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Richtiges Maulkorbtragen in Wien: Schutz bei Hitze

25. Mai 2026
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Wien, 25.05.2026 – Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch das Risiko für Hunde, an Überhitzung zu leiden. Ein detailgenau sitzender Maulkorb kann dann über Wohlbefinden oder Gefahr entscheiden....

Wien, 25.05.2026 – Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch das Risiko für Hunde, an Überhitzung zu leiden. Ein detailgenau sitzender Maulkorb kann dann über Wohlbefinden oder Gefahr entscheiden. Die Stadt Wien macht derzeit mit Beratungsständen auf richtiges Maulkorbtragen aufmerksam: Wer in der Hauptstadt lebt oder hier spazieren geht, sollte jetzt wissen, worauf es beim Maulkorb ankommt, damit das Tier frei hecheln und trinken kann.

Richtiges Maulkorbtragen: Warum Passform jetzt zählt

Die Wiener Amtstierärztinnen und das Wiener Hunde-Team warnen vor zu kleinen oder ungeeigneten Modellen. Ein Maulkorb muss so sitzen, dass er das Hecheln nicht verhindert und der Hund bei Hitze nicht in seiner wichtigsten Thermoregulation eingeschränkt wird. Die folgende Darstellung erklärt fachliche Begriffe, gibt praktische Tipps aus Wien, vergleicht Regularien und Praxis in Österreich und den Nachbarländern und zeigt konkrete Folgen für Hundehalterinnen und -halter auf.

Was die Stadt Wien empfiehlt

Das Wiener Hunde-Team bietet kostenlose Beratung an festen Ständen an. Geschulte Tierpflegerinnen und Tierpfleger prüfen dort den Sitz des Maulkorbs, geben Hinweise zur Gewöhnung und verweisen auf Infomaterial (siehe wien.gv.at/maulkorb.pdf). Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky betont: "Ein passender Maulkorb ist kein Detail, sondern entscheidend für die Gesundheit des Hundes."

Praxisnahe Merkpunkte

  • Der Hund muss sein Maul weit öffnen können und die Zunge beim Hecheln sichtbar sein.
  • Zwischen Nasenspitze und Maulkorb sollte mindestens 1 cm Abstand bleiben.
  • Der Maulkorb darf nicht scheuern und muss im Kehlkopfbereich locker sitzen.
  • Maulschlaufen aus Stoff sind verboten und zählen nicht als Maulkorb gemäß Wiener Tierhaltegesetz.

Fachbegriffe verständlich erklärt

Um die Hinweise der Expertinnen aus Wien richtig einordnen zu können, werden hier zentrale Begriffe ausführlich erklärt.

Maulkorb

Ein Maulkorb ist ein Hilfsmittel, das über den Fang des Hundes gelegt wird, um das Zufügen von Verletzungen an Menschen oder Tieren zu verhindern oder zu reduzieren. Im Kontext von Sicherheit und Gesetzgebung gilt als Maulkorb ein Modell, das das Öffnen des Mauls und damit das Hecheln nicht wesentlich einschränkt. Ein geeigneter Maulkorb erlaubt außerdem das Trinken und sorgt durch Abstand zur Nasenspitze für Luftzirkulation. Material, Form und Fixierung spielen eine Rolle: Kunststoff- oder Biothane-Modelle sind bei Hitze oft besser geeignet als vollständig geschlossene Stoffvarianten.

Hecheln (Thermoregulation)

Hecheln ist die primäre Art, wie Hunde Wärme abgeben. Anders als Menschen besitzen Hunde nur wenige aktive Schweißdrüsen; die Abkühlung erfolgt überwiegend durch den Luftstrom über die feuchte Zunge. Beim Hecheln wird Feuchtigkeit von der Zungenoberfläche verdunstet, wodurch Körperwärme an die Umgebung abgegeben wird. Einschränkungen beim Öffnen des Mauls beeinträchtigen diesen Vorgang und können zu Überhitzung führen. Deshalb ist ein Maulkorb, der Hecheln unmöglich macht, bei hohen Temperaturen besonders gefährlich.

