Wiener Wohnungskrise: Grüne fordern sofortige Maßnahmen
Wien steht vor einer Wohnungskrise. Was jahrzehntelang als Gewissheit galt – leistbares Wohnen in der Bundeshauptstadt – ist zur Vergangenheit geworden. Die Mieten explodieren...
Wien steht vor einer Wohnungskrise. Was jahrzehntelang als Gewissheit galt – leistbares Wohnen in der Bundeshauptstadt – ist zur Vergangenheit geworden. Die Mieten explodieren, Spekulanten treiben die Preise in die Höhe und gleichzeitig stehen tausende Wohnungen leer. Anlässlich der Pressekonferenz am 25. März zu Hanel-Torsch als neue Stadträtin für Wohnen und Frauen schlagen die Wiener Grünen Alarm und fordern Sofortmaßnahmen.
Das Ende einer Ära: Wiener Wohnungsmarkt
Georg Prack, Klubobmann und Wohnsprecher der Grünen Wien, macht deutlich: "Wien galt jahrzehntelang als Hochburg des leistbaren Wohnens, doch diese Gewissheit ist verloren gegangen." Die Grünen kritisieren, dass der soziale Wohnbau zuletzt zurückgefahren wurde und dass Leerstand und Kurzzeitvermietung zunehmen. Sie warnen zudem vor zunehmender Spekulation auf dem Wohnungsmarkt.
Frauenpolitische Rückschritte
Julia Malle, stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Wiener Grünen, kritisiert: "Frauenpolitisch hat die SPÖ zuletzt leider den Rückwärtsgang eingelegt – nicht nur in der eigenen Partei, sondern auch in ganz Wien." Sie verweist auf die Nachfolge im Nationalrat, bei der mit Christoph Matznetter ein 66-jähriger Mann folgt; dadurch sinkt der Frauenanteil im SPÖ-Klub auf 39% und der Partei entgehen laut OTS jährlich 160.000 Euro an Frauen-Förderungsbonus. Malle fordert eine offensive Frauenpolitik.
Drei-Punkte-Plan für die Frauenpolitik
Die Grünen benennen drei Schwerpunkte:
- Gender Pay Gap bei der Stadt Wien bekämpfen: Es braucht Maßnahmen im eigenen Wirkungsbereich, um die Einkommensschere zu schließen und Lohn- und Gehaltstransparenz zu schaffen.
- Kürzungen im Sozialbereich stoppen: Einsparungen träfen Frauen laut den Grünen doppelt – als Beschäftigte im Sozialbereich und als Betroffene.
- Frauen wirksamer vor Gewalt und Armut schützen: Wartelisten bei Beratungsstellen werden länger, während Ressourcen fehlen; es brauche mehr Mittel, ausreichend Personal und eine transparente Härtefallregelung.
Leistbares Wohnen sichern
Die Wiener Grünen fordern mehr gemeinnützigen Wohnbau und Maßnahmen gegen Leerstand und Kurzzeitvermietung. Sie sprechen sich für eine Leerstandsabgabe aus und fordern, Immo-Spekulationen stärker zu bekämpfen sowie Tempo bei der Energiewende im Gemeindebau zu erhöhen. Prack fordert, dass Hanel-Torsch nun konkrete Schritte unternimmt.
"Die Stadtregierung muss deutlich mehr leistbaren Wohnraum widmen, Wohnraub durch AirBnB & Co. eindämmen, Immo-Haie schärfer bekämpfen und endlich Tempo bei der Energiewende im Gemeindebau machen. Zumindest für eine Leerstandsabgabe hat sich Hanel-Torsch ausgesprochen – jetzt muss sie liefern", so Prack. "Die SPÖ hat nicht nur ihren sozialen Kompass, sondern auch ihren feministischen Kampfgeist verloren. Es ist höchste Zeit für eine offensive Frauenpolitik", so Malle abschließend.
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