Am 25. Dezember 2025 endet die Begutachtungsfrist für die umstrittene Novelle der niederösterreichischen Jagd-Verordnung. Der WWF Österreich erhebt schwere Vorwürfe: Der Entwurf sei rechtswidrig und ermögliche weitreichende Tötungen von Wölfen. Diese Pläne seien weder wissenschaftlich fundiert noch
Am 25. Dezember 2025 endet die Begutachtungsfrist für die umstrittene Novelle der niederösterreichischen Jagd-Verordnung. Der WWF Österreich erhebt schwere Vorwürfe: Der Entwurf sei rechtswidrig und ermögliche weitreichende Tötungen von Wölfen. Diese Pläne seien weder wissenschaftlich fundiert noch rechtlich gedeckt, so der WWF-Experte Christian Pichler. Die Landesregierung, so der Vorwurf, betreibe populistische Stimmungsmache gegen den Wolf. Der WWF fordert eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs und ein zielführendes Wolfs-Management, das sich auf präventive Schutzmaßnahmen fokussiert.
Der Wolf, einst weit verbreitet in Europa, wurde im 19. Jahrhundert nahezu ausgerottet. In Österreich begann die Rückkehr des Wolfes erst in den letzten Jahrzehnten. Schutzmaßnahmen und die natürliche Ausbreitung aus Nachbarländern wie Italien und Slowenien trugen zu dieser Entwicklung bei. Trotz seiner Rückkehr bleibt der Wolf in Österreich eine bedrohte Art. Derzeit leben etwa 100 Wölfe im Land, was die Population fragil macht.
Nach EU-Recht sind Entnahmen von Wölfen nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig. Diese müssen nachweislich mit der Erhaltung der Art vereinbar sein. Die geplante Verordnung in Niederösterreich erfüllt diese Voraussetzungen laut WWF nicht. Ein Umdenken in der Wolfs-Politik sei dringend erforderlich, um wissenschaftlich fundierte Lösungen zu entwickeln.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Herausforderungen im Umgang mit Wölfen. In Deutschland sind Wölfe durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Auch dort gibt es Diskussionen über die Regulierung der Population. In der Schweiz wird die Situation durch die topografischen Gegebenheiten und die Nähe zu dicht besiedelten Gebieten zusätzlich erschwert. Beide Länder setzen verstärkt auf Herdenschutzmaßnahmen, um Konflikte zu minimieren.
Die Diskussion um den Wolf polarisiert. Einerseits gibt es Ängste vor Angriffen auf Nutztiere, andererseits stehen ökologische und ethische Argumente für den Schutz der Tiere. Der WWF fordert eine Herdenschutz-Offensive, um ein konfliktarmes Zusammenleben zu ermöglichen. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass gut umgesetzte Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune und Herdenschutzhunde effektiv sein können.
Im laufenden Jahr wurden in Österreich bereits 22 Wölfe geschossen, darunter zwei in Niederösterreich. Zwei weitere Tiere wurden illegal getötet, ein Wolf starb im Straßenverkehr. Bei einem Bestand von rund 100 Wölfen bedeutet dies, dass bereits etwa ein Viertel der Population verloren ist. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Ein nachhaltiges Wolfs-Management ist entscheidend für die Zukunft der Art in Österreich. Der WWF fordert wissenschaftlich fundierte Ansätze, um den Wolf langfristig zu schützen. Dazu gehören nicht nur Herdenschutzmaßnahmen, sondern auch Aufklärungskampagnen, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen.
Die geplante Jagd-Verordnung in Niederösterreich sorgt für hitzige Debatten. Der WWF mahnt zur Vorsicht und fordert ein Umdenken in der Wolfs-Politik. Der Schutz des Wolfes ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine ökologische Notwendigkeit. Es bleibt abzuwarten, wie die Landesregierung auf die Kritik reagiert. Weitere Informationen finden Sie in der WWF-Stellungnahme.