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Psychotherapie studieren: 80 kostenlose Masterplätze in Krems

3. April 2026 um 10:20
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Während österreichweit Tausende Studierende auf einen Psychotherapie-Studienplatz hoffen, läuft in Krems noch bis 7. April 2024 die Bewerbungsfrist für 80 kostenlose Masterplätze. Die Universität f...

Während österreichweit Tausende Studierende auf einen Psychotherapie-Studienplatz hoffen, läuft in Krems noch bis 7. April 2024 die Bewerbungsfrist für 80 kostenlose Masterplätze. Die Universität für Weiterbildung Krems bietet damit die größte Anzahl an öffentlich finanzierten Psychotherapie-Studienplätzen im Land – eine Chance, die in Zeiten des akuten Psychotherapeut:innen-Mangels besonders wertvoll ist.

Größtes Angebot an öffentlichen Psychotherapie-Plätzen in Österreich

Mit 80 kostenlosen Masterplätzen stellt die Universität für Weiterbildung Krems das umfangreichste öffentliche Angebot für Psychotherapie-Ausbildung in ganz Österreich zur Verfügung. Zum Vergleich: Die meisten anderen Universitäten bieten deutlich weniger Plätze an. An der Universität Wien stehen beispielsweise nur 40 Plätze zur Verfügung, an der Universität Salzburg sind es 30 Plätze. Diese Zahlen verdeutlichen, warum Krems für angehende Psychotherapeut:innen besonders attraktiv ist.

"In Krems gibt es österreichweit die meisten öffentlichen Masterplätze – dadurch sind die Aufnahmechancen besonders gut", erklärt Maximilian Veichtlbauer, Vorsitzender der Hochschüler:innenschaft an der Universität für Weiterbildung Krems (ÖH-UWK). Diese statistisch besseren Chancen können für Bewerber:innen den entscheidenden Unterschied machen, denn die Konkurrenz um Psychotherapie-Studienplätze ist österreichweit enorm hoch.

Was bedeutet "Masterstudium Psychotherapie"?

Das Masterstudium Psychotherapie ist ein spezialisiertes, wissenschaftlich fundiertes Studium, das seit 2021 in Österreich angeboten wird. Es ersetzt die bisherige Ausbildung zum/zur Psychotherapeut:in, die früher ausschließlich über private Institute erfolgte und oft Kosten von 50.000 bis 70.000 Euro verursachte. Das neue universitäre Masterstudium dauert vier Semester und kombiniert theoretische Grundlagen mit praktischer Ausbildung. Absolvent:innen erhalten nach erfolgreichem Abschluss die Berechtigung zur eigenständigen Ausübung der Psychotherapie.

Der entscheidende Vorteil: Das Studium ist an öffentlichen Universitäten kostenlos – abgesehen vom regulären ÖH-Beitrag von derzeit 22,70 Euro pro Semester. Dies macht die Psychotherapie-Ausbildung erstmals für alle gesellschaftlichen Schichten zugänglich und nicht mehr nur für finanziell privilegierte Personen.

Krems als attraktiver Studienstandort in der Wachau

Die Universität für Weiterbildung Krems liegt im Herzen der UNESCO-Welterberegion Wachau, etwa 80 Kilometer westlich von Wien. Der Campus befindet sich in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt von Krems und bietet eine einzigartige Verbindung von modernem Universitätsleben und kulturellem Erbe. Die Donau-Universität, wie sie auch genannt wird, gilt als eine der führenden Weiterbildungsuniversitäten Europas.

Für Studierende bietet Krems mehrere Vorteile: Die Mietpreise sind deutlich günstiger als in Wien oder anderen Universitätsstädten. Ein Studierendenzimmer kostet durchschnittlich zwischen 300 und 500 Euro monatlich, während in Wien oft das Doppelte verlangt wird. Gleichzeitig ist die Verkehrsanbindung nach Wien ausgezeichnet – mit der S-Bahn erreicht man die Hauptstadt in etwa einer Stunde.

Die Studienqualität profitiert von kleineren Gruppengrößen und einer intensiveren Betreuung durch die Lehrenden. Während an Massenuniversitäten oft mehrere hundert Studierende in Vorlesungen sitzen, ermöglicht Krems deutlich persönlicheren Kontakt zwischen Studierenden und Lehrpersonal.

Akuter Mangel an Psychotherapeut:innen in Österreich

Der Bedarf an qualifizierten Psychotherapeut:innen in Österreich ist dramatisch hoch. Laut aktuellen Zahlen der Österreichischen Ärztekammer warten Patient:innen durchschnittlich sechs bis zwölf Monate auf einen Therapieplatz. In ländlichen Gebieten kann die Wartezeit sogar noch länger sein. Besonders dramatisch ist die Situation bei Kinder- und Jugendpsychotherapie, wo Wartezeiten von über einem Jahr keine Seltenheit sind.

Diese Entwicklung verstärkte sich durch die Corona-Pandemie erheblich. Studien zeigen, dass psychische Belastungen in der Bevölkerung um etwa 30 Prozent zugenommen haben. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Psychotherapeut:innen in den Ruhestand, ohne dass ausreichend Nachwuchs vorhanden wäre. Experten schätzen, dass österreichweit mindestens 2.000 zusätzliche Psychotherapeut:innen benötigt werden, um den aktuellen Bedarf zu decken.

