Zum Pride Month zeigt ORF 2 Dokumentationen, Live‑Formate und einen Universum‑Zweiteiler
ORF sendet im Juni zur Pride‑Woche u. a. die Universum‑History‑Premiere „Die Heilige Schar“ (5. Juni) sowie „Stonewall“, „Meilensteine queerer Geschichte“ und die Regenbogenparade.
Der ORF widmet Teile seines Programms im Juni dem Pride Month: Als ORF‑Premiere zeigt ORF 2 am Freitag, dem 5. Juni 2026, die 90‑minütige „Universum History“-Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ von Lefteris Charitos. Der Film ist laut ORF als ORF‑Premiere um 22.35 Uhr in ORF 2 und parallel auf ORF ON zu sehen.
Neben dieser Dokumentation umfasst das ORF‑Programm zum Pride Month mehrere weitere Sendungen und Live‑Formate: Die „dokFilm“-Premiere „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“, Beiträge in „kulturMONTAG“ und „Kultur Heute“, ein zweiteiliger „Universum History“-Zyklus zu „Meilensteine queerer Geschichte“ sowie eine umfassende Berichterstattung zur diesjährigen Regenbogenparade in Wien.
Die Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ widmet sich einer historischen Überlieferung aus dem antiken Griechenland: Vor mehr als 2.000 Jahren soll es in Theben eine Elitetruppe aus 300 Kriegern gegeben haben, die als „Heilige Schar“ bezeichnet wird und aus 150 männlichen Paaren bestanden haben soll. Neu entdeckte Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert und der Skelettfund eines Kämpfers rücken diese Erzählung laut ORF erneut in den Fokus der Forschung.
Der Film versucht nach Angaben des Senders, „die Wahrheit über die angeblichen schwulen Elite‑Krieger der Antike herauszufinden“. In der OTS‑Mitteilung verweist der ORF auf historische Eckdaten: Die Heilige Schar sei 379 v. Chr. von Theben gegründet worden, um der Vormacht Spartas etwas entgegenzusetzen; Berichte über die Einheit finden sich unter anderem bei Plutarch. Vier Jahrzehnte lang dominiere die Truppe demnach die Schlachtfelder, bis sie in der Schlacht von Chaeroneia 338 v. Chr. von Philipp II. von Makedonien und seinem Sohn, dem späteren Alexander dem Großen, ausgelöscht worden sei. Diese Schlacht markiere laut Mitteilung den Beginn einer neuen Ära in der antiken griechischen Geschichte.
Der ORF listet mehrere Programmpunkte rund um den Pride Month, die in ORF 2, ORF III und auf ORF ON ausgestrahlt werden. Zentrale Termine sind:
Die „dokFilm“-Premiere „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“ blickt laut ORF auf den Aufstand von LGBTQI‑Personen in New York City 1969 zurück, der in der Nacht zum 28. Juni 1969 im Stonewall Inn in Greenwich Village kulminierte. Die Filmemacherin Mathilde Fassin rekapituliere die Ereignisse jener Nacht, die auf eine gewaltsame Polizeirazzia folgten, und zeige, wie kurz danach Lesben, Schwule und Transpersonen begannen, sich zu organisieren; ein Jahr später habe der erste Pride‑Marsch stattgefunden. Die Dokumentation beziehe Zeitzeugen und Aktivistinnen der historischen Ereignisse ein und zeichne laut ORF auch ein Bild der Gegenwart, „in der LGBTQI‑Rechte wieder zusehends unter Druck geraten“.
Der „kulturMONTAG“ am 8. Juni stellt unter anderem die Neuproduktion von Johann Strauss' „Die Fledermaus“ an der Volksoper Wien vor. Tom Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst, übernehme laut ORF die Sprechrolle des „Frosch“. Volksopern‑Intendantin Lotte de Beer habe eine eigens geschaffene Textfassung angekündigt, mit der sie der Operette „frischen Wind“ und „ein klares Zeichen für Vielfalt“ geben wolle.
In „Kultur Heute“ (ORF III, 3. Juni, 19.40 Uhr) empfängt der ORF Performancekünstlerin Stefanie Sourial, deren Fokus laut Mitteilung auf queeren, antirassistischen und gesellschaftskritischen Themen liegt, sowie Kian Kaiser alias „Der Kuseng“. Beide sind der Mitteilung zufolge auch in der Kulisse Wien mit ihren jeweiligen Kabarettprogrammen vertreten: Sourials Stück trägt den Titel „Pharao in Drag“, Kaisers Beitrag ist „Hoamatlond, Hoamatlond“ und war dem ORF zufolge am 2. Juni in der Kulisse Wien angekündigt.
