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Österreich ist EU-Schlusslicht bei Väterkarenz: Nur 9 Tage vs. 416 Tage

11. April 2026 um 09:46
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Eine besorgniserregende Statistik rückt Österreichs Familienpolitik in den Fokus: Während Mütter nach der ersten Geburt durchschnittlich 416 Tage in bezahlter Elternkarenz verbringen, nehmen Väter lediglich neun Tage.

Eine besorgniserregende Statistik rückt Österreichs Familienpolitik in den Fokus: Während Mütter nach der ersten Geburt durchschnittlich 416 Tage in bezahlter Elternkarenz verbringen, nehmen Väter lediglich neun Tage. Diese Ungleichverteilung macht Österreich zum EU‑Schlusslicht bei der Väterkarenz. Die von SPÖ-Familiensprecher Bernhard Herzog präsentierten Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass viele Familien bereits weiter sind als die bestehenden Rahmenbedingungen.

Die Zahlen der österreichischen Karenz‑Realität

Mit nur 16,7 Prozent der Väter, die überhaupt in Elternkarenz gehen, liegt Österreich im europäischen Vergleich am Ende. SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz kommentiert: „Die Ergebnisse machen sichtbar, wo es in Österreich noch hakt – und dass viele Familien längst weiter sind als die bestehenden Rahmenbedingungen.“

Finanzielle Sicherheit und Altersarmut

Schatz weist darauf hin, dass ungleiche Karenzzeiten weitreichende Folgen haben können: „Wer den Großteil der Sorgearbeit trägt, hat ein höheres Armutsrisiko im Alter. Deshalb ist eine faire Aufteilung der Karenzzeit auch eine Frage der finanziellen Sicherheit für Frauen.“

Forderungen und strukturelle Voraussetzungen

Schatz betont, dass echte Partnerschaftlichkeit nur gelingt, wenn beide Elternteile von Anfang an eingebunden sind: „Wenn Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, profitieren alle in der Familie.“ Dafür brauche es verlässliche Strukturen, die Vereinbarkeit ermöglichen, etwa gute Kinderbetreuung und Arbeitsmodelle, die auf das Leben von Familien abgestimmt sind. Sie erwartet sich auch von der Umsetzung der Lohntransparenz‑Richtlinie einen Beitrag zum Schließen der Lohnschere: „Das ist eine zentrale Voraussetzung für eine gerechtere Aufteilung der Karenzzeiten.“

Gesellschaftliche Dimension

Gleichzeitig verweist sie auf die Bedeutung gesellschaftlicher Veränderungen: „Viele Männer stoßen noch immer auf Vorurteile, wenn sie in Karenz gehen wollen – das zeigt, wie tief traditionelle Rollenbilder verankert sind. Es muss im Interesse von uns allen sein, diese alten Denkmuster aufzubrechen.“

Die gesammelten Umfrage‑Ergebnisse können hier nachgelesen werden: https://www.spoe.at/elternkarenz-ergebnisse/

(Schluss) mf/ff

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