PRESSEFEUER
StartseiteFeaturesPreiseTools
Zurück zum Newsroom
Greenpeace/Chemikalien/PFAS/EU/Umwelt

Greenpeace fordert schnelles PFAS-Verbot in der EU

26. Mai 2026
Teilen:

Die EU-weite Konsultation über ein mögliches Verbot der sogenannten Ewigkeitschemikalien ist beendet. Am 26. Mai 2026 fordert Greenpeace Österreich nun ein schnelles und umfassendes Verbot von PFAS...

Die EU-weite Konsultation über ein mögliches Verbot der sogenannten Ewigkeitschemikalien ist beendet. Am 26. Mai 2026 fordert Greenpeace Österreich nun ein schnelles und umfassendes Verbot von PFAS – ohne lange Übergangsfristen und ohne weitreichende Ausnahmen für die Industrie. Für Österreich steht viel auf dem Spiel: Von Trinkwasserqualität bis Kindergesundheit sind Folgen zu erwarten, falls die Regulierung abgeschwächt wird. Der Druck auf die Politik in Wien wächst, zugleich signalisieren Marktanalysen aus 2025/2026, dass fluorfreie Alternativen bereits verfügbar sind.

PFAS-Verbot: Warum jetzt handeln wichtig ist

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sitzen seit Jahrzehnten in vielen Alltagsprodukten. Greenpeace hat im Rahmen der EU-Konsultation eine Stellungnahme eingereicht und warnt vor Verwässerungen des Vorhabens durch Industrie-Lobbying. Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich, wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: "PFAS verschwinden nicht einfach, sie bleiben über Generationen in unserer Umwelt und in unseren Körpern." Die Organisation plädiert für ein EU-weites Verbot ohne langwierige Übergangsfristen und fordert, dass die Bundesregierung Österreichs Einfluss auf EU-Ebene für ein entschlossenes Vorgehen nutzt.

Was ist PFAS und warum spricht man von 'Ewigkeitschemikalien'?

PFAS bezeichnet eine sehr große Gruppe chemischer Verbindungen, die fluorierte Kohlenstoffketten enthalten. Die Bezeichnung 'Ewigkeitschemikalien' rührt daher, dass diese Stoffe in natürlichen Umweltbedingungen nur extrem langsam abgebaut werden. PFAS sind wasser- und schmutzabweisend und werden daher in Produkten wie Textilien, Verpackungen, bestimmten Kosmetika, Feuerlöschschaum und anderen Anwendungen eingesetzt. Ihr beständiges Verhalten führt zu einer Anreicherung in Böden, Gewässern und Organismen. Weil viele PFAS bereits in sehr geringen Konzentrationen biologische Effekte haben können, verlangen Forschende und Umweltorganisationen eine präventive Regulierung. Diese Erklärung ist wichtig, um zu verstehen, weshalb ein umfassendes Verbot und keine selektive Beschränkung vorgeschlagen wird.

Fachbegriffe verständlich erklärt

ECHA (Europäische Chemikalienagentur)

Die ECHA ist die Agentur der Europäischen Union, die für die Umsetzung der Chemikaliengesetzgebung zuständig ist. Sie führt wissenschaftliche Bewertungen durch, sammelt Stellungnahmen aus Konsultationen und berät die Kommission. Für Bürger:innen ist die ECHA die zentrale Instanz, die Risiken von Chemikalien einschätzt und regulatorische Vorschläge vorbereitet. In der aktuellen PFAS-Konsultation hat die ECHA verschiedene Gremien und Bewertungsmechanismen eingesetzt, um Beiträge aus Industrie, Behörden, NGOs und der Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Die Agentur veröffentlicht zudem technische Berichte, die Grundlage für politische Entscheidungen sein können.

