Bei der 4. Gesprächsrunde zum Kollektivvertrag für Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie blieb die Verhandlung zwischen der Gewerkschaft vida und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ohne Ergebnis.
Bei der 4. Gesprächsrunde zum Kollektivvertrag für Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie blieb die Verhandlung zwischen der Gewerkschaft vida und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ohne Ergebnis. „Noch dazu haben wir schon in der letzten KV-Runde ein neues Modell vorgelegt, das insbesondere niedrige Einkommen absichern soll. Beschäftigte, die ohnehin nahe an der Armutsgrenze arbeiten, müssen zumindest einen Inflationsausgleich erhalten“, unterstreicht Eva Eberhart, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft vida, dass sich die Gewerkschaft von der WKÖ kein Ultimatum setzen lässt.
Die Verhandlungen spitzten sich an an ganzen 4 Euro mehr für die unterste Lohngruppe. „Trotz leichter Bewegung nach oben war die WKÖ nicht bereit, hier noch mitzuziehen“, zeigt sich Eberhart empört. Die Arbeitgeberseite habe mit ihrer Ansage deutlich gemacht, dass sie an weiteren konstruktiven Verhandlungen und einem fairen Abschluss kein Interesse mehr habe.
Konkrete Forderungen der vida sind eine Erhöhung von mindestens 73 Euro brutto in der untersten Lohngruppe sowie 65 Euro brutto in der obersten Lohngruppe. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten fällt in die Lohngruppe 5, die am niedrigsten entlohnt wird. Als Beispiel nennt die Gewerkschaft, dass ein Hilfskellner auf seine 2.026 Euro im Monat statt 73 Euro nur 69 mehr im Monat draufbekommen soll.
Die vida kritisiert das Argument der Arbeitgeber, wonach die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre bereits außergewöhnlich hoch gewesen seien: „Die Branche floriert, aber die Beschäftigten profitieren davon nur begrenzt“, so Eberhart. Laut der Gewerkschaft seien die Preise in Restaurants und Hotels seit 2022 kumuliert um rund 38,4 Prozent gestiegen, deutlich stärker als die allgemeine Inflation von rund 24,8 Prozent. Der aktuelle Mindestlohn im Tourismus-KV liege seit November 2025 bei 11,70 Euro pro Stunde. Eberhart verweist außerdem darauf, dass sie von einigen Betrieben wisse, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits IST-Lohnerhöhungen über der Inflation ausbezahlt hätten, und fragt, ob der WKÖ die von Tourismusstaatssekretärin Zehetner bekanntgegebene sehr erfolgreiche Wintersaison des Tourismus entgangen sei.
„Wir sind jederzeit bereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wir sind jedoch entsetzt, dass die WKÖ heute ihr wahres Gesicht gezeigt hat, indem sie Kolleginnen und Kollegen, die hart an der Armutsgrenze arbeiten müssen, 4 Euro im Monat vorenthalten will“, so Eberhart abschließend.