene Kleidung, mögliche Treffpunkte). Gleichzeitig gibt es psychologische Unterstützung, um Eltern in der akuten Stresssituation Stabilität zu geben.

Für Jugendliche selbst kann der Anruf bei 116000 oft ein erster Schritt zu Perspektiven sein: Berater:innen sprechen über Schutzmöglichkeiten, Alternativen zum Übernachten auf der Straße und Möglichkeiten, vertrauliche Hilfe zu finden. Ein weiteres Beispiel: Eine Jugendliche, die Gewalt angibt, kann durch die Hotline an spezialisierte Hilfsstellen weitervermittelt werden und erfährt, welche Schutz- und Interventionsoptionen existieren, ohne sofort polizeiliche Schritte einleiten zu müssen.

Auf gesellschaftlicher Ebene zeigen solche Zahlen den Bedarf an Prävention. Schulen, Jugendzentren und Sozialarbeiter:innen müssen geschult sein, Warnsignale zu erkennen. Kommunen sollten niedrigschwellige Übernachtungs- und Beratungsangebote bereitstellen. Die Kommune, die rasch auf ein Weglauf-Problem reagiert, reduziert mögliche Langzeitfolgen für die Jugendlichen.

Zahlen & Fakten – Analyse

  • 141 Kontakte 2025: Steigerung um 22,6 % gegenüber 2024. Rückgerechnet ergibt sich für 2024 eine Fallzahl von etwa 115 Kontakten.
  • Majorität betroffen: Laut Rat auf Draht handelt es sich überwiegend um Jugendliche, die weggelaufen sind. Konkrete Anteile nennt die Quelle nicht, deshalb darf keine Prozentangabe erfunden werden.
  • Leistungsangebot: Die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym und wird unterstützt durch das Bundesministerium für Inneres und das Bundeskanzleramt.

Diese Fakten machen klar: Die Nachfrage nach Beratung steigt. Gleichzeitig bleibt offen, ob die erhöhte Nutzung auf ein größeres Problemfeld hinweist oder auf eine bessere Bekanntheit des Angebots. Beides kann stimmen: Mehr Anrufe können Folge größerer Belastungen und verbesserter Zugänglichkeit sein.

Praktische Hinweise für betroffene Eltern und Angehörige

Wenn Sie betroffen sind, können folgende Schritte helfen: Ruhe bewahren, relevante Informationen sammeln (letzte Aufenthaltsorte, mögliche Kontakte, Besonderheiten), sofort die Hotline 116000 anrufen, bei akuter Gefahr die Polizei einschalten, Freunde und Bekannte des Kindes kontaktieren, Social-Media-Kanäle prüfen und gegebenenfalls informieren. Dokumentieren Sie alle Schritte chronologisch – das hilft bei späteren Behördenkontakten. Rat auf Draht bietet separate Informationsseiten mit Checklisten und weiterführenden Links.

Interne Anlaufstellen und weiterführende Artikel: Lesen Sie ergänzend unsere Beiträge zu Hinweisen für Angehörige, zu Jugendberatung und Prävention und zur Hotline 116000 im Überblick.

Was Eltern, Politik und Gesellschaft jetzt tun können

Die Meldung von Rat auf Draht über 141 Kontakte zur Hotline 116000 im Jahr 2025 ist mehr als eine Zahl. Sie ist ein Appell: Wir brauchen sichtbare, erreichbare und gut finanzierte Hilfsangebote sowie eine präventive und unterstützende Politik. Rat auf Draht leistet einen unverzichtbaren Beitrag – doch die Verantwortung liegt breit: bei Gemeinden, Schulen, Gesundheitsdiensten und der Politik.

Wenn Sie betroffen sind oder Fragen haben, finden Sie weiterführende Informationen und Hilfsangebote auf der Website von Rat auf Draht: https://www.rataufdraht.at. Die Hotline 116000 ist rund um die Uhr erreichbar. Haben Sie Erfahrungen oder Fragen zu lokalen Unterstützungsangeboten? Schreiben Sie uns oder informieren Sie sich über die verlinkten Beiträge.

Kontakt zur Quelle: Rat auf Draht, Mag. (FH) Oliver Bayer, Telefon: 0699 188 14 385, E-Mail: oliver.bayer [at] rataufdraht.at. Weiterführende Informationen und Tipps für Angehörige finden Sie ebenfalls auf der Seite von Rat auf Draht: https://www.rataufdraht.at/partner-netzwerke/hotline-fur-vermisste-kinder.

🔥 Pressefeuer auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegenAktivieren

Schlagworte

#Familie#Jugend#Kinder#Gesellschaft#NGOs

Weitere Meldungen

OTS
Sonstiges

Hanke: Mittel für angewandte Forschung sollen Stärkefelder

1. Juli 2026
Lesen
OTS
Sonstiges

Pensionsanpassung 2027: Ausschuss ebnet Weg für Sonderregel

1. Juli 2026
Lesen
OTS
Karriere

Sozialausschuss bringt Neustrukturierung der BauID-Karte

1. Juli 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen
PRESSEFEUER

Deutschsprachige KI-PR-Software aus Österreich für den DACH-Raum.

Produkt

  • Features
  • Preise
  • API & Agents
  • Docs

Ressourcen

  • Kostenlose Tools
  • Tools-Doku
  • MCP für Agenten
  • MCP Tool-Referenz
  • Agent Security
  • llms.txt
  • llms-full.txt
  • agents.txt

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB

© 2026 Pressefeuer.at. Powered by AdSimple.