SEAC (Sozial- und Wirtschaftsausschuss)

SEAC ist das Gremium, das ökonomische und soziale Auswirkungen von chemikalienrechtlichen Maßnahmen innerhalb der ECHA-Berichtslinien bewertet. Es betrachtet, wie Vorschläge wie ein PFAS-Verbot die Industrie, Arbeitsplätze, Verbraucherpreise und die öffentliche Gesundheit beeinflussen könnten. SEAC-Berichte dienen als Input für die finale politische Abwägung. Während wissenschaftliche Gremien Risiken beurteilen, liefert SEAC die Perspektive auf Kosten, Nutzen und Machbarkeit. Diese doppelte Betrachtung soll sicherstellen, dass Entscheide sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gesellschaftlich tragbar sind.

Ewigkeitschemikalien (Begriffserklärung)

Der Begriff 'Ewigkeitschemikalien' betont die Persistenz bestimmter Substanzen in der Umwelt. Er bezieht sich auf Chemikalien, die nur sehr langsam oder gar nicht durch natürliche Prozesse abgebaut werden und daher langfristig in Böden, Sedimenten, Wasser und Organismen verbleiben. Solche Stoffe können über Nahrungsketten weitergegeben werden und sich in Menschen und Tieren anreichern. Die langfristigen Folgen dieser Anreicherung sind oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten vollständig erkennbar, was die Vorsorge und proaktive Regulierung erschwert. Deshalb fordern viele Wissenschaftler:innen und Umweltschützer:innen präventive Maßnahmen, um neue Belastungen möglichst zu vermeiden.

Historischer Kontext: Wie PFAS auf die politische Agenda kamen

Die Diskussion um PFAS begann bereits im späten 20. Jahrhundert, als erste Studien auf gesundheitliche Risiken fluorierter Verbindungen hinwiesen. Über die Jahre wuchs das wissenschaftliche Wissen schrittweise: Epidemiologische Studien zeigten Zusammenhänge zu Immunfunktionsstörungen und bestimmten Krebserkrankungen, Umweltuntersuchungen belegten die weite Verbreitung in Böden und Gewässern. Politisch gewannen PFAS an Bedeutung, als lokale Kontaminationen, etwa durch Feuerlöschschaum in Flughäfen oder Industriearealen, öffentlich wurden. Nationale Regulierungen in einigen Ländern und erste Beschränkungen einzelner PFAS-Verbindungen führten zu einem Umdenken: Statt einzelne Substanzen zu regulieren, schlugen zahlreiche Expert:innen und NGOs eine gruppenbasierte Regulierung vor.

In den vergangenen Jahren verschärfte die EU ihre Aufmerksamkeit: Die ECHA startete Prüfungen, wissenschaftliche Komitees analysierten Risiken, und 2024/2025 begannen konkrete Initiativen für ein gruppenweites Verbot. Die jüngste EU-weite Konsultation, die kürzlich abgeschlossen wurde, ist ein weiterer Schritt in diesem langen Prozess. Greenpeace und andere Umweltverbände nutzten die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen einzureichen, um wissenschaftliche Erkenntnisse und Marktanalysen vorzulegen, die ein schnelles Verbot unterstützen sollen. Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends in der Chemikalienpolitik, der von reaktiver Einzelstoffregulierung zu präventiver Gruppensteuerung übergeht.

Vergleich: Österreich, andere Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Auf nationaler Ebene haben einige Länder bereits Maßnahmen ergriffen. Greenpeace nennt Dänemark und Frankreich als Beispiele für ambitionierte nationale Regelungen gegen PFAS in Konsumgütern. In Österreich gibt es auf regionaler und Bundesebene bislang unterschiedliche Initiativen: Einige Bundesländer fördern Forschung und Monitoring, andere setzen verstärkt auf Aufklärungskampagnen. Der föderale Aufbau Österreichs erlaubt unterschiedliche Schwerpunkte, führt aber auch zu Uneinheitlichkeiten bei Grenzwerten und Kontrollen.

