Ab dem 1. Januar 2026 wird Österreich eine bedeutende Änderung in der Besteuerung von Menstruationsprodukten erleben. Die sogenannte Tamponsteuer, die derzeit bei 10% liegt, wird vollständig abgeschafft. Diese Maßnahme markiert einen entscheidenden Schritt im Kampf gegen die Periodenarmut, ein Probl
Ab dem 1. Januar 2026 wird Österreich eine bedeutende Änderung in der Besteuerung von Menstruationsprodukten erleben. Die sogenannte Tamponsteuer, die derzeit bei 10% liegt, wird vollständig abgeschafft. Diese Maßnahme markiert einen entscheidenden Schritt im Kampf gegen die Periodenarmut, ein Problem, das in Österreich etwa 500.000 Frauen betrifft.
Die Tamponsteuer, ein umgangssprachlicher Begriff für die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte, wurde lange Zeit als ungerecht empfunden, da sie eine Steuer ist, die ausschließlich menstruierende Menschen betrifft. Vor der ersten Senkung im Jahr 2021 waren diese Produkte sogar höher besteuert als Luxusgüter wie Kaviar oder Austern. Mit der Reduktion auf 10% wurde ein erster Schritt getan, der nun mit der vollständigen Abschaffung der Steuer seinen Höhepunkt findet.
Der Kampf gegen die Tamponsteuer begann in Österreich bereits 2017 mit der Kampagne „Runter mit der Tamponsteuer“, initiiert von der Organisation #aufstehn. Diese Bewegung stieß anfangs auf viel Widerstand und Spott, da das Thema Menstruation in der Öffentlichkeit lange Zeit tabuisiert war. Doch der öffentliche Diskurs hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. In Deutschland wurde die Steuer auf Menstruationsprodukte bereits 2020 von 19% auf 7% gesenkt, während die Schweiz im Jahr 2021 eine ähnliche Reduktion von 7.7% auf 2.5% vornahm. Österreich schließt sich nun mit der vollständigen Abschaffung dieser Steuer an und setzt damit ein starkes Zeichen für soziale Gerechtigkeit.
Die Abschaffung der Tamponsteuer wird sich direkt auf das Leben vieler Menschen in Österreich auswirken. Insbesondere für Personen mit geringem Einkommen stellen die Kosten für Menstruationsprodukte eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Im Laufe ihres Lebens geben Menstruierende im Durchschnitt mindestens 2.500 Euro für Tampons, Binden und ähnliche Produkte aus. Die Steuerentlastung wird dazu beitragen, die finanzielle Last zu reduzieren und die Periodenarmut zu bekämpfen. Ein weiterer Schritt, den Experten fordern, ist die Bereitstellung kostenloser Menstruationsprodukte in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Toiletten.
Laut einer Studie von #aufstehn sind in Österreich etwa 500.000 Frauen von Periodenarmut betroffen. Diese Zahl verdeutlicht die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Unterstützung dieser Bevölkerungsgruppe. Die Senkung der Tamponsteuer im Jahr 2021 führte bereits zu einer Preisreduktion der Produkte, die direkt an die Konsumentinnen weitergegeben wurde. Mit der vollständigen Abschaffung der Steuer ab 2026 wird erwartet, dass die Preise weiter sinken und die Produkte noch zugänglicher werden.
Die Abschaffung der Tamponsteuer ist ein wichtiger Meilenstein, jedoch nur ein Teil der Lösung, um Periodenarmut vollständig zu bekämpfen. Maria Mayrhofer von #aufstehn betont, dass es weiterer Maßnahmen bedarf, um das Problem nachhaltig zu lösen. Dazu gehören Initiativen zur Enttabuisierung des Themas Menstruation und die Förderung von Aufklärungskampagnen. Eine mögliche Maßnahme könnte die Einführung kostenloser Menstruationsprodukte in Schulen und öffentlichen Einrichtungen sein, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu den notwendigen Produkten haben.
Die Abschaffung der Tamponsteuer in Österreich ist ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die Periodenarmut und ein starkes Signal für soziale Gerechtigkeit. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Maßnahmen folgen werden, um das Problem umfassend zu lösen. Die Diskussion über Menstruation und die damit verbundenen Herausforderungen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, und die Abschaffung der Steuer ist ein Beweis dafür, dass Veränderungen möglich sind, wenn genug Druck aus der Zivilgesellschaft kommt. Weitere Informationen und Bilder zur Kampagne finden Sie auf aufstehn.at.