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Medien

ORF-DialogForum: Medienkrise und Sparprogramme im Fokus

Experten diskutieren über die Auswirkungen von Budgetkürzungen auf die Medienqualität

21. Februar 2026
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Am 24. Februar diskutieren Medienexperten über Sparprogramme in der Medienbranche und deren Folgen für Journalismus und Demokratie.

Die österreichische Medienlandschaft steht vor großen Herausforderungen. Sparprogramme und Budgetkürzungen prägen den Alltag von Medienunternehmen, während gleichzeitig die Dominanz der großen Tech-Konzerne zunimmt. Das ORF-DialogForum "WEGgekürzt – Sparen bei den Medien: Was auf dem Spiel steht" widmet sich diesen drängenden Fragen und bringt führende Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen.

Hochkarätige Expertenrunde im RadioKulturhaus

Am 24. Februar 2026 um 13.00 Uhr versammeln sich im ORF RadioKulturhaus namhafte Fachleute, um über die aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche zu diskutieren. Unter der Leitung von Klaus Unterberger (ORF Public Value) nehmen acht Experten aus verschiedenen Bereichen teil, die unterschiedliche Perspektiven auf die Medienkrise einbringen.

Die Teilnehmer repräsentieren ein breites Spektrum der Medienforschung und -praxis: Von der Universität Moldawien ist Natalia Beregoi vertreten, während Boris Bergant als ehemaliger Vizepräsident der European Broadcasting Union (EBU) internationale Erfahrungen einbringt. Dieter Bornemann, Vorsitzender des ORF-Redaktionsrats, vertritt die journalistische Selbstverwaltung.

Aus dem akademischen Bereich kommen weitere wichtige Stimmen: Michael Litschka von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten, Manuel Puppis von der Universität Fribourg und Stephanie Schiedermair von der Universität Leipzig bringen medienökonomische und medienpolitische Expertise ein. Die Praxis ist durch Colette M. Schmidt, Redakteurin beim "Standard", und Renate Schröder, Leiterin der European Federation of Journalists (EFJ), vertreten.

Zentrale Fragen der modernen Medienlandschaft

Das DialogForum stellt fundamentale Fragen, die das Herz der aktuellen Medienkrise betreffen. Können weniger Journalistinnen und Journalisten tatsächlich mehr leisten? Diese Frage beschäftigt Redaktionen in ganz Europa, wo Personaleinsparungen zur Normalität geworden sind. Die Realität zeigt oft ein anderes Bild: Überlastete Redaktionen, weniger Zeit für Recherche und eine Fokussierung auf schnelle Nachrichtenproduktion statt auf tiefgehenden Journalismus.

Ebenso kritisch ist die Frage, ob mit reduziertem Budget bessere Medienqualität produziert werden kann. Diese scheinbar paradoxe Erwartung wird oft an Medienunternehmen herangetragen, die gleichzeitig sparen und ihre Qualität steigern sollen. Die Diskussion wird zeigen, welche kreativen Lösungen möglich sind und wo die Grenzen liegen.

Besonders brisant ist die Herausforderung, wie ohne zusätzliche Investitionen der Dominanz der Digital Giants begegnet werden kann. Facebook, Google und andere Tech-Konzerne kontrollieren zunehmend die Informationsverbreitung und die Werbeerlöse, die traditionell den Journalismus finanziert haben. Europäische Medienunternehmen stehen vor der Aufgabe, mit begrenzten Ressourcen gegen diese übermächtigen Konkurrenten zu bestehen.

Neue ORF-Publikation begleitet das Forum

Parallel zum DialogForum präsentiert der ORF die achte Ausgabe seiner Schriftenreihe "TEXTE" mit dem Titel "Weggekürzt? Sparen in der Medienwelt – Was auf dem Spiel steht". Diese wissenschaftliche Publikation vertieft die Themen der Diskussion und bietet fundierte Analysen zur aktuellen Situation der Medienbranche.

Die Schriftenreihe des ORF hat sich als wichtige Plattform für medienrelevante Forschung etabliert und trägt zur wissenschaftlichen Fundierung der öffentlichen Debatte bei. Nach der Präsentation wird die aktuelle Ausgabe auf der Website zukunft.ORF.at kostenlos zum Download verfügbar sein, was die Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich macht.

