Sonstiges

Boeckl / Josephsohn im Leopold Museum: Archetypen der Figur

Die Ausstellung zeigt mehr als 80 Objekte aus Malerei, Skulptur und Grafik – Gegenüberstellung zweier Modernisten

24. Juli 2026

Dialogische Schau mit Herbert Boeckl (1894–1966) und Hans Josephsohn (1920–2012) im Leopold Museum, Laufzeit 24.07.2026–10.01.2027.

Im Leopold Museum ist seit dem 24. Juli 2026 die dialogisch konzipierte Ausstellung Herbert Boeckl / Hans Josephsohn. Archetypen des Figuralen zu sehen. Erstmals werden Werke des österreichischen Malers Herbert Boeckl (1894–1966) und des Schweizer Bildhauers Hans Josephsohn (1920–2012) Seite an Seite gezeigt; die Schau umfasst nach Angaben des Hauses mehr als 80 Objekte aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Grafik.

Die Gegenüberstellung versteht sich als konzeptioneller Dialog zwischen Malerei und Bildhauerkunst. Direktor und Kurator Hans-Peter Wipplinger formuliert die Intention der Ausstellung in einem erläuternden Satz: "Das Aufeinandertreffen zweier in so unterschiedlichen Kategorien arbeitender Künstler bedeutet, einen experimentellen Vorgang einzuleiten, mit der Intention, neue Erkenntnisse der jeweils anderen künstlerischen Position zu gewinnen. Dieser wahlverwandtschaftliche Dialog eröffnet assoziative Interpretationsräume und ermöglicht ein Einlassen auf neue formale wie inhaltliche Perspektiven, vor allem aber auch die Auseinandersetzung mit dem Bestreben das flüchtige menschliche Dasein in eine bleibende, universelle und zeitlose Form zu transformieren."

HERBERT BOECKL / HANS JOSEPHSOHN im Leopold Museum

Die Ausstellung stellt Werke beider Künstler gegenüber, um formale und inhaltliche Analogien sichtbar zu machen. Boeckl ist als Maler der österreichischen Moderne verzeichnet, Josephsohn als Schweizer Bildhauer; beide Künstler blieben zeitlebens der Gegenständlichkeit verpflichtet und bezogen ihr künstlerisches Arbeiten aus dem persönlichen Umfeld und dem konkreten Gegenüber. Die Schau verbindet Gemälde und Arbeiten auf Papier von Boeckl mit Skulpturen in Gips und Messing von Josephsohn und zeigt so einen Zusammklang von Werken mit überraschenden formalästhetischen Entsprechungen.

Nach Angaben des Leopold Museum befruchten sich die Oeuvre beider Künstler trotz historischer, räumlicher und kultureller Unterschiede gegenseitig. Der Ausstellungstext nennt als zentrale Themen Form, Figur, Material und Fragen der menschlichen Existenz, die in den gezeigten Arbeiten verhandelt werden.

Wie die Gegenüberstellung formal und biografisch eingeordnet wird

Die kuratorische Gegenüberstellung legt wiederkehrende Bezüge offen: Beide Künstler hätten eine Rezeptionsästhetik gepflegt, die sich auf vormoderne, antike und mittelalterliche Bildprogramme beziehe. Josephsohn wird in der Aussendung mit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Reduktion der menschlichen Figur in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren benannt; ausgehend vom Modell habe er den Körper zu kompakten, blockhaften Formen vereinfacht.

Boeckl wird – unter Bezugnahme auf den Kunsthistoriker Fritz Novotny – ab 1920 eine ausgeprägte "Elementarwirkung der Farbe" zugeschrieben. In der Ausstellung werden Parallelen sichtbar: Während Boeckl die Konturen in Farbflächen auflöste, löste Josephsohn in seinen Skulpturen Form nach und nach auf; Boeckls Landschaften erscheinen mitunter körperhaft, Josephsohns liegende Skulpturen wiederum wie monumentale Bergformationen, so die formulierten Beobachtungen.

Archaik, Elementarwirkung und Metamorphosen erklärt

Archaik: In der Aussendung werden archaisch anmutende, stelenhaft reduzierte Figuren bei Josephsohn beschrieben. Diese Formen rufen dem Text zufolge Assoziationen zu ägyptischen, griechischen und etruskischen Skulpturen hervor und gelten als Referenzpunkte für die Rezeptionsästhetik beider Künstler.

Elementarwirkung der Farbe: Der Begriff stammt in der Meldung vom Kunsthistoriker Fritz Novotny und beschreibt Boeckls zunehmende Emanzipation durch den Einsatz farblicher Flächen. Boeckl habe die Farbe als elementares, teils reliefartig aufgebautes Material verstanden, das die Bildfläche strukturiert.

Spät-Expressionismus: Boeckls Werk der frühen 1920er-Jahre wird in der Mitteilung als radikaler Spät-Expressionismus bezeichnet, exemplarisch genannt wird das Schlüsselwerk Gruppe am Waldrand (1920) aus der Sammlung des Leopold Museum, das durch extrem dicken Farbauftrag und reliefartige Wirkung charakterisiert wird.

Flachrelief: Für Josephsohn werden in den Jahren 1951 bis 1953 stark abstrahierte und geometrisch reduzierte Flachreliefs genannt. Laut Aussendung lösten diese Arbeiten persönliche Traumatisierungen aus dem Zweiten Weltkrieg wieder auf und markieren eine Phase intensiver Abstraktion.

