Am 3. April 1993 ereignete sich in England ein Verbrechen, bei dem ein 15-jähriger Tierschützer von einem Transportfahrzeug erfasst und dabei tödlich verletzt wurde. Der heutige Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), DDr. Martin Balluch, war Augenzeuge.
Am 3. April 1993 ereignete sich in Cambridgeshire in East Anglia ein Vorfall während des letzten Jagdtags der Jagdgesellschaft „Cambridgeshire Foxhounds“. Etwa 30 Tierschützer:innen, darunter der damals als Post-Doc an der Universität Cambridge tätige Martin Balluch, rannten ins Feld und verhinderten so, dass die Fuchsjagd stattfinden konnte. Die anwesende Polizei sah sich außer Stande, die Tierschutzaktion zu beenden und die Jagd wurde abgebrochen.
Nachdem die Jagd abgebrochen worden war, belud der Jagdleiter seinen Transporter mit Pferden und Jagdhunden und fuhr in die Menge der Tierschützer:innen, die sich auf dem Weg nach Hause befanden. Einem der Tierschützer, dem 15-jährigen Tom Worby aus Milton Keynes, gelang es nicht mehr rechtzeitig, zur Seite zu springen. Er geriet unter das Transportfahrzeug; das linke Hinterrad fuhr ihm über den Kopf. Der Jäger beging Fahrerflucht. Der junge Tierschützer starb noch vor Ort.
Martin Balluch war Augenzeuge des Geschehens und wurde in der OTS mit den Worten zitiert: „Ich stand auf der Straße etwa 100 m vor dem Transportfahrzeug, wie es zu dem Mord kam. Ich konnte ganz deutlich sehen, wie der Tierschützer zuerst seitlich mitgeschliffen wurde und um Hilfe rief. Dann rutschte er unter das linke Hinterrad.“
Balluch nennt in der OTS auch Vorfälle aus Österreich, etwa einen Fall im Jahr 1991 in Vitis im Waldviertel, bei dem einer Tierschützerin mit dem Schrotgewehr in den Bauch geschossen wurde. Weiterhin berichtet er von mehreren Fällen, bei denen Jäger:innen Tierschützer:innen physisch attackierten oder ihnen beispielsweise Videokameras weggenommen wurden.
In der OTS wird außerdem der Vorfall vom 20.11.2017 genannt, als der heutige Landesjägermeister von Salzburg, Maximilian Mayr-Melnhof, zwei Tierschützer attackiert und ihnen Videokameras und ein Funkgerät weggenommen haben soll; das zuständige Landesverwaltungsgericht stellte die genannten Fakten fest.
In der OTS äußert Balluch scharfe Kritik an einzelnen Jagdfunktionären und zieht dabei einen Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen. Er kritisiert zudem, dass sich manche Jagdfunktionäre öffentlich als Beschützer darstellen oder religiöse Rollen einnehmen, während ihnen gegenübergeworfene Gewalthandlungen dokumentiert wurden.