Demokratische Funktion des Journalismus in Gefahr

Die Sparmaßnahmen in der Medienbranche haben weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen. Weniger Journalisten bedeuten weniger Recherche, weniger kritische Berichterstattung und letztendlich eine schwächere Kontrollfunktion der Medien. In Zeiten von Fake News und Desinformation wird diese Entwicklung besonders problematisch.

Die European Federation of Journalists, vertreten durch Renate Schröder, warnt seit Jahren vor den Auswirkungen der Medienkrise auf die Demokratie. Wenn lokale Zeitungen schließen und Redaktionen zusammengelegt werden, entstehen Informationslücken, die schwer zu schließen sind. Gerade die Berichterstattung über regionale und lokale Themen leidet unter den Sparmaßnahmen.

Gleichzeitig wächst der Einfluss der großen Tech-Plattformen, die Nachrichten verbreiten, ohne selbst journalistische Inhalte zu produzieren. Diese Entwicklung bedroht nicht nur die Finanzierung des Journalismus, sondern auch die Qualität der öffentlichen Debatte.

Internationale Perspektiven auf die Medienkrise

Die Teilnahme von Experten aus verschiedenen Ländern unterstreicht den internationalen Charakter der Medienkrise. Natalia Beregoi von der Universität Moldawien bringt Erfahrungen aus Osteuropa ein, wo Medien oft unter besonders schwierigen Bedingungen arbeiten müssen.

Manuel Puppis von der Universität Fribourg kann die Schweizer Perspektive einbringen, wo das Mediensystem andere Herausforderungen als in Österreich bewältigen muss. Diese internationale Perspektive ist wichtig, um Lösungsansätze zu identifizieren, die in verschiedenen medienpolitischen Kontexten funktionieren können.

Boris Bergant, ehemaliger Vizepräsident der EBU, verfügt über umfassende Erfahrungen mit öffentlich-rechtlichen Medien in ganz Europa. Seine Einschätzung wird besonders wertvoll sein, wenn es um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geht, der in vielen Ländern unter Legitimationsdruck steht.

Breite Verfügbarkeit für das österreichische Publikum

Der ORF sorgt mit einem umfassenden Verbreitungskonzept dafür, dass die Diskussion ein breites Publikum erreicht. Die Veranstaltung wird live auf zukunft.ORF.at gestreamt, was eine direkte Teilnahme für alle Interessierten ermöglicht. Diese Live-Übertragung unterstreicht die Bedeutung des Themas und die Transparenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Zusätzlich wird die Aufzeichnung am 2. März um 0.20 Uhr in ORF III ausgestrahlt und auf ORF ON verfügbar sein. Diese zeitversetzte Ausstrahlung berücksichtigt, dass viele Menschen während der Arbeitszeit nicht live zusehen können. Auch auf ORF Sound wird die Diskussion nachzuhören sein, was die Reichweite weiter erhöht.

DialogForum als Teil der ORF-Strategie

Das ORF-DialogForum ist mehr als nur eine einzelne Veranstaltung – es ist Teil der strategischen Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, den Dialog mit der Gesellschaft zu intensivieren. In einer Zeit, in der das Vertrauen in Medien unter Druck steht, ist dieser direkte Austausch besonders wichtig.

Die Initiative zielt darauf ab, das Gespräch mit dem Publikum, den österreichischen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen zu beleben. Durch die Behandlung relevanter Themen wie der Medienkrise trägt das DialogForum zur öffentlichen Meinungsbildung bei und erfüllt damit einen wichtigen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Die Veranstaltung zeigt auch, wie der ORF seine Rolle als Diskussionsplattform für gesellschaftlich relevante Themen wahrnimmt. In einer fragmentierten Medienlandschaft ist es wichtig, dass es Plattformen gibt, die verschiedene Perspektiven zusammenführen und sachliche Diskussionen ermöglichen.

Schlagworte

#ORF#DialogForum#Medien#Journalismus#Medienkrise#Sparprogramme#Digitale Medien#Demokratie#Fernsehen

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