Umwelt

Händler stoppen belastete Kinder-Klebetattoos – Greenpeace

BIPA, Thalia, dm und Temu stellen Verkauf ein – Greenpeace verlangt Verkaufsstopp aller belasteten Klebetattoos und strengere Chemikalienregeln

27. Juli 2026

Greenpeace und Arbeiterkammer Oberösterreich testeten Klebetattoos und fanden problematische Chemikalien. BIPA, Thalia, dm und Temu stoppen Verkauf; Report und Händler-Stellungnahmen sind verfügbar.

Ein Chemikalien-Test von Greenpeace und der Arbeiterkammer Oberösterreich hat nach Angaben der Umweltschutzorganisation erste Reaktionen im Handel ausgelöst: Mehrere Händler hätten demnach belastete Klebetattoos für Kinder aus Regalen und Onlineshops entfernt. Greenpeace nennt explizit BIPA, Thalia, dm und Temu als Unternehmen, die den Verkauf der betroffenen Produkte gestoppt haben.

Die Organisation weist zugleich auf Lücken in der Berichterstattung über Händlerreaktionen hin: Bei Müller, Amazon und SHEIN seien die getesteten Produkte nach aktuellem Stand online nicht mehr auffindbar, jedoch lägen von diesen Unternehmen laut Greenpeace bislang keine schriftlichen Stellungnahmen zur Auslistung vor. Greenpeace fordert deswegen weitergehende Maßnahmen von Handel und Politik.

Reaktionen von BIPA, Thalia, dm und Temu

Nach Angaben der Aussendung haben BIPA, Thalia, dm und Temu Greenpeace proaktiv mitgeteilt, dass sie den Verkauf der betroffenen Klebetattoos gestoppt haben. Als konkrete Kundeninformation nennt Greenpeace eine von BIPA übermittelte Regelung: Kunden können die getesteten Tattoos demnach auch ohne Kassabon zurückgeben.

Die Meldung macht deutlich, dass nicht alle Handelsketten bisher in gleicher Weise transparent kommuniziert haben. Greenpeace hebt die unmittelbare Auslistung bei den genannten vier Händlern hervor, betont jedoch gleichzeitig, dass offene Fragen bezüglich Umfang und Dauer der Maßnahmen bestehen bleiben.

Ergebnisse des Chemikalientests von Greenpeace und Arbeiterkammer Oberösterreich

Greenpeace verweist auf einen Chemikalientest an Klebetattoos, den die Organisation gemeinsam mit der Arbeiterkammer Oberösterreich durchgeführt hat. Nach Angaben der Aussendung wies der Test insgesamt 31 problematische Chemikalien in Klebetattoos nach.

In 13 von 15 geprüften Proben seien problematische Chemikalien festgestellt worden. Als Beispiele nennt die Meldung PFAS, Schwermetalle und verbotene Weichmacher. Genauere Angaben zu einzelnen Substanzen, Probenherkünften oder Konzentrationen verweist Greenpeace in der Aussendung an den vollständigen Report.

Greenpeace-Forderungen an Händler und Minister Norbert Totschnig

Die Aussendung formuliert mehrere Forderungen: Greenpeace verlangt einen Verkaufsstopp für alle belasteten Klebetattoos und einen Sortiments-Check auf problematische Chemikalien seitens der Händler. Auf politischer Ebene fordert die Organisation, dass sich der für Chemikalien zuständige Minister Norbert Totschnig auf EU-Ebene für strengere Chemikalienregeln und ein lückenloses PFAS-Verbot einsetze.

Greenpeace verweist darauf, dass trotz einzelner Händlerreaktionen durch bestehende Gesetzeslücken die Sicherheit bei Kinderprodukten weiterhin beeinträchtigt sein könne. In der Aussendung werden langlebige PFAS, verbotene Weichmacher und fehlende Grenzwerte für Chemikalien-Kombinationen als Aspekte genannt, die aus Sicht der Organisation politische Antworten erfordern.

Einordnung der Akteure: Greenpeace, Arbeiterkammer Oberösterreich, Handelsketten und Ministerium

Greenpeace tritt in diesem Fall sowohl als Tester und Auswerter der Analyseergebnisse als auch als Forderer politischer und wirtschaftlicher Maßnahmen auf. Die Organisation hat den Report veröffentlicht und kommuniziert die Ergebnisse öffentlich, einschließlich konkreter Forderungen an Händler und Politik.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich ist in der Aussendung als Kooperationspartner des Chemikalientests genannt. Greenpeace gibt an, den Test gemeinsam mit der Arbeiterkammer durchgeführt zu haben und verweist auf die Analyseunterlagen, die im vollständigen Report dokumentiert sind.

Die Handelsketten erscheinen in unterschiedlichem Ausmaß in der Kommunikation: Einige, namentlich BIPA, Thalia, dm und Temu, haben laut Greenpeace unmittelbar reagiert und die betroffenen Produkte aus dem Verkauf genommen; andere Anbieter wie Müller, Amazon und SHEIN haben nach Angaben der Meldung bislang keine Stellungnahme an Greenpeace übermittelt, obwohl die getesteten Produkte derzeit online nicht mehr auffindbar seien.

PFAS, Weichmacher, Schwermetalle, Chemikalien-Cocktails und Arbeiterkammer Oberösterreich erklärt

PFAS: In der Aussendung wird PFAS als eine der problematischen Chemikalienklassen genannt. Greenpeace beschreibt PFAS in diesem Zusammenhang als langlebig und fordert ein EU-weites PFAS-Verbot.

