Am 14. Januar 2026 richtete die Arbeiterkammer Wien einen eindringlichen Appell an die österreichische Bundesregierung: Eine zukunftstaugliche Industriestrategie ist unerlässlich. Inmitten der Herausforderungen, die Digitalisierung und ökologische Transformation mit sich bringen, ist es entscheidend
Am 14. Januar 2026 richtete die Arbeiterkammer Wien einen eindringlichen Appell an die österreichische Bundesregierung: Eine zukunftstaugliche Industriestrategie ist unerlässlich. Inmitten der Herausforderungen, die Digitalisierung und ökologische Transformation mit sich bringen, ist es entscheidend, Österreichs Position in den neuen europäischen Wertschöpfungsketten zu stärken. Die Arbeiterkammer begrüßt daher die Initiative der Regierung zur aktiven Industriepolitik.
„Der Wandel muss aktiv gestaltet werden – statt erst dann zu reagieren, wenn der Druck, etwa durch Krisen, von außen kommt“, betont Tobias Schweitzer, Bereichsleiter Wirtschaft der AK. Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit einer proaktiven Herangehensweise. Arbeitnehmer:innen müssen im Mittelpunkt stehen, um die gewünschte Transformation erfolgreich zu gestalten.
AK und ÖGB haben in Gesprächen besonders auf ein strategisches Ziel gedrängt: Qualifizierungen und Weiterbildung. Gute Industriepolitik steht und fällt mit den Menschen, die in den Betrieben arbeiten. „Qualifizierung und Weiterbildung müssen daher einen zentralen Platz in der Strategie haben – mit konkreten Schritten und ausreichenden Mitteln“, so Schweitzer.
Die Industriepolitik in Österreich hat eine lange Tradition, die bis in die Nachkriegszeit zurückreicht. Damals war der Wiederaufbau der industriellen Infrastruktur entscheidend für das Wirtschaftswachstum. In den 1980er Jahren begann man, die Industriepolitik stärker auf Innovation und Technologie auszurichten. Heute stehen Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Fokus.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen Nachholbedarf hat. Während Deutschland mit seiner „Industrie 4.0“-Strategie frühzeitig auf Digitalisierung setzte, hat die Schweiz mit ihrer Innovationsförderung und starken Forschungslandschaft Maßstäbe gesetzt. Österreich kann von diesen Beispielen lernen und seine Strategie entsprechend anpassen.
Eine erfolgreiche Industriestrategie hat direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung. Zum Beispiel können durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Die Förderung von Transformationsregionen könnte strukturschwache Gebiete stärken und die regionale Wirtschaft ankurbeln. Leistbare Energiepreise sind ein weiterer Aspekt, der sowohl Unternehmen als auch Haushalte entlasten würde.
Österreichs Industrie trägt maßgeblich zur Wirtschaft bei. Mit einem Anteil von rund 22% am Bruttoinlandsprodukt ist sie ein zentraler Pfeiler. Die Beschäftigungsquote in der Industrie liegt bei etwa 18%, was die Bedeutung dieses Sektors unterstreicht. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Zukunft der österreichischen Industrie hängt von der erfolgreichen Umsetzung der Strategie ab. Experten prognostizieren, dass Österreich durch gezielte Maßnahmen in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit seine Position in Europa stärken kann. Die Einbindung der Sozialpartner und laufende Evaluierungen sind entscheidend, um die Strategie dynamisch anzupassen und weiterzuentwickeln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreichs Zukunft maßgeblich von einer klaren und umsetzungsstarken Industriestrategie abhängt. Die Herausforderungen sind groß, aber mit einer aktiven Gestaltung und der Einbindung aller relevanten Akteure kann der Wandel gelingen. Wie sehen Sie die Zukunft der Industriepolitik in Österreich? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!