Es ist der 31. Dezember 2025, und viele Österreicherinnen und Österreicher blicken angespannt auf ihre Post. Denn zum Jahreswechsel erhalten zahlreiche Versicherte Mitteilungen über Prämienanpassungen von ihren Versicherungen. Diese Änderungen sorgen oft für Unsicherheit und Fragen. Warum steigen di
Es ist der 31. Dezember 2025, und viele Österreicherinnen und Österreicher blicken angespannt auf ihre Post. Denn zum Jahreswechsel erhalten zahlreiche Versicherte Mitteilungen über Prämienanpassungen von ihren Versicherungen. Diese Änderungen sorgen oft für Unsicherheit und Fragen. Warum steigen die Prämien? Welche Rechte haben Versicherte? Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat sich dieser Fragen angenommen und informiert in ihrer neuesten Ausgabe der Serie „Reden wir über Geld“ über die Hintergründe und rechtlichen Rahmenbedingungen solcher Anpassungen.
Prämienanpassungen sind in Österreich bei fast allen Versicherungsarten üblich. Sie sind notwendig, um den Versicherungsschutz über viele Jahre hinweg wertbeständig zu halten. Diese Anpassungen werden häufig auf Basis von Preisindizes, wie denen der Statistik Austria, oder nach einem festgelegten Prozentsatz vorgenommen. Ein Preisindex ist ein statistisches Maß, das die durchschnittliche Preisänderung von Waren und Dienstleistungen über die Zeit misst. In der Versicherungsbranche hilft er, den Wert des Versicherungsschutzes an die Inflation anzupassen.
In Österreich sind Prämienanpassungen vertraglich geregelt. Sie sind in der Polizze oder in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen festgelegt. Eine Erhöhung der Prämien muss auf einer klar vereinbarten Prämienanpassungsklausel beruhen und für die Versicherten transparent und nachvollziehbar sein. Besonders bei Krankenversicherungen gelten spezielle gesetzliche Bestimmungen, die sicherstellen, dass die Anpassungen gerechtfertigt und transparent sind.
Die Geschichte der Versicherungsprämienanpassungen in Österreich ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes verbunden. Seit den 1950er Jahren, als die Versicherungswirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, haben sich die Prämien kontinuierlich an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. In den 1970er Jahren führten hohe Inflationsraten zu signifikanten Anpassungen, die auch in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig notwendig waren, um den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz sind die Mechanismen der Prämienanpassung in Österreich ähnlich, jedoch gibt es Unterschiede in der gesetzlichen Ausgestaltung. Während in Deutschland die Anpassungen oft stärker reguliert sind, bietet die Schweiz den Versicherern mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Prämien. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Wahrnehmung der Versicherten wider, die in Österreich häufiger über die Transparenz und Verständlichkeit der Anpassungen informiert werden.
Für die Versicherten haben Prämienanpassungen sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits bleibt der vereinbarte Versicherungsschutz erhalten und es kommt nicht zu einer schleichenden Unterversicherung, bei der die Versicherungssumme an Wert verliert. Andererseits können höhere Prämien die finanzielle Belastung der Haushalte erhöhen. Ein konkretes Beispiel ist die Krankenversicherung, wo steigende Prämien die monatlichen Ausgaben erheblich beeinflussen können.
Wenn die Prämien zu hoch erscheinen, haben Versicherte mehrere Optionen: Sie können dem Anstieg widersprechen, den Tarif anpassen oder den Versicherungsschutz vorübergehend ruhend stellen. Ein vorschneller Wechsel der Versicherung sollte jedoch gut überlegt sein, da dieser mit Nachteilen wie höheren Prämien, neuen Gesundheitsprüfungen oder dem Verlust von Altersrückstellungen verbunden sein kann.
Statistiken zeigen, dass die durchschnittlichen Versicherungsprämien in Österreich in den letzten Jahren um etwa 3% pro Jahr gestiegen sind. Diese Erhöhung liegt im Einklang mit der allgemeinen Inflationsrate. Besonders betroffen sind Kranken- und Autoversicherungen, die aufgrund steigender Gesundheitskosten und Reparaturpreise häufig angepasst werden müssen.
Die Zukunft der Versicherungsprämien in Österreich wird maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung und der Inflation beeinflusst. Experten gehen davon aus, dass die Prämienanpassungen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, um den Versicherungsschutz zu gewährleisten. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Transparenz und Verständlichkeit der Anpassungen weiter verbessert werden, um das Vertrauen der Versicherten zu stärken.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Prämienanpassungen ein notwendiger Bestandteil des Versicherungssystems in Österreich sind. Sie sichern den langfristigen Schutz der Versicherten und die Leistungsfähigkeit der Versicherungsunternehmen. Verbraucher:innen sollten sich aktiv informieren, ihre Verträge regelmäßig prüfen und Angebote vergleichen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von „Reden wir über Geld“ auf der Website der FMA.