Am 9. Januar 2026 stellte die österreichische Sozialministerin Korinna Schumann gemeinsam mit der AMS-Vorständin Petra Draxl die Aktion 55+ vor. Diese Initiative zielt darauf ab, tausenden Arbeitssuchenden über 55 Jahren, die seit langer Zeit vergeblich eine Anstellung suchen, neue Arbeitsplätze zu
Am 9. Januar 2026 stellte die österreichische Sozialministerin Korinna Schumann gemeinsam mit der AMS-Vorständin Petra Draxl die Aktion 55+ vor. Diese Initiative zielt darauf ab, tausenden Arbeitssuchenden über 55 Jahren, die seit langer Zeit vergeblich eine Anstellung suchen, neue Arbeitsplätze zu bieten. SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch lobt die Aktion als bedeutendes und effektives Vorhaben. Der Fokus auf ältere Arbeitnehmer ist in der aktuellen Arbeitsmarktsituation äußerst relevant.
Die Aktion 55+ ist eine neue Arbeitsmarktförderung, die im Jahr 2026 zwischen drei- und sechstausend älteren Arbeitssuchenden eine neue berufliche Perspektive eröffnen soll. Die Erwerbsbeteiligung in der Altersgruppe der über 55-Jährigen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ende 2025 waren laut Sozialministerium etwa 710.000 Personen über 55 unselbständig beschäftigt. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 waren es nur rund 260.000. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich hoch.
Die demografische Entwicklung in Österreich zeigt, dass die Bevölkerung altert und der Anteil der älteren Erwerbstätigen steigt. Diese Entwicklung stellt sowohl den Arbeitsmarkt als auch die Sozialpolitik vor neue Herausforderungen. Seit den 2000er Jahren hat sich die Erwerbsquote der über 55-Jährigen mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die Anhebung des Pensionsantrittsalters und verstärkte Anreize zur Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch dort steigt die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen kontinuierlich an, was auf ähnliche demografische und wirtschaftspolitische Entwicklungen zurückzuführen ist. In Deutschland etwa wird die Rente mit 67 eingeführt, um die Rentensysteme langfristig zu stabilisieren.
Die Aktion 55+ wird in zwei Hauptbereichen umgesetzt: Zum einen sollen neue Arbeitsplätze in sozioökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten geschaffen werden, was 60 Prozent der geförderten Arbeitsplätze ausmacht. Zum anderen wird die Aktion über Eingliederungsbeihilfen neue Arbeitsplätze in Unternehmen fördern, was 40 Prozent der geförderten Arbeitsplätze betrifft.
Für ältere Arbeitssuchende bedeutet dies neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Beispiel ist Frau Huber, 58 Jahre alt, die nach jahrelanger Jobsuche durch die Aktion 55+ eine Anstellung in einem gemeinnützigen Projekt gefunden hat. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Beschäftigung fördern, sondern auch das Selbstwertgefühl und die soziale Integration der Betroffenen stärken.
Die Aktion 55+ wird mit einem Budget von mehreren Millionen Euro ausgestattet, um die Arbeitsmarktintegration älterer Arbeitnehmer zu fördern. Laut Angaben des Sozialministeriums sollen dadurch bis zu 6.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Diese Investition ist ein wichtiger Schritt, um die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der über 55-Jährigen zu senken.
Experten sehen in der Aktion 55+ einen wichtigen Schritt zur Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt. Sie betonen jedoch, dass auch die Unternehmen gefordert sind, sich auf die demografischen Veränderungen einzustellen und ältere Arbeitnehmer als wertvolle Ressource zu erkennen. Die demografische Entwicklung erfordert ein Umdenken in der Personalpolitik, um das Potenzial älterer Arbeitnehmer voll auszuschöpfen.
Die Aktion 55+ könnte ein Modell für zukünftige Arbeitsmarktinitiativen sein, die sich auf spezifische Altersgruppen konzentrieren. Langfristig wird erwartet, dass solche Maßnahmen die Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der über 55-Jährigen senken und die Erwerbsquote weiter steigern. Die demografische Entwicklung wird den Arbeitsmarkt auch in den kommenden Jahren prägen, weshalb Initiativen wie die Aktion 55+ von entscheidender Bedeutung sind.
Die Aktion 55+ stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Arbeitsmarktsituation älterer Arbeitnehmer in Österreich zu verbessern. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Förderung der Integration älterer Arbeitssuchender leistet die Initiative einen wertvollen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Stabilität. Die Zukunft wird zeigen, wie erfolgreich diese Maßnahmen sind und ob sie als Vorbild für weitere Initiativen in Europa dienen können. Interessierte Leser können sich auf der Webseite der SPÖ über weitere Details informieren.