Maulschlaufe

Als Maulschlaufen werden einfache, oft stoffbasierte Bänder bezeichnet, die um das Maul gelegt werden und vorne offen sind. Sie sollen das Zuschließen des Mundes verhindern, sind aber problematisch, weil sie die Zunge und die Mundöffnung in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken können. In Wien sind solche Maulschlaufen verboten und werden nicht als Maulkorb anerkannt, weil sie die wesentliche Thermoregulation des Hundes beeinträchtigen. In der Praxis werden Maulschlaufen allenfalls kurzzeitig in Tierarztpraxen genutzt, etwa bei medizinischen Eingriffen, unter fachkundiger Aufsicht.

Kehlkopf

Der Kehlkopf (Larynx) ist ein Bereich im Hals vor der Luftröhre und sitzt bei Hunden knapp hinter der Mundhöhle. Er enthält Strukturen, die beim Atmen und Schlucken eine Rolle spielen. Wird der Bereich durch einen zu eng anliegenden Maulkorb beeinträchtigt, können Atmung und das übliche Hecheln erschwert werden. Ein gut sitzender Maulkorb lässt dem Kehlkopf genügend Raum und verursacht keinen Druck auf diese empfindliche Region.

Biothane

Biothane ist ein modernes, flexibles Material, das aus Kunststoff überzogenem, beschichtetem Nylon oder Polyester besteht. Es ist leicht zu reinigen, wasserfest und robust. Im Vergleich zu weichem Stoff bietet Biothane oft bessere Führung und Stabilität, ohne übermäßigen Druck zu erzeugen. Für Maulkörbe ist Biothane wegen seiner Eigenschaften bei Feuchtigkeit und Hygiene ein häufig empfohlenes Material – insbesondere bei sommerlicher Hitze, da es weniger Wasser aufnimmt und somit keine zusätzliche Feuchtigkeitsquelle bildet, die die Hygiene beeinträchtigt.

Amtstierärztin / Amtstierarzt

Amtstierärztinnen und Amtstierärzte sind veterinärmedizinische Fachpersonen, die in der Verwaltung oder in Behörden tätig sind. Sie überwachen Tiergesundheit, Tierschutz und die Einhaltung von Regelungen. In Wien prüfen Amtstierärztinnen, ob Maulkörper den Tierschutzanforderungen genügen und beraten bei Fragen zur Maulkorbgewöhnung sowie bei Einsatzlisten für Maulkorbtypen. Ihre Empfehlungen dienen oft als verbindliche Orientierung für kommunale Regelungen.

Historischer Kontext: Wie Regeln und Gewohnheiten entstanden

Die Debatte um Maulkörbe und Hundesicherheit ist nicht neu. Seit Jahrzehnten werden in urbanen Räumen Anforderungen an das Verhalten von Hundehalterinnen und -haltern gestellt, zugleich wächst das Bewusstsein für tiergerechte Maßnahmen. In Wien hat sich die Praxis aus zwei Linien entwickelt: dem rechtlichen Rahmen, der öffentliche Sicherheit gewährleisten soll, und dem Tierschutzgedanken, der das Wohl des Hundes in den Mittelpunkt stellt. Viele städtische Vorschriften, so auch die Hinweise der Wiener Amtstierärztinnen, zielen darauf ab, beides zusammenzuführen: das Verletzungsrisiko zu mindern, ohne die Gesundheit des Tieres zu gefährden.

