Österreichische Erstaufführung von Miriam Unterthiners preisgekröntem Theaterstück erhält internationale Aufmerksamkeit
Das Theater am Werk wurde mit der Produktion "Blutbrot" zum renommierten Heidelberger Stückemarkt 2026 eingeladen - eine Anerkennung für das junge Theater.
Das Theater am Werk kann einen bedeutenden Erfolg verbuchen: Die österreichische Erstaufführung von Miriam Unterthiners Theaterstück "Blutbrot" wurde zum Heidelberger Stückemarkt 2026 eingeladen. Diese Einladung zu einem der wichtigsten Festivals für neue Dramatik im deutschsprachigen Raum stellt eine besondere Auszeichnung für das erst vor zweieinhalb Jahren gegründete Theater dar.
"Blutbrot" ist ein hochaktuelles und brisantes Theaterstück, das sich mit den Fluchtrouten von NS-Verbrechern über den Brennerpass von Südtirol nach Südamerika auseinandersetzt. Miriam Unterthiner verknüpft in ihrem Text meisterhaft die Themen Schuld und Verdrängung und stellt dabei Vergangenheit und Gegenwart in einen kritischen Dialog.
Die Autorin wurde bereits mehrfach für ihre herausragende Arbeit ausgezeichnet: Sie erhielt sowohl den Kleist-Förderpreis für Neue Dramatik als auch den Österreichischen Buchpreis 2025 in der Sparte Debüt. Diese Auszeichnungen unterstreichen die literarische Qualität und gesellschaftliche Relevanz ihres Werks.
Die Premiere von "Blutbrot" fand am 10. Oktober 2025 im Theater am Werk im Kabelwerk statt. Unter der Regie von Tomas Schweigen entstand eine Inszenierung, die nun auch international Beachtung findet. Die Produktion ist Teil des Wettbewerbs um den prestigeträchtigen Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarkts 2026.
Das kreative Team hinter der Produktion vereint erfahrene Künstler verschiedener Disziplinen: Stephan Weber zeichnet für Bühne und Video verantwortlich, Giovanna Bolliger für die Kostüme, während Martin Gantenbein die musikalische Begleitung komponierte. Die Dramaturgie lag in den Händen von Hannah Lioba Egenolf.
Auf der Bühne sind Isabella Händler, Thomas Frank, Lukas Koller, Josef Mohamed und Violetta Zupančič zu sehen. Besonders bemerkenswert ist der "special appearance" der Autorin Miriam Unterthiner selbst, die in ihrer eigenen Produktion auftritt.
Hannah Zauner übernahm sowohl die Regieassistenz als auch die Choreografie, während Helena Hutten das Team als Bühnen- und Kostümassistentin unterstützte. Alina Cerwenka war als Schneiderin an der Produktion beteiligt.
Esther Holland-Merten und Alexandra Jachim, die künstlerische und kaufmännische Geschäfsführung des Theaters, zeigen sich erfreut über die internationale Anerkennung. "Das Theater am Werk freut sich über die Einladung dieser Produktion zu einem der renommiertesten Festivals für neue Dramatik im deutschsprachigen Raum", erklären sie.
Für das Theater bedeutet die Einladung eine doppelte Wertschätzung: "Zum einen, weil damit einer so bemerkenswerten Stimme in der österreichischen Theaterlandschaft Aufmerksamkeit geschenkt wird und zum anderen, weil es eine so hohe Wertschätzung unserer Arbeit am Haus ist, die erst vor zweieinhalb Jahren begonnen hat."
Die Einladung zum Heidelberger Stückemarkt bestätigt das künstlerische Konzept des Theater am Werk. In ihrer Programmplanung verfolgen Holland-Merten und Jachim konsequent den Anspruch, gesellschaftspolitische Themen künstlerisch zu verhandeln. "'Blutbrot' steht dafür exemplarisch, in dem es die Vergangenheit und Gegenwart in einen kritischen Dialog miteinander bringt."
Diese Ausrichtung auf relevante gesellschaftliche Fragestellungen spiegelt sich auch in anderen Produktionen des Hauses wider und macht das Theater am Werk zu einer wichtigen Stimme in der österreichischen Theaterlandschaft.
Der Heidelberger Stückemarkt gilt als eine der wichtigsten Plattformen für neue Dramatik im deutschsprachigen Raum. Für Autoren und Theater bedeutet eine Einladung zu diesem Festival oft den Durchbruch zu überregionaler und internationaler Aufmerksamkeit.
Die Teilnahme am Wettbewerb um den Nachspielpreis eröffnet zusätzliche Perspektiven: Gewinnerstücke werden häufig an anderen Theatern nachgespielt und erreichen so ein noch breiteres Publikum.
Dass das Theater am Werk bereits nach zweieinhalb Jahren eine solche Anerkennung erhält, spricht für die Qualität der künstlerischen Arbeit und die Richtigkeit des gewählten Weges. Die Einladung nach Heidelberg ist ein wichtiger Meilenstein in der noch jungen Geschichte des Theaters.
Mit "Blutbrot" präsentiert sich das Theater am Werk als innovatives und gesellschaftlich relevantes Theater, das nicht vor schwierigen Themen zurückschreckt. Die Verknüpfung historischer Aufarbeitung mit aktuellen Fragestellungen zeigt, wie zeitgemäßes Theater aussehen kann.
Die Einladung zum Heidelberger Stückemarkt 2026 ist somit nicht nur eine Auszeichnung für die konkrete Produktion, sondern auch eine Bestätigung für die künstlerische Vision des Theater am Werk und ein vielversprechendes Zeichen für die weitere Entwicklung des Hauses.