Der ORF kündigt einen zweiteiligen „Universum History“-Zyklus unter dem Titel „Meilensteine queerer Geschichte“ an. Der erste Teil („Verbotenes Begehren“) zeigt laut Mitteilung im Mittelpunkt Sigmund Freud und die junge Wienerin Margarethe Csonka (gespielt von Christina Cervenka) im Wien 1919. In diesem Teil spiele Karl Markovics die Rolle Sigmund Freuds; Regisseur ist Fritz Kalteis. Der Film schildere, wie Gretl von ihren Eltern zu Freud geschickt werde, um angeblich von ihrem „verbotenen Begehren“ geheilt zu werden, und wie Freud in der Erzählung zum Schluss komme, dass Homosexualität weder geheilt werden könne noch geheilt werden müsse. Dieser Teil läuft am Freitag, dem 12. Juni, um 23.10 Uhr in ORF 2.
Der zweite Teil („Verfolgte Liebe“) stelle Josef Kohout aus Wien in den Mittelpunkt: Er sei laut ORF der erste homosexuelle KZ‑Häftling, der seinen Leidensweg öffentlich gemacht habe (wenn auch unter Pseudonym). Der Film zeige Kohouts Inhaftierung, die fünf qualvollen Jahre in Haft mit dem berüchtigten Rosa Winkel und die spätere Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte unter dem Titel „Die Männer mit dem Rosa Winkel“, die laut Mitteilung zu einem Schlüsselwerk der zweiten schwul‑lesbischen Bewegung geworden sei. Dieser zweite Teil ist laut ORF für Freitag, den 19. Juni, um 23.15 Uhr in ORF 2 angekündigt.
Die „Heilige Schar“ wird in der Meldung als eine Eliteeinheit aus Theben beschrieben, die 379 v. Chr. gegründet worden sei. Die Einheit besteht der Erzählung zufolge aus 300 Männern bzw. 150 männlichen Paaren und spielt in antiken Quellen wie denen von Plutarch eine Rolle.
Stonewall beschreibt in der Mitteilung die nächtliche Konfrontation im Stonewall Inn in Greenwich Village, New York City, in der Nacht zum 28. Juni 1969: Eine Polizeirazzia eskalierte, die Gäste leisteten Widerstand, und diese Ereignisse gelten laut ORF als Geburtsstunde der Gay Pride.
Der Pride Month ist in der ORF‑Mitteilung der Anlass, zu dem der Sender ein spezielles Programm mit Dokumentationen, Gesprächsformaten und Live‑Berichterstattung zusammengestellt hat. Traditionell finden im Juni Veranstaltungen und Gedenkformate rund um LGBTQI‑Themen statt.
Der „rosa Winkel“ wird in der Meldung als das Kennzeichen beschrieben, mit dem homosexuelle KZ‑Häftlinge gebrandmarkt wurden. Im Film über Josef Kohout ist das Symbol Teil der Darstellung seiner Inhaftierung und der Folgen.
Die Regenbogenparade zieht laut ORF heuer zum 30. Mal über die Wiener Ringstraße. Der ORF begleitet dieses Jubiläum mit einem Live‑Spezial auf ORF ON und einer abendlichen Zusammenfassung auf ORF 1.
Die 90‑minütige Dokumentation von Lefteris Charitos wird laut ORF als ORF‑Premiere am Freitag, dem 5. Juni 2026, um 22.35 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt; sie ist gleichzeitig auf ORF ON verfügbar.
Neben der Heiligen Schar nennt der ORF die „dokFilm“-Premiere „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“ (7. Juni, 23.05 Uhr, ORF 2) sowie den „Universum History“-Zweiteiler „Meilensteine queerer Geschichte“ (12. Juni, 23.10 Uhr; 19. Juni, 23.15 Uhr, jeweils ORF 2).
Der ORF berichtet über die 30. Regenbogenparade mit einem Live‑Spezial am Samstag, dem 13. Juni, ab 12.00 Uhr auf ORF ON. Am Abend präsentiert ORF 1 laut Mitteilung ab 23.40 Uhr „Regenbogenparade 26 – Pride and Party“ mit den Highlights der Parade.
„Kultur Heute“ begrüßt am Mittwoch, dem 3. Juni, um 19.40 Uhr in ORF III Performancekünstlerin Stefanie Sourial und Kabarettist und Transmann Kian Kaiser alias „Der Kuseng“ zum Gespräch über den Pride Month und ihre Auftritte in Wien.
Beide Teile des „Universum History“-Zweiteilers werden im ORF‑Programm mit Regisseur Fritz Kalteis ausgewiesen. Der erste Teil („Verbotenes Begehren“) behandelt Freud und die junge Margarethe Csonka, der zweite Teil („Verfolgte Liebe") thematisiert das Leben von Josef Kohout.
Tom Neuwirth, bekannt als Conchita Wurst und ehemaliger Eurovision‑Song‑Contest‑Sieger, übernimmt laut ORF die Sprechrolle des „Frosch“ in der Neuproduktion von „Die Fledermaus“ an der Volksoper Wien, die im „kulturMONTAG“ am 8. Juni vorgestellt wird.
Quelle: ORF, Presseaussendung (Presseinformation des Senders). Weitere Informationen sind über die ORF‑Presseseite abrufbar: http://presse.ORF.at