Metamorphosen und archetypische Formensprache: Boeckl habe nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen "Metamorphosen" eine neue Schaffensphase begonnen, die Bildgegenstände in farbige Flächen zerlegte. Josephsohns Spätwerk setze stattdessen auf Überformung der Figuren durch Materialaufbau; anatomische Details treten zugunsten archetypischer Formen zurück, heißt es in der Mitteilung.

Katalog zur Ausstellung und Kurator

Die von Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger kuratierte Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet. Laut Presseinformation erschien der Band im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln, in deutscher und englischer Sprache. Beiträge stammen von Matthias Boeckl, Lili-Vienne Debus, Ulrich Meinherz und Hans-Peter Wipplinger.

Als Kurator wird Hans-Peter Wipplinger benannt; er ist zugleich Direktor des Leopold Museum und hat die Gegenüberstellung konzipiert.

Stimmungsvolle Eröffnungsfeier und Teilnehmende

Zur Eröffnung, die Direktor Hans-Peter Wipplinger einlädt, folgten der Einladung nach Angaben des Hauses rund 700 Personen. In der Liste der Anwesenden werden unter anderem die Leopold Museum-Vorstände Josef Ostermayer und Danielle Spera sowie zahlreiche Autor*innen des Katalogs und Vertreter der Familien Boeckl und Josephsohn genannt.

Die Nennung weiterer Gäste umfasst Personen aus Museumspraxis, Kunsthandel, Sammler- und Galerienszene sowie Vertreter aus Kulturinstituten und Wirtschaft. Aus der Aussendung lassen sich exemplarisch folgende Namen entnehmen: Matthias Boeckl, Ulrich Meinherz, Lili-Vienne Debus, Felix Lehner, Ernst Ploil, Bernd Ernsting, Martha Jungwirth, Peter Kogler, Stella Rollig, Florian Steininger, Angela Baillou, Christoph Thun-Hohenstein, Dieter Ronte, Katharina Lovecky, Franz Smola, Mimi Eisenberger sowie zahlreiche weitere Nennungen und das Kürzel "u.v.m." zur Kennzeichnung weiterer Gäste.

Ausstellungsdaten, Ort und Links

Die Schau HERBERT BOECKL / HANS JOSEPHSOHN – ARCHETYPEN DES FIGURALEN ist nach Angaben des Leopold Museum vom 24.07.2026 bis 10.01.2027 in Ebene -1 des Hauses zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung stellt das Leopold Museum online bereit: leopoldmuseum.org/boeckl-josephsohn

Was die Ausstellung thematisch zusammenführt

  • Mehr als 80 Objekte aus Malerei, Skulptur und Grafik
  • Gegenüberstellung von Schlüsselwerken beider Künstler
  • Schwerpunkte: Form, Figur, Material und existenzielle Fragestellungen

FAQ zur Ausstellung Herbert Boeckl / Hans Josephsohn

Welche Künstler werden gezeigt? – Gezeigt werden Werke des österreichischen Malers Herbert Boeckl (1894–1966) und des Schweizer Bildhauers Hans Josephsohn (1920–2012). Die Gegenüberstellung bringt erstmals Arbeiten beider Künstler dialogisch zusammen.

Wie viele Objekte sind zu sehen? – Die Aussendung des Leopold Museum spricht von mehr als 80 Objekten aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Grafik, die für die Ausstellung ausgewählt wurden.

Wer hat die Ausstellung kuratiert? – Kurator und Direktor des Leopold Museum ist Hans-Peter Wipplinger; er zeichnet laut Presseinformation für die Konzeption der Gegenüberstellung verantwortlich.

Gibt es einen Katalog zur Ausstellung? – Ja. Der Katalog erschien im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln, in deutscher und englischer Sprache. Beiträge stammen von Matthias Boeckl, Lili-Vienne Debus, Ulrich Meinherz und Hans-Peter Wipplinger, heißt es in der Pressemitteilung.

Wann und wo läuft die Ausstellung? – Die Schau läuft vom 24. Juli 2026 bis 10. Januar 2027 in Ebene -1 des Leopold Museum in Wien, so die Nennung in der Aussendung.

Welche Werke werden als Beispiele genannt? – In der Mitteilung werden exemplarisch Boeckls Gruppe am Waldrand (1920) aus der Sammlung des Leopold Museum und das Porträt Josef von Wertheimstein (1921) als bedeutsame Gemälde beschrieben; bei Josephsohn werden seine Gips- und Messingskulpturen sowie Flachreliefs aus den frühen 1950er-Jahren hervorgehoben.

Quellen und Kontakt

Quellen: Informationen stammen aus der Pressemitteilung des Leopold Museum. Presseunterlagen und Bildmaterial sind laut Aussendung verfügbar: Presseunterlagen und Bildmaterial

Fotogalerie der Ausstellungseröffnung (APA-Fotogalerie): apa-fotoservice.at/galerie/39707

Kontakt Leopold Museum-Privatstiftung, Presse I Public Relations: Mag. Klaus Pokorny, Tel. +43 1 525 70 - 1507; Mag. Maria Schneeweiß, BA MA, Tel. +43 1 525 70 - 1541. E-Mail: presse [at] leopoldmuseum.org. Website: leopoldmuseum.org

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