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Umwelt

Greenpeace: 78 % der Grundwasserstände in Österreich zu niedrig

Auswertung Ende Juni: Verbesserungen nur lokal in Süd- und Oststeiermark sowie Kärnten; Osten und Westen verschärft betroffen

29. Juni 2026
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Greenpeace wertete Ende Juni 224 Grundwassermessstellen aus: 78 % zeigen niedriges oder sehr niedriges Grundwasser. Landesweit fordert die Umweltschutzorganisation Maßnahmen vom Wasserminister.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Grundwasserstände in Österreich mit Stand Ende Juni ausgewertet und kommt zu einem ernsten Befund: 78 Prozent aller untersuchten Messstellen zeigen einen niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserstand. Insgesamt wurden 224 Grundwassermessstellen in die Auswertung einbezogen.

Regionale Unterschiede prägen das Bild: Während in Teilen des Südens – konkret in der Süd- und Oststeiermark sowie in Kärnten – lokale, starke Juni-Niederschläge zu einer partiellen Verbesserung des Grundwasserstandes geführt haben, verschärft sich die Lage vor allem im Osten (Niederösterreich, Burgenland) und ganz im Westen (Vorarlberg). Greenpeace richtet deshalb konkrete Forderungen an Wasserminister Norbert Totschnig.

Greenpeace-Auswertung: Zahlen, Monate und Bundesländer

Greenpeace nennt für Ende Juni eine Auswertung von 224 Messstellen. Demnach weisen 78 Prozent dieser Messstellen einen niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserstand auf. Zum Vergleich: Ende Mai zeigten laut der Auswertung noch 86 Prozent der Messstellen einen niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserstand, was auf den ersten Blick eine leichte Entspannung suggeriert – tatsächlich ist diese Verbesserung regional begrenzt.

Die Organisation benennt konkrete Veränderungen innerhalb eines Monats für mehrere Bundesländer: Im Burgenland verzeichnete die Auswertung Ende Mai noch keine Messstelle mit einem sehr niedrigen Grundwasserstand; Ende Juni sind es laut Greenpeace bereits 12 Prozent. In Niederösterreich stieg der Anteil der Messstellen mit Rekordtiefstständen binnen eines Monats von 13 Prozent auf 24 Prozent. In Vorarlberg waren Ende Mai 16 Prozent der Messstellen so niedrig wie noch nie; Ende Juni sind es laut Greenpeace 40 Prozent.

Wie Greenpeace die Auswertung und Forderungen einordnet

Greenpeace beschreibt die aktuelle Entwicklung als Teil einer sich verschärfenden Grundwasserkrise in Österreich. In der Aussendung heißt es, dieses Jahr entwickle sich „zu einer wahren Durststrecke“; die Organisation verweist darauf, dass trotz einzelner regionaler Niederschlagsereignisse die Hitze und Trockenheit vielerorts zu anhaltend niedrigen Grundwasserständen führten.

Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace das rasche Umsetzen des angekündigten Wasserentnahme-Registers und die Einführung einer Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher. Die Organisation argumentiert, Österreich sei auf wiederkehrende Grundwasserkrisen noch nicht ausreichend vorbereitet, und stellt daher die genannten politischen Maßnahmen in den Vordergrund ihrer Forderungen an Wasserminister Norbert Totschnig.

Begriffserklärungen: Grundwasser, Messstelle, Wasserentnahme-Register, Wasser-Abgabe, Trinkwasser-Netz

Grundwasser

Grundwasser bezeichnet das unterirdische Wasser, das in den Poren und Klüften des Bodens und Gesteins gespeichert ist. Es bildet einen erheblichen Teil der Trinkwasserressourcen und reagiert auf Klimaeinflüsse wie Niederschlag, Verdunstung und längere Trockenphasen. Veränderungen in den Grundwasserständen spiegeln daher sowohl kurzfristige Wettereignisse als auch längerfristige Klima- und Nutzungsentwicklungen wider.

Messstelle

Eine Messstelle ist ein Ort, an dem der Wasserstand des Grundwassers regelmäßig beobachtet wird. Solche Messstellen liefern zeitlich gegliederte Messwerte, mit denen Organisationen wie Greenpeace Trends über Monate hinweg vergleichen. Die aktuelle Greenpeace-Auswertung stützt sich auf Daten von 224 dieser Messstellen in Österreich.

Wasserentnahme-Register

Ein Wasserentnahme-Register erfasst laut Greenpeace Entnahmen von Wasser durch große Abnehmer, insbesondere aus Industrie und Landwirtschaft. Ein solches Register dient nach Aussage der Organisation der Transparenz über Mengen und Betreiber und ermöglicht laut Greenpeace eine bessere Beurteilung von Druck auf Wasserressourcen im nationalen Maßstab.

Wasser-Abgabe

Als Wasser-Abgabe bezeichnet Greenpeace eine finanzielle Belastung für industrielle Großverbraucher von Wasser. In der Aussendung wird diese Abgabe als Instrument benannt, das in Frankreich und in den meisten deutschen Bundesländern bereits existiert. Laut Greenpeace würde eine derartige Abgabe einen finanziellen Anreiz zum Wassersparen erzeugen und gleichzeitig Einnahmen bereitstellen, die für Anpassungen im Wassersystem verwendet werden könnten.

