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Lebensart

Low Traffic Grätzl: Verkehrsberuhigung und Lebensqualität

28. Mai 2026
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Wien startet die Initiative „Low Traffic Grätzl": kostengünstige Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Schaffung neuer Aufenthaltsbereiche im Grätzl. Den Auftakt macht ein Pilotgebiet in Meidling.

Wien startet die Initiative „Low Traffic Grätzl": kostengünstige Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Schaffung neuer Aufenthaltsbereiche im Grätzl. Den Auftakt macht ein Pilotgebiet in Meidling.

Wie funktioniert ein „Low Traffic Grätzl“?

Im Zentrum steht die Verkehrsberuhigung. Einbahnen können umgedreht oder Diagonalfilter errichtet werden: An Kreuzungen werden Pflanztröge zur Umleitung des Verkehrs aufgestellt, sodass Autos nicht mehr gerade durchs Grätzl fahren, sondern auf Hauptstraßen am Rand abgeleitet werden. Die Zufahrt für Lieferungen, Anrainer*innen und Einsatzfahrzeuge bleibt erhalten. Radfahren soll überall möglich sein; wo es möglich ist, können auch autofreie Bereiche und Fußgängerzonen entstehen.

Der neugewonnene Platz im Straßenraum wird mit schnell und einfach umzusetzenden Maßnahmen genutzt: Bodenbemalungen, mobile Bäume in Trögen und Sitzbänke schaffen neue Aufenthaltsbereiche. Dieser Planungsansatz nennt sich „Tactical Urbanism“ – Veränderungen im öffentlichen Raum werden rasch und kostengünstig umgesetzt.

Pioniergebiet in Meidling – Auch Schulstandorte werden attraktiver

Als Pioniergebiet dient der Bereich rund um die Wolfganggasse in Meidling, konkret zwischen Längenfeldgasse - Steinbauergasse - Siebertgasse – Arndtstraße. Geplant sind eine Fußgänger*innen-Zone in einem Teil der Wolfganggasse bei der Tichtelgasse, geänderte Einbahnregelungen sowie farbige Bodenmarkierungen. Mobile Begrünungs- und Sitzelemente sollen das Gebiet attraktiver machen.

Nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft kommen auch aus dem Supergrätzl Favoriten bekannte Diagonalfilter zum Einsatz: Ehemals auf der Donauinsel genutzte Beton-Mistkübel werden wiederverwendet und bepflanzt, um Verkehrsströme zu lenken und mehr Raum für Aufenthalt und Begegnung zu schaffen. Die Maßnahmen in Meidling werden ab Herbst bis Jahresende 2026 umgesetzt.

Planungsstadträtin Ulli Sima skizzierte beim Auftakt in Meidling den Grundgedanken: „Wir schauen ja gerne über den Tellerrand und importieren gute Ideen. Gerade in Zeiten angespannter Budgets wollen wir nun gemeinsam mit den Bezirken kostengünstige, attraktive Modelle ohne große bauliche Maßnahmen umsetzen und einen Mehrwert für die Anrainer*innen schaffen.“

Nächste Standorte: Mariahilf, Alsergrund, Rudolfsheim-Fünfhaus

Der Planungsprozess für weitere Standorte in drei Bezirken ist bereits angelaufen. Als nächste Grätzl genannt sind Mariahilf, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus. In Mariahilf ist ein Low Traffic Grätzl nördlich der Gumpendorfer Straße in der Nähe der Stadtteilschule Mittelgasse und der Volksschule Sonnenuhrgasse geplant.

Im Alsergrund ist vorgesehen, um den neuen MedUni-Campus mit mobilen, kostengünstigen Maßnahmen die Mariannengasse und ihre Umgebung zu gestalten. In Rudolfsheim-Fünfhaus sind veränderte Verkehrsführungen rund um den Schwendermarkt geplant, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Prinzipien und Vorteile der Low Traffic Grätzl

Die Auswahl der Gebiete erfolgt auf Basis des Wien-Plans und priorisierter Bereiche für die Transformation des öffentlichen Raums. Low Traffic Grätzl können sich in Größe und Ausgestaltung unterscheiden und schrittweise entwickelt werden. Durch verkehrsorganisatorische Maßnahmen ist eine schnelle und kostengünstige Realisierung möglich; die Grätzl müssen nicht sofort vollständig umgesetzt werden.

  • Projekt nach Vorbild der „Low Traffic Neighbourhoods“ in London
  • Pilotprojekt: Meidling / Wolfganggasse
  • Maßnahmen aus dem LTG-Baukasten: Modal- und Diagonalfilter, Fußgängerzonen, Poller, Pflanztröge, Sitzmöbel, Trinkhydranten, Fahrradabstellanlagen
  • Vorteile: keine baulichen Maßnahmen, schnell und kostengünstig, Attraktivierung und Verkehrsberuhigung

Wien nimmt dabei Bezug auf London: Seit 2020 wurden in mehreren Londoner Boroughs über 200 verkehrsberuhigte Quartiere umgesetzt, häufig mit temporären Maßnahmen. Low Traffic Neighbourhoods und Low Traffic Grätzl arbeiten mit kleinräumigen, kostengünstigen und schnell umzusetzenden Maßnahmen; der Autoverkehr wird reduziert, Zufahrten bleiben möglich und die Verkehrssicherheit, Luftqualität sowie das Zu-Fuß- und Radverhalten können sich verbessern.

Quelle: Stadt Wien - Kommunikation und Medien (KOM), OTS, 28.05.2026. Weiterführende Informationen: https://presse.wien.gv.at/

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