Deutschland hat in Teilen strengere Vorgaben etwa für Feuerlöschschaum und bestimmte industrielle Anwendungen und verfolgt eine aktive politische Debatte auf EU-Ebene. Die Schweiz, die nicht EU-Mitglied ist, hat ebenfalls präventive Maßnahmen und setzt eigene Grenzwerte bei Trinkwasseruntersuchungen. Im Vergleich dazu könnte ein EU-weites Verbot eine Vereinheitlichung bringen, die Unternehmen in allen Mitgliedstaaten klare Regeln vorgibt und sogenannte Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche nationale Regelungen reduziert. Für Österreich wäre ein einheitliches EU-Verbot vorteilhaft, weil es nationalen Behörden Rechtssicherheit bietet und Verbraucher:innen einen einheitlichen Schutz gewährt.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen auf Alltag und Gesundheit

PFAS sind in vielen Alltagsprodukten zu finden: Textilien, die wasserabweisend sind, bestimmte Lebensmittelverpackungen, Kosmetika und in einigen technischen Anwendungen. Die langfristige Präsenz dieser Stoffe kann direkte und indirekte Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Direkt betrifft dies die Belastung von Trinkwasser in Regionen mit kontaminierten Grundwasservorkommen. Indirekt sind es mögliche gesundheitliche Folgen wie eine Schwächung des Immunsystems oder erhöhter Krebsrisiken, die in Studien diskutiert werden. Besonders gefährdet gelten Kinder, da sich in Entwicklungsphasen schädliche Effekte stärker auswirken können.

Konkrete Beispiele für den Alltag: Eltern könnten besorgt sein über Imprägnierungen an Kinderjacken, Verbraucher:innen über Beschichtungen in Pfannen oder darüber, ob kosmetische Produkte PFAS enthalten. Kommunen, die Trinkwasser-Quellen überwachen müssen, stünden vor Kosten für zusätzliche Tests und gegebenenfalls Maßnahmen zur Sanierung belasteter Brunnen. Kleine und mittlere Unternehmen, die derzeit noch PFAS-haltige Rohstoffe einsetzen, müssten bei einem schnellen Verbot ihre Herstellungsprozesse umstellen – Greenpeace argumentiert jedoch, dass fluorfreie Alternativen bereits am Markt sind und Vorreiterunternehmen von langen Übergangsfristen benachteiligt würden.

Zahlen & Fakten: Was bekannt ist und wie es zu interpretieren ist

Die Pressemitteilung von Greenpeace verweist auf mehrere Kernangaben: Erstens, dass es mehr als 10.000 verschiedene PFAS gibt. Diese hohe Zahl unterstreicht die Herausforderung, einzelne Substanzen zu regulieren. Zweitens dokumentiert Greenpeace eigene Labortests und Marktanalysen aus den Jahren 2025 und 2026, die zeigen sollen, dass fluorfreie Alternativen für Konsumprodukte verfügbar sind. Drittens nennt Greenpeace gesundheitliche Risiken wie die Schädigung des Immunsystems und ein erhöhtes Krebsrisiko, wobei die Organisation darauf hinweist, dass besonders Kinder empfindlich reagieren.

Bei der Interpretation dieser Fakten ist Vorsicht geboten: Die bloße Existenz von Alternativen bedeutet nicht automatisch, dass jede Branche oder jede Anwendung sofort umstellbar ist. Wirtschaftliche Machbarkeit, Verfügbarkeit von Rohstoffen und Qualitätsanforderungen spielen eine Rolle. Gleichzeitig rechtfertigt die Tatsache, dass Tausende PFAS existieren, die Forderung nach gruppenbasierten Regelungen statt einem Flickenteppich aus Einzelverboten. Die ECHA-SEAC-Berichte und die Greenpeace-Konsultation (siehe Quellen unten) sind zentrale Dokumente für die weitere Politikgestaltung.

Stimmen aus der Kampagne

Madeleine Drescher von Greenpeace Österreich wird in der Quellenmeldung zitiert und mahnt, dass ein breit angelegtes Verbot möglich und erforderlich sei. Greenpeace warnt vor langen Übergangsfristen, die Unternehmen bestrafen könnten, die schon jetzt auf Alternativen umgestellt haben. Die Organisation fordert zudem, dass die Bundesregierung in Brüssel aktiv für eine starke Regelung eintritt und notfalls eigenständige nationale Maßnahmen erwägt, wie sie Dänemark oder Frankreich bereits umgesetzt haben.

