Die österreichische Bankenlandschaft steht vor einer bedeutenden Veränderung: Am 8. April 2026 kündigte die Raiffeisen Bank International AG (RBI) ihre Absicht an, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien der Addiko Bank AG zu unterbreiten.
Am 8. April 2026 kündigte die Raiffeisen Bank International AG (RBI) ihre Absicht an, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausgegebenen und ausstehenden Aktien der Wiener Addiko Bank AG (Addiko) zu unterbreiten. Die RBI beabsichtigt, einen Barpreis von EUR 23,05 je Addiko-Aktie (cum Dividende 2025) zu bieten, entsprechend dem volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der 6‑Monats‑Periode, die am 7. April 2026 endet. Laut einem von der RBI eingeholten externen Bewertungsgutachten von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. liegt der Angebotspreis rund 20 Prozent über dem in diesem Gutachten ermittelten Wert des Eigenkapitals.
Das beabsichtigte Angebot unterliegt einer Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent sämtlicher ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien. Es stellt kein Delisting-Angebot im Sinne von § 38 Absatz 6 bis 8 Börsegesetz dar. Das Closing des beabsichtigten Angebots steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen sowie weiterer Abschlussbedingungen. Nach Einreichung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots, dessen Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission und Veröffentlichung der Angebotsunterlage durch die RBI wird die Annahmefrist zehn Wochen betragen.
Die RBI beabsichtigt, mit der Alta Group d.o.o. (Serbien), einer Aktionärin der Addiko, eine Vereinbarung abzuschließen, die unter anderem den geplanten Verkauf (Carve-out) der Addiko Bank a.d. Beograd (Serbien), der Addiko Bank d.d. Sarajevo und der Addiko Bank d.d. Banja Luka (beide Bosnien und Herzegowina) sowie der Addiko Bank A.D. Podgorica (Montenegro) durch die Addiko Bank AG vorsieht. Der Verkaufspreis des Carve-outs wird zumindest dem Verkehrswert der zu veräußernden Tochtergesellschaften entsprechen. Das Closing des Carve-outs unterliegt marktüblichen Abschlussbedingungen einschließlich kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen.
Die RBI beabsichtigt, die Addiko Bank d.d. Zagreb (Kroatien), die Addiko d.d. Ljubljana (Slowenien) sowie die Addiko Bank AG (Österreich) zu behalten. In der OTS-Mitteilung heißt es, dass sich dadurch in Kroatien der Marktanteil der RBI erhöhen würde und sie gemessen an der Bilanzsumme zur viertgrößten Bank aufsteigen würde.
Die RBI erwartet einen anfänglichen Effekt von rund minus 45 Basispunkten (bei einer Annahmequote von 75 Prozent) auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns ohne Russland. Nach erfolgreichem Abschluss des Carve-outs wird der endgültige Effekt beider Transaktionen insgesamt voraussichtlich bei rund minus 10 Basispunkten liegen. Vorbehaltlich der genannten Bedingungen wird der Abschluss des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots im vierten Quartal 2026 erwartet, während das Closing des Carve-outs für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet wird.
Für weitere Informationen nennt die Mitteilung als Ansprechpartner John P. Carlson, Head of Group Investor & Media Relations, Raiffeisen Bank International AG, Am Stadtpark 9, 1030 Wien, Österreich, E-Mail: [email protected], Telefon +43-1-71 707-2089.