Mit vermehrten Hitzetagen in Europa rückte die Frage nach geeigneten Schutzmaßnahmen in den Vordergrund. Kampagnen der Gemeinden und veterinärmedizinische Empfehlungen betonen seit einigen Jahren die richtige Auswahl und Gewöhnung an Maulkörbe. Die aktuelle Aktion des Wiener Hunde-Teams ist Teil dieser Entwicklung: statt pauschaler Verbote oder strikter Durchsetzungen setzt die Stadt auf Beratung und Aufklärung. Das reflektiert einen Wandel weg von rein repressiven Maßnahmen hin zu präventiver, informationsoffensiver Politik.

Vergleich: Wien, andere Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Bei Regelungen rund um Hunde und Maulkörbe gibt es Unterschiede zwischen Gemeinden und Ländern. In Wien existieren klare Vorgaben, welche Modelle als Maulkorb gelten und welche nicht – Maulschlaufen werden explizit nicht anerkannt. Andere österreichische Bundesländer handhaben Detailfragen ähnlich, doch die Umsetzung und Schwerpunktsetzung kann variieren: Einige Gemeinden legen mehr Gewicht auf Bußgeldregelungen, andere auf Beratung und Prävention.

In Deutschland und der Schweiz spielen ebenfalls lokale Regeln eine Rolle; es existiert kein einheitlicher Europastandard, der alle Aspekte regelt. Grundsätzlich gilt in den Nachbarstaaten wie in Österreich, dass Maulkörbe in bestimmten Situationen verpflichtend sein können (etwa bei bestimmten Hunderassen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln), jedoch unterscheiden sich konkrete Anforderungen an Material, Abstand zur Nasenspitze oder die Zulässigkeit von Maulschlaufen. Wichtig ist: Hundebesitzende sollten sich lokal informieren, da die Praxis der Maulkorb-Anerkennung regional unterschiedlich ist.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen für Wiener Hundehalterinnen und -halter

Die Empfehlungen der Stadt Wien haben direkte Konsequenzen im Alltag. Wer mit dem Hund in öffentliche Verkehrsmittel steigt, in Parks unterwegs ist oder an städtischen Veranstaltungen teilnimmt, muss künftig auf die richtige Maulkorbwahl achten – besonders an heißen Tagen. Konkrete Beispiele:

  • Beispiel 1: Eine Vierbeinerin mit zu engem Stoffband als Maulschutz kann bei Hitzestress nicht ausreichend hecheln. Das Risiko für Hitzeerschöpfung steigt und ein Besuch beim Tierarzt kann nötig werden. Die Beratung am Stand zeigt sofort, welches Modell besser passt.
  • Beispiel 2: Hundebesitzer in öffentlichen Verkehrsmitteln: Ein geeignetes, zertifiziertes Modell verhindert nicht nur Probleme mit Kontrollen, sondern schützt zugleich die Gesundheit des Tieres, weil Hecheln und Trinken möglich bleiben.
  • Beispiel 3: Beim Hundetraining oder Tierarztbesuch: Durch gezielte Maulkorbgewöhnung, wie sie das Wiener Hunde-Team empfiehlt, wird das Tragen stressfreier und sicherer für alle Beteiligten.

Für Hundebesitzerinnen bedeutet das: Zeit investieren für die richtige Auswahl und Gewöhnung. Für die Stadt bedeutet es, mehr Beratungsangebote und Informationsmaterial bereitzustellen – wie aktuell geschehen.

Zahlen & Fakten: Was die Pressemitteilung nennt und was noch fehlt

Die ursprüngliche Pressemitteilung der Stadt Wien nennt qualitative Empfehlungen, Gesetzesbezüge und Beratungsangebote, enthält aber keine konkreten Zahlen zu Verletzungen, Hitzefällen oder zur Zahl falsch sitzender Maulkörbe. Konkrete Statistiken würden die Diskussion bereichern, etwa die Häufigkeit hitzebedingter Notfälle bei Hunden pro Sommermonat oder die Anzahl der Beratungen durch das Hunde-Team. In Abwesenheit solcher Zahlen lässt sich dennoch kritisch analysieren, welche Daten relevant wären: Meldezahlen zu hitzebedingten Tierarztbesuchen, Erhebungen zur Verwendung verschiedener Maulkorbtypen in der Bevölkerung und Auswertungen zu Bußgeldfällen bei Verstößen gegen Maulkorbregelungen wären aussagekräftig.