Trinkwasser-Netz

Mit „Trinkwasser-Netz“ meint Greenpeace die Infrastruktur zur Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser. Die Organisation schlägt vor, dass Einnahmen aus einer Wasser-Abgabe genutzt werden könnten, um dieses Netz widerstandsfähiger gegenüber Dürrerisiken zu machen. In der Aussendung verwendet Greenpeace hierfür den Begriff, das Trinkwasser-Netz „dürrefit“ zu machen.

Was Greenpeace mit Wasserentnahme-Register und Wasser-Abgabe benennt

Greenpeace fordert konkret die rasche Umsetzung des angekündigten Wasserentnahme-Registers für Industrie und Landwirtschaft. Die Organisation sieht in einem solchen Register ein Instrument zur Schaffung von Transparenz über große Entnahmen und nennt es als notwendige Grundlage für weitergehende Maßnahmen zum Grundwasserschutz.

Zusätzlich verlangt Greenpeace eine Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher. In der Mitteilung verweist die Organisation darauf, dass eine solche Abgabe in Frankreich und in den meisten deutschen Bundesländern bereits existiert. Laut Greenpeace würden die Einnahmen aus einer Abgabe genutzt werden können, um Österreichs Trinkwasser-Netz gegenüber Dürrerisiken zu stärken.

Welche Maßnahmen nennt Greenpeace konkret?

  • Umsetzung des angekündigten Wasserentnahme-Registers für Industrie und Landwirtschaft.
  • Einführung einer Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher.
  • Nutzung von Einnahmen aus einer solchen Abgabe zur Stärkung des Trinkwasser-Netzes gegenüber Dürrerisiken.

Diese Forderungen nennt Greenpeace in der Aussendung vor dem Hintergrund der ausgewiesenen Messdaten und der regional unterschiedlichen Entwicklungen der Grundwasserstände. Die Organisation adressiert damit sowohl Informationsinstrumente (Register) als auch ökonomische Instrumente (Abgabe) als Maßnahmen, die laut ihrer Darstellung zur Bewältigung der aktuellen Lage beitragen könnten.

FAQ zur Greenpeace-Analyse

Was hat Greenpeace genau ausgewertet?

Greenpeace hat laut Aussendung 224 Grundwassermessstellen in Österreich mit Stand Ende Juni ausgewertet und die jeweiligen Wasserstände beurteilt. Die Ergebnisse zeigen, dass 78 Prozent der Messstellen einen niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserstand aufweisen.

Wie hat sich die Lage zwischen Ende Mai und Ende Juni verändert?

Nach Angaben von Greenpeace lagen Ende Mai noch 86 Prozent der Messstellen auf einem niedrigen oder sehr niedrigen Niveau. Ende Juni waren es 78 Prozent. Die Organisation stellt klar, dass diese scheinbare Verbesserung regional begrenzt ist und vor allem in Gebieten mit starken Juni-Niederschlägen zu beobachten ist.

Welche Bundesländer sind laut Greenpeace besonders betroffen?

Greenpeace benennt insbesondere das Burgenland, Niederösterreich und Vorarlberg als Regionen mit sich verschlechternder Lage. Die Mitteilung nennt konkrete Zahlen: Burgenland 0 auf sehr niedrig Ende Mai → 12 Prozent Ende Juni; Niederösterreich von 13 auf 24 Prozent bei Rekordtiefstständen; Vorarlberg von 16 auf 40 Prozent für Messstellen mit bislang nie dagewesen niedrigen Werten.

Wo gab es Verbesserungen und warum?

Verbesserungen registrierte Greenpeace in der Süd- und Oststeiermark sowie in Kärnten. Die Organisation führt diese lokalen Verbesserungen auf überdurchschnittlich starke Niederschläge im Juni zurück, die einen Teil des Defizits beim Grundwasser ausgleichen konnten.

Was fordert Greenpeace von der Bundesregierung?

Greenpeace fordert in der Aussendung, dass Wasserminister Norbert Totschnig das angekündigte Wasserentnahme-Register rasch umsetzt. Zusätzlich verlangt die Organisation eine Wasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher, die laut Greenpeace in Frankreich und den meisten deutschen Bundesländern bereits existiert.

Wo finde ich die vollständige Analyse und Bildmaterial?

Greenpeace verweist in der Mitteilung auf die vollständige Analyse mit Ergebnissen zu allen Bundesländern sowie auf bereitgestelltes Bildmaterial. Die Analyse und das Bildmaterial sind laut Aussendung über die genannte Aktions-URL abrufbar; Fotos stehen unter Angabe der Credits kostenfrei zur redaktionellen Nutzung bereit.

Quellen und Kontakt

Quelle der Auswertung und der zitierten Forderungen: Greenpeace-Aussendung, Stand Ende Juni. Die Analyse mit Ergebnissen zu allen Bundesländern und Bildmaterial ist bei Greenpeace abrufbar: https://act.gp/Grundwasser-Juni

Kontakt Greenpeace Österreich:

Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 664 61 03 995, E-Mail: sebastian.theissing [at] greenpeace.org

Magnus Reinel, Pressesprecher, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 664 8817 2210, E-Mail: magnus.reinel [at] greenpeace.org

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Schlagworte

#Grundwasser#Greenpeace#Trockenheit#Wasserentnahme-Register#Wasser-Abgabe#Hitze

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