Am 31. Dezember 2025, kurz vor dem Jahreswechsel, richtet der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Wolfgang Katzian, einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Er fordert, dass das Jahr 2026 im Zeichen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen muss. Diese Forderung k
Am 31. Dezember 2025, kurz vor dem Jahreswechsel, richtet der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Wolfgang Katzian, einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Er fordert, dass das Jahr 2026 im Zeichen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen muss. Diese Forderung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da mit Jahresbeginn bereits einige Verbesserungen für die Beschäftigten in Kraft treten werden. Dazu gehören etwa die steuerliche Neuregelung der Sonn- und Feiertagsarbeit, die Möglichkeit der Teilpension und der verpflichtende Hitzeschutz bei Schwerarbeit in der Pflege. Doch Katzian betont, dass dies nur der Anfang sein kann und weitere Maßnahmen dringend notwendig sind.
Mit dem Beginn des Jahres 2026 treten in Österreich mehrere gesetzliche Änderungen in Kraft, die sich positiv auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auswirken sollen. Eine wichtige Neuerung ist die steuerliche Neuregelung der Sonn- und Feiertagsarbeit. Diese Anpassung zielt darauf ab, die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer zu reduzieren, die an diesen Tagen arbeiten müssen. Zudem wird die Möglichkeit der Teilpension eingeführt, die es älteren Arbeitnehmern erlaubt, schrittweise in den Ruhestand zu treten, ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.
Ein weiterer bedeutender Schritt ist der verpflichtende Hitzeschutz für Arbeitnehmer in der Pflege. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass Beschäftigte in diesem anspruchsvollen Berufsfeld vor den gesundheitlichen Risiken extremer Hitze geschützt werden. Angesichts der zunehmenden Hitzewellen in Europa ist dies ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Ein zentrales Thema der Gewerkschaften ist die Sicherung von Arbeitsplätzen durch eine nachhaltige Industriestrategie. Diese soll nicht nur den Standort Österreich stärken, sondern auch die Beschäftigung langfristig sichern. Katzian zeigt sich optimistisch, dass die Verhandlungen hierzu bald abgeschlossen werden könnten.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Familienförderung. Der ÖGB setzt sich für eine flächendeckende Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag ein. Diese Maßnahme ist entscheidend, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und gleichzeitig die Geburtenrate zu stabilisieren. Der aktuelle Familienreport zeigt, dass immer weniger Frauen Kinder bekommen, was unter anderem auf fehlende Betreuungsmöglichkeiten zurückzuführen ist.
Ein zentrales Anliegen des ÖGB ist der Kampf gegen die Teuerung, die viele Haushalte in Österreich belastet. Obwohl Maßnahmen wie die Mietpreisbremse bereits entlastend wirken, sieht Katzian weiteren Handlungsbedarf. Er fordert eine entschlossene Bekämpfung der Inflation, insbesondere im Lebensmittelbereich, wo die Teuerung besonders stark spürbar ist.
Der ÖGB schlägt die Einrichtung einer Anti-Teuerungskommission vor, die mit klaren Eingriffsbefugnissen ausgestattet sein soll. Diese Kommission könnte Sanktionen verhängen und eine Preisdatenbank einrichten, um die Preisentwicklung entlang der Wertschöpfungskette zu beobachten. Solche Maßnahmen könnten helfen, ungerechtfertigte Preisaufschläge zu verhindern und die Kaufkraft der Konsumenten zu stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Trotz Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung bleibt die Arbeitslosigkeit in Österreich hoch. Katzian fordert daher gezielte Maßnahmen, um die Beschäftigung zu fördern. Dazu gehört unter anderem die Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung für Unternehmen, die systematisch Beschäftigte zwischenparken. Diese Praxis führt dazu, dass rund 65.000 Menschen im Winter ohne Beschäftigung sind, obwohl eine Wiedereinstellzusage besteht.
Laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) kostet diese Praxis den Staat jährlich rund 700 Millionen Euro. Katzian schlägt vor, dieses Geld besser in die Qualifikation von Arbeitssuchenden zu investieren. Zudem fordert er ein Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, um deren Potenzial besser zu nutzen und das Pensionssystem zu entlasten.
In Anbetracht der wirtschaftlichen Herausforderungen betont Katzian, dass auch die wohlhabenderen Teile der Gesellschaft mehr zur Bewältigung der Krise beitragen müssen. Er fordert eine gerechtere Verteilung der Lasten und mehr Engagement im Kampf gegen die Teuerung. Die Gewerkschaften sind bereit, ihre Expertise einzubringen und die notwendigen Diskussionen zu führen, um die Situation für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verbessern.
Abschließend appelliert Katzian an die Politik und die Gesellschaft, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen und 2026 zu einem Jahr der positiven Veränderungen für die Arbeitnehmer zu machen. Die Forderungen des ÖGB liegen auf dem Tisch, und die Gewerkschaften sind bereit, sich aktiv einzubringen, um die Lebensbedingungen der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern.