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Tourismus

Tourismus-Rekord: Beschäftigte arbeiten bis zum Limit

Gewerkschaft vida fordert faire Löhne trotz Rekordzahlen

26. März 2026
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Trotz Rekord-Nächtigungen verdienen Tourismus-Mitarbeiter deutlich weniger als andere Branchen. Gewerkschaft warnt vor Überlastung.

Österreichs Tourismusbranche verzeichnet erneut Rekordzahlen: Die Statistik Austria meldete für die laufende Wintersaison von November 2025 bis Februar 2026 bereits 54,25 Millionen Nächtigungen. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent und stellt den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1974 dar. Doch hinter dem wirtschaftlichen Erfolg verbergen sich massive Probleme für die Beschäftigten.

Rekordzahlen bedeuten Rekordbelastung

"Rekordzahlen im Tourismus bedeuten für viele Beschäftigte vor allem eines: Rekordbelastung", erklärt Eva Eberhart, Fachbereichsvorsitzende Tourismus in der Gewerkschaft vida. Die Realität für tausende Angestellte in Hotels und Restaurants sieht oft so aus: 48 Stunden pro Woche, sechs Tage am Stück, inklusive Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten.

Mit steigenden Gästezahlen wächst auch der Arbeitsaufwand: In den Küchen wird mehr gekocht, im Service mehr serviert, an den Rezeptionen mehr organisiert und im Housekeeping mehr gereinigt. "Die Frage ist: Kommt bei den Beschäftigten auch mehr an? Die Antwort ist leider zu oft nein", so Eberhart, die auch als Chefverhandlerin in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen für Hotellerie und Gastronomie fungiert.

Lohnvergleich zeigt massive Unterschiede

Ein Blick auf die Einstiegslöhne verschiedener Branchen verdeutlicht das Problem: Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst ab 2.262,30 Euro brutto verdienen und in der Reinigungsbranche ab 2.184,99 Euro, müssen sich Hilfskräfte in Hotellerie und Gastronomie mit lediglich 2.026,00 Euro brutto zufriedengeben.

"Ist die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in Hotels und Restaurants etwa weniger wert? Sicher nicht. Ohne sie würde der Tourismus stillstehen", betont Eberhart.

Warnung vor langfristigen Folgen

Die Gewerkschaft vida warnt: Die Kombination aus hoher Arbeitsbelastung, langen Arbeitszeiten, unsicheren Dienstplänen und niedrigen Löhnen führt zu wachsender Unzufriedenheit und Abwanderung aus dem Sektor. "Ein Tourismussektor, der auf Dauer nur auf Kosten seiner Beschäftigten funktioniert, sägt am eigenen Ast", so Eberhart. Sie betont, dass gute Arbeitsbedingungen die Voraussetzung für Qualität, Fachkräfte und nachhaltigen Erfolg sind.

Konkrete Forderungen der Gewerkschaft

Vor der nächsten Verhandlungsrunde des Kollektivvertrags für Hotellerie und Gastronomie am 7. April hat die Gewerkschaft vida ihre zentralen Forderungen genannt:

  • Reale Lohnerhöhung über der aktuellen Inflation von 3,6 Prozent
  • 12 garantiert freie Sonntage pro Jahr
  • Bezahlte Mittagspause

"Die Beschäftigten halten den Tourismus am Laufen – sie haben sich Respekt, faire Bezahlung und echte Entlastung verdient. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug", stellt Eberhart klar.

Schlagworte

#Tourismus#Kollektivvertrag#Gewerkschaft#Löhne#Arbeitsbedingungen#KV#Gewerkschaft vida#Gewerkschaften#Tourismus und Freizeit#Volkswirtschaft

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