Zukunftsperspektive: Wie könnte ein Verbot umgesetzt werden?

Ein mögliches Szenario für die kommenden Jahre ist, dass die EU-Kommission auf Basis der ECHA-Einschätzungen einen Vorschlag formuliert, der dann im Rat und Parlament verhandelt wird. Bei einem positiven Beschluss wären Übergangsfristen, Ausnahmeregelungen und Ausnahmeanträge zentrale Streitpunkte. Greenpeace fordert hier eine strikte Linie: möglichst kurze Übergangsfristen und enge Kriterien für Ausnahmen. Ökonomisch könnte ein Verbot Innovationen beschleunigen und den Markt für fluorfreie Technologien stärken. Politisch hängt die Umsetzung davon ab, ob Mitgliedstaaten, Industrieverbände und wissenschaftliche Gremien eine Balance zwischen Schutz und Machbarkeit finden.

Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit wäre ein ehrgeiziges Verbot ein langfristiger Gewinn. Ökologisch könnten weniger Einträge in Böden und Gewässer die Belastung von Ökosystemen verringern. Für Verbraucher:innen könnten klare Kennzeichnungen und Verzicht auf PFAS in Alltagsprodukten langfristig das Vertrauen in Produktsicherheit stärken. Sollte die EU nicht rasch handeln, bleibt die Option für nationalstaatliche Alleingänge – ein Weg, den Greenpeace als Notfallmaßnahme empfiehlt, falls die EU-Verhandlungen scheitern.

Was kann Österreich jetzt konkret tun?

  • Auf EU-Ebene für ein möglichst striktes Verbot eintreten und diplomatischen Druck aufbauen.
  • Kurzfristig nationale Monitoringprogramme für Trinkwasser und Boden intensivieren.
  • Kleine und mittlere Unternehmen durch Förderprogramme bei der Umstellung auf fluorfreie Alternativen unterstützen.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherinformation zu PFAS-Inhalten in Produkten ausbauen.

Schluss: Zusammenfassung und Ausblick

Die abgeschlossene EU-Konsultation markiert einen wichtigen Schritt in den Bemühungen, PFAS europaweit zu regulieren. Greenpeace Österreich fordert ein schnelles, umfassendes Verbot ohne weitreichende Ausnahmen, gestützt auf Labor- und Marktanalysen aus 2025/2026 und der Einschätzung, dass Alternativen verfügbar sind. Für Österreich bedeutet die Debatte praktische Konsequenzen: Trinkwasser-, Gesundheits- und Wirtschaftsschutz stehen auf dem Spiel. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die EU die wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Warnungen ernst nimmt oder ob Lobbying die Maßnahmen verwässert. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich zu informieren, lokale politische Vertreter:innen zu kontaktieren und die Debatte aktiv zu begleiten. Weiterführende Informationen und die vollständige Greenpeace-Stellungnahme finden sich in den Quellen unten.

Quellen und weiterführende Links: Greenpeace-Konsultation: https://act.gp/49h0QC9, SEAC-Einschätzung der ECHA: https://act.gp/4dyexhj, Hintergrund EU-Konsultation: https://act.gp/PFAS-Konsultation. Weiterführende Artikel auf pressefeuer.at: PFAS: Ein Überblick, PFAS und Gesundheit, PFAS in der EU-Politik.

Weitere Meldungen

OTS
Grüne

Schadstoffe in Kindernahrung: Grüne fordern Untersuchung

22. Mai 2026
Lesen
OTS
Asbest

Stocker-Magyar-Treffen: Durchbruch im Asbest-Skandal

21. Mai 2026
Lesen
OTS
Greenpeace

Mikroplastik in Quetschies: Alarm für Eltern in Österreich

21. Mai 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen
PRESSEFEUER

Die moderne Plattform für digitale Pressemitteilungen in Österreich.

Produkt

  • Features
  • Preise
  • API

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB

© 2026 Pressefeuer.at. Powered by AdSimple.