Neuer Chef des Sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverbands will Städte und Gemeinden stärken
Der ehemalige Bürgermeister von Ebreichsdorf wurde zum neuen Bundesvorsitzenden des GVV gewählt und erhält Rückendeckung von der SPÖ-Spitze.
Bei der Bundeskonferenz des Sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverbands (GVV) in St. Valentin wurde am Freitag ein neuer Vorsitzender gewählt: Wolfgang Kocevar übernimmt die Führung der Organisation, die die Interessen von sozialdemokratischen Gemeindevertreterinnen und -vertretern in ganz Österreich vertritt.
SPÖ-Bundesparteivorsitzender und Vizekanzler Andreas Babler sowie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim gratulierten dem neuen GVV-Chef unmittelbar nach der Wahl. "Mit Wolfgang Kocevar hat der GVV eine schlagkräftige Spitze, die sich mit voller Kraft sowohl für die Anliegen der größeren Städte als auch die Interessen der kleineren Gemeinden Österreichs einsetzen wird", erklärten beide in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Babler unterstrich bei der Konferenz die zentrale Bedeutung der Kommunalpolitik: "Gemeinsam stärken wir die Gemeinden und Städte, weil sie das Rückgrat des Landes und unserer Gesellschaft und der Motor der lokalen Wirtschaft sind."
Der neue GVV-Bundesvorsitzende kann auf eine beeindruckende politische Laufbahn zurückblicken. Wolfgang Kocevar war als niederösterreichischer Landtagsabgeordneter tätig, fungierte als Gemeinderat und Stadtrat und vertrat als Sprecher für kommunale Angelegenheiten die Interessen der Gemeinden im Nationalrat. Besonders prägend war seine langjährige Tätigkeit als Bürgermeister der niederösterreichischen Gemeinde Ebreichsdorf.
"Diesen reichen Erfahrungsschatz wird Wolfgang in die Arbeit des GVV, dessen niederösterreichischer Vizepräsident er war, im Interesse aller Gemeinden einbringen", betonte Seltenheim. Die vielfältigen Erfahrungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene qualifizieren Kocevar nach Ansicht der SPÖ-Spitze besonders für die neue Aufgabe.
Als ehemaliger Bürgermeister kennt Kocevar die täglichen Herausforderungen, mit denen österreichische Gemeinden konfrontiert sind. Von der Bereitstellung grundlegender Infrastruktur bis hin zur Umsetzung komplexer Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität – die Kommunalpolitik hat direkten Einfluss auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger.
Babler, selbst langjähriger Bürgermeister, hob diese Nähe zur Bevölkerung hervor: "Als Bürgermeister kennt Wolfgang Kocevar die Herausforderungen, vor denen Gemeinden und ihre Einwohner*innen stehen, und arbeitet tagtäglich daran, dass das Leben der Menschen spürbar besser wird." Die Bandbreite reiche von der Errichtung neuer Kindergärten bis hin zu Renaturierungsprojekten für mehr Lebensqualität.
Die SPÖ verweist auf konkrete Maßnahmen zur Stärkung der österreichischen Gemeinden. In der aktuellen Regierungsbeteiligung habe die Partei ein wichtiges Investitionspaket durchgesetzt und die verpflichtende Kofinanzierung durch die Gemeinden abgeschafft. Diese Entscheidung soll es den Kommunen ermöglichen, wichtige Projekte ohne zusätzliche finanzielle Belastung umzusetzen.
Darüber hinaus sprach sich Babler für eine Reform der Grundsteuer aus, um die finanzielle Situation der Gemeinden weiter zu verbessern. "Die SPÖ lässt die Städte und Gemeinden nicht im Stich", unterstrich der Parteivorsitzende das Bekenntnis zu einer starken Kommunalpolitik.
Mit der Wahl Kocevars endet die vierjährige Amtszeit von Andreas Kollross als GVV-Bundesvorsitzender. Babler und Seltenheim dankten dem scheidenden Vorsitzenden ausdrücklich: "Wir danken dem scheidenden GVV-Bundesvorsitzenden Bürgermeister Andreas Kollross für seinen großen Einsatz und seine Arbeit für die österreichischen Gemeinden in den letzten vier Jahren."
Der Sozialdemokratische GemeindevertreterInnenverband fungiert als wichtige Interessenvertretung für sozialdemokratische Mandatarinnen und Mandatare auf Gemeindeebene. Die Organisation setzt sich für die Anliegen sowohl großer Städte als auch kleiner Gemeinden ein und fungiert als Bindeglied zwischen der Bundespartei und der kommunalen Ebene.
Mit der Wahl Kocevars signalisiert der GVV den Willen, die bewährte Arbeit fortzusetzen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Die umfangreiche Erfahrung des neuen Vorsitzenden in verschiedenen politischen Ebenen soll dabei helfen, die Interessen österreichischer Gemeinden noch effektiver zu vertreten.
Die Erwartungen an den neuen GVV-Bundesvorsitzenden sind hoch. In einer Zeit, in der Gemeinden mit komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel, demographischen Veränderungen und finanziellen Engpässen konfrontiert sind, kommt der Interessenvertretung eine besonders wichtige Rolle zu.
Kocevar wird seine Arbeit in einem politischen Umfeld aufnehmen, das von intensiven Diskussionen über die Zukunft der österreichischen Gemeindefinanzierung und die Verteilung von Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden geprägt ist. Seine Erfahrung auf allen politischen Ebenen könnte sich dabei als wertvoller Vorteil erweisen.
Die SPÖ setzt große Hoffnungen in die neue Führung des GVV und erhofft sich eine noch stärkere Vertretung kommunaler Interessen. Mit der Rückendeckung der Bundespartei ausgestattet, kann Kocevar nun daran arbeiten, die österreichischen Gemeinden für die Herausforderungen der Zukunft zu stärken.