Am 29. Dezember 2025 gab die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bekannt, dass Bulgarien ab dem 1. Januar 2026 offiziell den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel einführt. Diese historische Entwicklung markiert einen weiteren bedeutenden Schritt in der europäischen Integration. Die OeNB bietet in d
Am 29. Dezember 2025 gab die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bekannt, dass Bulgarien ab dem 1. Januar 2026 offiziell den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel einführt. Diese historische Entwicklung markiert einen weiteren bedeutenden Schritt in der europäischen Integration. Die OeNB bietet in diesem Zusammenhang einen kostenlosen Tausch von Lewa-Banknoten in Euro an, was für viele Bürger:innen und Reisende eine erhebliche Erleichterung darstellt.
Bulgarien hat sich über Jahre hinweg auf den Beitritt zur Eurozone vorbereitet. Die Erfüllung der Konvergenzkriterien, zu denen Preisstabilität, gesunde öffentliche Finanzen und ein stabiler Wechselkurs gehören, war ein komplexer Prozess. Diese Kriterien sind notwendig, um die wirtschaftliche Stabilität innerhalb der Eurozone zu gewährleisten.
Die Konvergenzkriterien sind wirtschaftliche und rechtliche Voraussetzungen, die ein EU-Mitgliedsland erfüllen muss, um den Euro einzuführen. Dazu gehören die Kontrolle der Inflation, die Begrenzung des öffentlichen Defizits, die Stabilität der Wechselkurse und die Konvergenz der langfristigen Zinssätze. Diese Kriterien sollen sicherstellen, dass ein Land wirtschaftlich stabil genug ist, um den Euro als Währung zu übernehmen.
Mit der Einführung des Euro wird der Wechselkurs von 1,95583 BGN für 1 EUR unwiderruflich festgelegt. Dies bedeutet, dass alle Transaktionen in Bulgarien ab dem 1. Januar 2026 auf dieser Basis abgewickelt werden. Für Bulgarien bedeutet dies nicht nur die Abschaffung des Währungsumtauschs, sondern auch eine größere Preistransparenz und die Beseitigung von Wechselkursrisiken.
Die Einführung des Euro in Bulgarien ist ein weiterer Meilenstein in der Erweiterung der Eurozone. Im Vergleich zu Österreich, das den Euro bereits seit 2002 verwendet, ist es für Bulgarien eine neue Erfahrung. In Deutschland und der Schweiz, die jeweils unterschiedliche Währungen verwenden, sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Akzeptanz des Euro unterschiedlich. Während Deutschland als Gründungsmitglied der Eurozone den Euro seit seiner Einführung nutzt, hat die Schweiz sich entschieden, den Schweizer Franken beizubehalten.
Für die rund 6,5 Millionen Einwohner:innen Bulgariens bringt die Euro-Einführung zahlreiche Vorteile. Die Abschaffung der Wechselkursgebühren und die erhöhte Preistransparenz erleichtern den Alltag erheblich. Auch für Tourist:innen und Geschäftsreisende aus Österreich und anderen Euro-Ländern wird der Aufenthalt in Bulgarien nun unkomplizierter, da sie nicht mehr mit Währungsumrechnungen konfrontiert sind.
Ein:e österreichische:r Tourist:in, der/die Bulgarien besucht, muss sich keine Gedanken mehr über den Umtausch von Euro in Lewa machen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld, da die Umtauschgebühren entfallen. Für bulgarische Unternehmen, die mit Partnern in der Eurozone handeln, bedeutet dies ebenfalls eine Vereinfachung der Geschäftsprozesse.
Die OeNB bietet vom 2. Januar bis 2. März 2026 einen kostenlosen Tausch von Lewa-Banknoten in Euro an. Dieser Service ist auf einen Betrag von 2.000 BGN pro Person und Tag begrenzt. Der Umtausch kann an den OeNB-Kassen in Wien und Innsbruck während der regulären Öffnungszeiten durchgeführt werden.
Der Tausch beschränkt sich auf Banknoten, da bulgarische Münzen und alte Banknotenserien ohne gesetzlichen Zahlungsmittelstatus nicht mehr umgetauscht werden können. Auch 1- und 2-Lewa-Banknoten aus der Serie von 1999 sind von diesem Angebot ausgeschlossen, da sie bereits vor der Euro-Einführung den Status als gesetzliches Zahlungsmittel verloren haben.
Die Einführung des Euro in Bulgarien wird voraussichtlich positive wirtschaftliche Effekte haben. Langfristig könnte die Integration in die Eurozone zu einer stärkeren wirtschaftlichen Stabilität und einem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen führen. Für Österreich und die gesamte Eurozone bedeutet dies eine weitere Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und des Binnenmarktes.
Die OeNB spielt eine zentrale Rolle in diesem Prozess, indem sie den Umtausch von Lewa-Banknoten erleichtert und so einen reibungslosen Übergang unterstützt. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung einer harmonisierten europäischen Wirtschaftspolitik.
Die Einführung des Euro in Bulgarien und der damit verbundene kostenlose Tausch von Lewa-Banknoten bei der OeNB sind bedeutende Entwicklungen für die europäische Integration. Bürger:innen und Reisende profitieren von der Vereinfachung der Währungsumstellung und der erhöhten Preistransparenz. Die OeNB leistet durch den kostenlosen Umtausch einen wichtigen Beitrag zu diesem historischen Schritt.
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