Weichmacher: Die Meldung nennt verbotene Weichmacher als gefundene Substanzgruppe in den getesteten Klebetattoos. Die Aussendung stellt fest, dass solche Stoffe in den Proben nachgewiesen wurden.

Schwermetalle: Schwermetalle werden in der Analyse als weitere problematische Stoffgruppe aufgeführt. Konkrete Metallarten oder Konzentrationsangaben nennt die Pressemitteilung nicht, verweist aber auf Details im Report.

Chemikalien-Cocktails: Unter Chemikalien-Cocktails versteht Greenpeace in der Aussendung die Kombination mehrerer Chemikalien in einem Produkt. Die Organisation weist darauf hin, dass es laut Meldung an Grenzwerten für Kombinationseffekte mangeln könne.

Arbeiterkammer Oberösterreich: Diese Institution ist nach Angaben der Aussendung Kooperationspartner bei der Durchführung des Chemikalientests. Greenpeace verweist auf die gemeinsame Analyse und stellt die Ergebnisse im Report bereit.

Rückgabemöglichkeit bei BIPA und Verfügbarkeit bei Müller, Amazon und SHEIN

Als konkreten Hinweis für Kundschaft führt die Aussendung an, dass bei BIPA die getesteten Tattoos auch ohne Kassabon zurückgegeben werden können. Für die anderen Händler nennt Greenpeace keine vergleichbaren Angaben zur Kundinnen- und Kundenabwicklung.

Bei Müller, Amazon und SHEIN stellt Greenpeace fest, dass die getesteten Produkte nach aktuellem Stand online nicht mehr auffindbar seien. Die Organisation betont jedoch, dass bislang keine schriftlichen Stellungnahmen dieser drei Anbieter vorliegen, sodass unklar bleibt, ob die Artikel vollständig aus dem Verkauf genommen wurden oder welche weiteren Maßnahmen gegebenenfalls geplant sind.

Was sich durch die aktuellen Händlerreaktionen konkret darstellt

Aus Sicht der Meldung haben die unmittelbaren Auslistungen bei einigen Händlern zur Folge, dass die konkret getesteten Produkte nicht mehr in den Regalen beziehungsweise Webshops der genannten Ketten verfügbar sind. Für Kundinnen und Kunden bedeutet dies laut Greenpeace, dass betroffene Artikel bei den genannten Händlern derzeit nicht mehr angeboten werden.

Gleichzeitig bleibt laut Aussendung offen, ob Händler über Auslistungen hinausgehende Schritte wie systematische Sortimentsprüfungen, Lieferantenbefragungen oder dauerhafte Änderungen von Einkaufsrichtlinien einleiten. Greenpeace fordert in der Meldung deshalb weiterführende Prüfungen und politische Regelungen.

FAQ zur Greenpeace-Analyse und den Händlerreaktionen

Wer hat die Klebetattoos getestet?

Der Test wurde laut Aussendung von Greenpeace gemeinsam mit der Arbeiterkammer Oberösterreich durchgeführt. Für detaillierte Informationen verweist die Organisation auf den vollständigen Report.

Wie viele Proben wurden untersucht und was wurde gefunden?

Die Pressemitteilung nennt, dass in 13 von 15 Proben problematische Chemikalien festgestellt wurden und insgesamt 31 problematische Chemikalien in den Klebetattoos nachgewiesen wurden. Als Beispiele werden PFAS, Schwermetalle und verbotene Weichmacher genannt.

Welche Händler haben den Verkauf gestoppt?

Greenpeace nennt ausdrücklich BIPA, Thalia, dm und Temu als Händler, die den Verkauf der getesteten Tattoos umgehend gestoppt haben. BIPA hat laut Meldung zudem eine Rückgabemöglichkeit ohne Kassabon kommuniziert.

Haben Müller, Amazon und SHEIN reagiert?

Die Meldung stellt fest, dass von Müller, Amazon und SHEIN bislang keine Stellungnahmen an Greenpeace übermittelt wurden. Die getesteten Produkte seien aktuell online nicht mehr auffindbar, doch bleibt unklar, ob sie vollständig aus dem Verkauf genommen wurden.

Welche politischen Forderungen stellt Greenpeace?

Greenpeace fordert einen Verkaufsstopp aller belasteten Klebetattoos, einen Sortiments-Check auf problematische Chemikalien durch Händler sowie, dass Minister Norbert Totschnig sich auf EU-Ebene für strengere Chemikalienregeln und ein lückenloses PFAS-Verbot einsetzt.

Wo sind Report, Stellungnahmen der Händler und Bildmaterial vorhanden?

Die Aussendung verweist auf einen vollständigen Report mit dem Titel „Chemie auf der Haut“, auf eine Sammlung der Händler-Stellungnahmen sowie auf verfügbare Grafiken, Bildmaterial und Audio-O-Töne. Greenpeace stellt diese Materialien online zur Verfügung und nennt entsprechende Verweise in der Meldung.

Quellen und Kontakt

Vollständiger Report: https://act.gp/Tattoo-Report

Stellungnahmen der Händler: https://act.gp/Tattoo-Stellungnahmen

Grafiken, Bildmaterial und Audio-O-Töne: https://act.gp/4f9mN8c

Quelle der Analyse/Materialien: Greenpeace Österreich und Arbeiterkammer Oberösterreich. Für Bildcredit nennt die Aussendung: © Mitja Kobal / Greenpeace.

Kontakt Greenpeace Österreich:

  • Madeleine Drescher, Konsumexpertin, Tel.: +43 664 8817 2243, E-Mail: madeleine.drescher [at] greenpeace.org
  • Magnus Reinel, Pressesprecher, Tel.: +43 664 8817 2210, E-Mail: magnus.reinel [at] greenpeace.org

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