Ohne diese Zahlen bleibt die Empfehlung der Wiener Amtstierärztinnen dennoch fachlich plausibel: Maßnahmen, die das Hecheln nicht einschränken, entsprechen veterinärmedizinischen Grundsätzen zur Vermeidung von Überhitzung.

Gewöhnung und Training: Schritt für Schritt

Das Wiener Hunde-Team empfiehlt, Hunde langsam und positiv an den Maulkorb zu gewöhnen. Praktische Schritte sind:

  • Den Maulkorb zunächst mit Leckerlis und kurzen Übungen positiv verknüpfen.
  • Die Tragezeit schrittweise verlängern und stets auf entspanntes Verhalten achten.
  • Keine Strafen beim Anlegen verwenden; stattdessen Belohnung und Ruhe.

Ein Infofolder zur Maulkorbgewöhnung ist auf der Website der Stadt abrufbar (siehe wien.gv.at/maulkorb.pdf), und die Termine der Beratungsstände sind online unter wien.gv.at/hundeteam gelistet.

Zukunftsperspektive: Was kommt auf Hundehalterinnen und -halter zu?

In den kommenden Jahren ist damit zu rechnen, dass Kommunen wie Wien verstärkt auf Aufklärung statt nur auf Sanktionen setzen. Gründe sind simpel: Prävention reduziert Notfälle und entlastet Tierarztpraxen, zugleich stärkt sie die Akzeptanz der Besitzerinnen und Besitzer für Schutzmaßnahmen. Mögliche Entwicklungen könnten sein: breitere Beratungsangebote, Kooperationen mit Händlerinnen und Händlern für geprüfte Maulkorbmodelle, sowie die Einbindung digitaler Hilfsmittel (z. B. Checklisten oder Videoanleitungen zur richtigen Passform).

Auf regulatorischer Ebene könnten präzisere Vorgaben zur Prüfpflicht von Modellen entstehen – ohne jedoch die Eigenverantwortung der Halterinnen und Halter aufzuheben. Wichtig bleibt, dass Maßnahmen tiergerecht bleiben: Jede Regelung, die das Hecheln verhindert, wäre kontraproduktiv und würde voraussichtlich nicht unterstützt werden.

Weiterführende Hinweise und Kontakte

Die offizielle Beratung des Wiener Hunde-Teams ist kostenlos. Wer Fragen hat, kann sich an das Veterinäramt und Tierschutz der Stadt Wien wenden: Dr.in Susanne Kerbl, Stadt Wien – Veterinäramt und Tierschutz, Telefon: 01 4000 8060, E-Mail: [email protected]. Pressebilder werden laut Mitteilung in Kürze unter https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar sein.

Weitere Informationen und praktische Tipps finden Sie auch in verwandten Beiträgen auf pressefeuer.at: Maulkorb-Check: Modelle vergleichen, Hitzeschutz für Hunde in Wien, Städtische Hunde-Beratung: Termine und Orte.

Fazit: Mehr Platz bedeutet mehr Sicherheit

Die Botschaft aus Wien ist klar: Ein gut sitzender Maulkorb schützt nicht nur andere Menschen, sondern vor allem das Tier selbst. Bei sommerlichen Temperaturen zählt jede freie Luftzufuhr. Beratung und Gewöhnung sind zentrale Bausteine, damit Maulkörbe nicht zur Gefahr werden, sondern zu einem verantwortungsbewussten Instrument in der Hundehaltung. Haben Sie Ihren Maulkorb geprüft? Ein Besuch beim nächsten Beratungsstand kann helfen.

Originalquelle: Stadt Wien – Kommunikation und Medien (KOM). Stand der Angaben: 25.05.2026.

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