Bewerbungsverfahren und Zugangsvoraussetzungen

Für das Masterstudium Psychotherapie an der Universität für Weiterbildung Krems gelten spezifische Zugangsvoraussetzungen. Bewerber:innen benötigen einen abgeschlossenen Bachelor- oder gleichwertigen Studienabschluss in Psychologie. Zusätzlich sind Kenntnisse in bestimmten Fachbereichen nachzuweisen, darunter Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Persönlichkeits- und Differenzielle Psychologie sowie Sozialpsychologie.

Das Auswahlverfahren erfolgt mehrstufig: Nach der schriftlichen Bewerbung folgt ein strukturiertes Interview, in dem sowohl fachliche Kenntnisse als auch persönliche Eignung für den Beruf geprüft werden. Dabei spielen Empathiefähigkeit, Belastbarkeit und Reflexionsvermögen eine zentrale Rolle. Die Universität legt großen Wert darauf, Studierende auszuwählen, die nicht nur fachlich qualifiziert sind, sondern auch die persönlichen Voraussetzungen für die spätere therapeutische Arbeit mitbringen.

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 7. April 2024. Interessierte können ihre Unterlagen online über das Bewerbungsportal der Universität einreichen. Neben dem Motivationsschreiben und den Zeugnissen sind auch ein Lebenslauf und gegebenenfalls Nachweise über relevante Berufserfahrung einzureichen.

Integration und Gemeinschaftsgefühl von Anfang an

Die ÖH-UWK hat angekündigt, alle neuen Psychotherapiestudierenden im Herbst zu einem gemeinsamen Schnitzelessen einzuladen. Diese Tradition unterstreicht den familiären Charakter der Universität Krems und soll den Studienstart erleichtern. "Es ist eine unkomplizierte Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und gut in das Studium zu starten", erklärt Vorsitzender Maximilian Veichtlbauer.

Solche Initiativen sind besonders wertvoll, da das Psychotherapie-Studium hohe Anforderungen an die Studierenden stellt. Neben dem theoretischen Wissen müssen auch praktische Fertigkeiten erworben und die eigene Persönlichkeit reflektiert werden. Ein starkes soziales Netzwerk unter den Kommiliton:innen kann dabei entscheidend zum Studienerfolg beitragen.

Vergleich mit anderen Bundesländern und internationalen Standards

Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern nimmt Niederösterreich mit dem Angebot in Krems eine Vorreiterrolle ein. Während Wien zwar mehr Universitäten hat, ist das Verhältnis von Studienplätzen zu Bewerber:innen in Krems günstiger. In der Steiermark bietet die Universität Graz Psychotherapie-Studienplätze an, jedoch in deutlich geringerer Anzahl. Salzburg, Tirol und andere Bundesländer haben bisher nur begrenzte Kapazitäten aufgebaut.

International betrachtet ist Österreich mit der Universitätslösung für Psychotherapie-Ausbildung durchaus fortschrittlich. In Deutschland erfolgt die Ausbildung weiterhin größtenteils über private Institute, was hohe Kosten verursacht. Die Schweiz hat ähnlich wie Österreich universitäre Programme entwickelt, allerdings mit deutlich höheren Studiengebühren. Das österreichische Modell der kostenlosen Psychotherapie-Ausbildung an öffentlichen Universitäten gilt international als vorbildlich für die Demokratisierung des Berufszugangs.

Berufsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten

Absolventen des Masterstudiums Psychotherapie haben ausgezeichnete Berufsaussichten. Der akute Mangel an Fachkräften sorgt dafür, dass praktisch alle Absolvent:innen unmittelbar nach dem Studium eine Anstellung finden. Die Verdienstmöglichkeiten sind attraktiv: Angestellte Psychotherapeut:innen in öffentlichen Einrichtungen verdienen nach dem Gehaltsschema des öffentlichen Dienstes zwischen 3.500 und 5.500 Euro brutto monatlich, je nach Erfahrung und Qualifikation.

Selbstständige Psychotherapeut:innen können deutlich höhere Einkommen erzielen. Der Kassensatz für eine 50-minütige Therapiesitzung beträgt derzeit etwa 95 Euro. Bei einer Vollauslastung sind monatliche Einkommen von 8.000 bis 12.000 Euro brutto durchaus realistisch. Allerdings müssen selbstständige Therapeut:innen auch die Kosten für Praxisräume, Versicherungen und Weiterbildungen selbst tragen.

Zukunftsperspektiven für den Beruf

Die Zukunftsaussichten für Psychotherapeut:innen in Österreich sind ausgezeichnet. Demografische Entwicklungen, zunehmende Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und wachsendes Bewusstsein für mentale Gesundheit führen zu einer steigenden Nachfrage. Experten prognostizieren, dass der Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen in den nächsten zehn Jahren um weitere 40 Prozent steigen wird.

Gleichzeitig entwickelt sich das Berufsfeld weiter: Digitale Therapieformen, spezialisierte Behandlungsansätze für verschiedene Altersgruppen und die Integration von Psychotherapie in die allgemeine Gesundheitsversorgung eröffnen neue Arbeitsfelder. Absolventen des Kremser Programms werden durch die moderne, wissenschaftlich fundierte Ausbildung optimal auf diese Entwicklungen vorbereitet.

Die Investition in einen Studienplatz in Krems kann sich somit nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich bezahlt machen. Jede:r neue Psychotherapeut:in trägt dazu bei, die Versorgungslücke zu schließen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen professionelle Hilfe anzubieten. In Zeiten, in denen psychische Gesundheit immer wichtiger wird, ist dies ein Beruf mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz und persönlicher Erfüllung.

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