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Chronik

Protest vor dem Parlament: ME/CFS-Krise in Österreich eskaliert

3. Oktober 2025
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Am 3. Oktober 2025 versammelten sich Hunderte vor dem österreichischen Parlament in Wien, um auf die prekäre Versorgungslage von Menschen mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) aufmerksam zu machen. Diese Krankheit betrifft Schätzungen zufolge rund 75.000 Menschen in Ö

Am 3. Oktober 2025 versammelten sich Hunderte vor dem österreichischen Parlament in Wien, um auf die prekäre Versorgungslage von Menschen mit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) aufmerksam zu machen. Diese Krankheit betrifft Schätzungen zufolge rund 75.000 Menschen in Österreich, doch ihre Bedürfnisse werden seit Jahren von Gesundheitsinstitutionen und der Politik ignoriert.

Was ist ME/CFS?

ME/CFS ist eine schwere, chronische Erkrankung, die durch extreme Erschöpfung, Schmerzen und neurologische Probleme gekennzeichnet ist. Diese Symptome verschlimmern sich oft nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, ein Phänomen, das als Post-Exertional Malaise (PEM) bekannt ist. Die Krankheit kann so schwerwiegend sein, dass Betroffene nicht mehr arbeiten können und auf Pflege angewiesen sind.

Die historische Vernachlässigung

Seit Jahrzehnten kämpfen Betroffene und ihre Angehörigen um Anerkennung und Unterstützung. Doch die Politik hat es bisher versäumt, die notwendigen Schritte zur Verbesserung der Versorgung zu unternehmen. Die Situation erinnert an die Herausforderungen während der Corona-Pandemie, als die Auswirkungen auf private Haushalte, insbesondere auf Frauen, ignoriert wurden.

Die Forderungen der Demonstranten

  • Anerkennung durch die PVA: Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) und andere Gesundheitsinstitutionen sollen ME/CFS als ernstzunehmende Krankheit anerkennen.
  • Soziale Absicherung: Ein schneller und barrierefreier Zugang zu Sozialleistungen ist erforderlich, um die finanzielle Belastung der Betroffenen zu mindern.
  • Medizinische Versorgung: Der Aufbau spezialisierter kassenärztlicher Ambulanzen in ganz Österreich ist dringend notwendig.
  • Forschung: Eine umfassende Datenbasis und eine langfristige Finanzierung der Forschung sind entscheidend für das Verständnis und die Behandlung der Krankheit.

Expertenmeinungen zur Krise

Ein Experte für öffentliche Gesundheit betonte, dass die Vernachlässigung von ME/CFS eine soziale Krise darstellt. "Die Ignoranz gegenüber dieser Krankheit hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch gravierende sozioökonomische Folgen", erklärte er. "Ohne angemessene Unterstützung drohen viele Betroffene in die Armut abzurutschen."

Vergleich mit anderen Bundesländern

Während das Burgenland erste Schritte zur Verbesserung der Versorgung unternommen hat, bleibt der Rest Österreichs weit zurück. In anderen Bundesländern fehlen spezialisierte Ambulanzen völlig, was die Situation für Betroffene weiter verschärft.

Die Auswirkungen auf die Bürger

Für die Betroffenen von ME/CFS bedeutet die aktuelle Situation nicht nur gesundheitliche Einschränkungen, sondern auch finanzielle und soziale Isolation. Viele können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen und sind auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen. Die fehlende staatliche Hilfe führt oft zu einem Teufelskreis aus Armut und Krankheit.

Zukunftsausblick

Die Demonstration und das Solidaritätskonzert sind nur der Anfang eines langen Kampfes um Anerkennung und Unterstützung. Die Organisatoren hoffen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit die Politik zum Handeln zwingt. "Es ist höchste Zeit, dass die Regierung Verantwortung übernimmt und die notwendigen Maßnahmen ergreift, um die Versorgungslage zu verbessern", so ein Sprecher der Veranstaltung.

Die Veranstaltung wurde von der Organisation MUT - ME: Unterstützung und Teilhabe organisiert, die sich seit Jahren für die Rechte von ME/CFS-Betroffenen einsetzt. Die Spenden des Konzerts sollen direkt in die Unterstützung der Betroffenen fließen.

Politische Zusammenhänge

Die Untätigkeit der Politik in Bezug auf ME/CFS steht im Einklang mit einer allgemeinen Tendenz, gesundheitspolitische Herausforderungen zu ignorieren. Der Vergleich mit der Corona-Krise zeigt, dass ähnliche Muster der Vernachlässigung und Abwälzung von Verantwortung auf die privaten Haushalte bestehen.

Fazit

Die Demonstration am 3. Oktober 2025 könnte ein Wendepunkt im Kampf um die Rechte von ME/CFS-Erkrankten in Österreich sein. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Politik endlich aufwacht und die notwendigen Schritte zur Verbesserung der Versorgung unternimmt.

Schlagworte

#Demonstration#Gesundheitspolitik#ME/CFS#Österreich#Protest#Solidaritätskonzert#versorgung

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