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Julia Lessacher neue Bezirksvorsteherin von Mariahilf

Schwerpunkt auf Begrünung und Bürgerbeteiligung im 6. Bezirk

27. Februar 2026 um 13:32
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Die neue Bezirksvorsteherin Julia Lessacher will die Situation um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße verbessern und setzt auf mehr Grünraum.

Am 26. Februar wurde Julia Lessacher von Bürgermeister Michael Ludwig als neue Bezirksvorsteherin von Mariahilf angelobt. Die 6. Bezirk bekommt damit eine neue Führung, nachdem Markus Rumelhart nach elf Jahren im Amt aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.

Erfahrene Kommunalpolitikerin übernimmt das Ruder

Lessacher bringt umfangreiche Erfahrung in der Bezirkspolitik mit. Bereits seit 2005 war sie als Bezirksrätin tätig, ab 2020 fungierte sie als stellvertretende Bezirksvorsteherin und Vorsitzende der Bezirksvertretung sowie der Kommission für Planung, Entwicklung und Gestaltung. Beruflich war die Mutter eines Sohnes zuletzt im Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV) für Kommunikation und Werbung verantwortlich.

In einem ersten Hintergrundgespräch stellte die neue Bezirksvorsteherin ihre Pläne für den 6. Bezirk vor. "Es ist ein Weiterarbeiten an laufenden Dingen – mit neuen Schwerpunktsetzungen", erklärt Lessacher ihre Herangehensweise.

Problemzone Gumpendorfer Straße im Fokus

Ein Hauptanliegen der neuen Bezirksvorsteherin ist die Verbesserung der Situation rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße. Diese gilt seit längerem als Problembereich, der von Lärmbelästigung und Verschmutzung geprägt ist.

Konkrete Maßnahmen sind bereits in Planung: Im Fritz-Imhoff-Park soll eine Nachtsperre eingeführt werden, "um dadurch eine Erleichterung für die Anrainer*innen zu bringen", so Lessacher. Zusätzlich werden eine missbräuchlich verwendete Pergola und eine Tisch-Bank-Kombination abgebrochen. Der dadurch frei werdende Bereich soll als Bewegungsraum für Kinder zur Verfügung gestellt werden.

Darüber hinaus strebt Lessacher ein umfassendes Maßnahmenpaket der Stadt an, um die Probleme rund um die U-Bahn-Station nachhaltig zu lösen. Bereits laufende Gespräche zwischen der Sucht- und Drogenkoordination, der Landespolizeidirektion Wien und der Gruppe Sofortmaßnahmen sollen zu konkreten Lösungen führen.

Verkehrswende und Begrünung auf der Gumpendorfer Straße

Die Gumpendorfer Straße bleibt laut Lessacher "weiterhin ein Kernprojekt" im Bezirk. Auch wenn größere Umbaupläne noch in der Zukunft liegen, sollen kleinere Einzelmaßnahmen bereits jetzt Verbesserungen bringen.

Ein wichtiger Schritt ist die Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs: Die Buslinie 57A soll Vorrang gegenüber dem Individualverkehr erhalten. Eine neue Haltestelle ist bei der Gfrornergasse geplant. Auch die Buslinien 13A und 14A sollen von Vorrangschaltungen profitieren.

Wo durch diese Maßnahmen Platz entsteht – etwa durch Gehsteig-Vorziehungen – soll umgehend begrünt werden. "Wir versuchen, Grün- und Freiräume zu schaffen – und zwar so, dass es den größeren Umbau, der geplant ist, nicht beeinflusst", erklärt die Bezirksvorsteherin das Konzept der Mikrofreiräume.

Klimaschutz und Begrünungsoffensive

Die neue Bezirksvorsteherin setzt stark auf Klimaschutz und Begrünung. Die im Rahmen von "Raus aus Gas" geplante Begrünung und Oberflächengestaltung wird konsequent fortgesetzt. Bereits im Sommer steht die Neugestaltung der Windmühlgasse an, Theobald- und Fillgradergasse sollen in weiterer Folge umgebaut werden.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Klimateam-Projekt "Klima-Himmel" zur Beschattung und Kühlung vor der Volksschule Corneliusgasse. Diese Initiative zur Verbesserung des Mikroklimas in stark versiegelten Bereichen ist Lessacher ein großes Anliegen.

Infrastruktur und Bürgerbeteiligung

Neben den Begrünungsmaßnahmen stehen auch infrastrukturelle Verbesserungen auf der Agenda. So ist eine neue WC-Anlage auf der Mariahilfer Straße geplant, um die Bedürfnisse von Bewohnern und Besuchern des Bezirks besser zu erfüllen.

Einen besonderen Stellenwert räumt Lessacher der Bürgerbeteiligung ein. Mit ihrem Team möchte sie "neue Formate entwickeln, wie wir mit Bürger*innen in Austausch gehen". Dieser partizipative Ansatz soll sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Mariahilfer Bevölkerung in die Bezirkspolitik einfließen.

Kooperation über Parteigrenzen hinweg

Trotz ihrer SPÖ-Zugehörigkeit betont Lessacher die Bedeutung der überparteilichen Zusammenarbeit. Die "gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen in der Bezirksvertretung" soll fortgesetzt werden. Diese konstruktive Herangehensweise könnte entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der ambitionierten Pläne sein.

Herausforderungen und Chancen

Der 6. Bezirk steht vor verschiedenen Herausforderungen: Die zentrale Lage bringt hohe Verkehrsbelastung mit sich, gleichzeitig sind die Grünflächen begrenzt. Die Mariahilfer Straße als wichtige Einkaufsstraße zieht viele Menschen an, was auch zu Lärm- und Verschmutzungsproblemen führen kann.

Andererseits bietet die zentrale Lage auch Chancen: Die gute öffentliche Verkehrsanbindung ermöglicht innovative Mobilitätslösungen, und die dichte Bebauung schafft Möglichkeiten für kreative Begrünungskonzepte.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Mit Julia Lessacher übernimmt eine erfahrene Kommunalpolitikerin die Führung in Mariahilf, die sowohl Kontinuität als auch neue Impulse verspricht. Ihre Schwerpunkte auf Klimaschutz, Bürgerbeteiligung und die Lösung lokaler Probleme zeigen eine moderne Herangehensweise an Bezirkspolitik.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie erfolgreich die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können. Besonders die Situation rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße wird ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg der neuen Bezirksvorsteherin sein.

Die Mariahilfer Bevölkerung darf gespannt sein auf die angekündigten neuen Formate der Bürgerbeteiligung und die schrittweise Transformation ihres Bezirks hin zu mehr Grün und Lebensqualität.

Schlagworte

#Wien#Mariahilf#Bezirkspolitik#Begrünung#Verkehr

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