Österreichs Para-Sportler bereiten sich auf Mailand-Cortina vor
Das Bundesheer stellt fünf von 19 österreichischen Athleten für die Paralympics. Top-Favorit Johannes Aigner peilt erneut Edelmetall an.
Österreichs Para-Sportelite bereitet sich intensiv auf die Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina vor. Bei der offiziellen Vereidigung am 24. Februar im Palais Berg wurden die 19 österreichischen Athletinnen und Athleten feierlich auf ihre Mission eingeschworen. Besonders bemerkenswert: Fünf der Sportler gehören zum Leistungssportzentrum des Österreichischen Bundesheeres und gelten als aussichtsreiche Medaillenkandidaten.
Das Österreichische Bundesheer hat sich seit Jahrzehnten als wichtige Stütze des heimischen Leistungssports etabliert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner unterstrich bei der Vereidigung die besondere Bedeutung der Paralympischen Spiele: "Die Paralympischen Spiele sind ein Zeugnis sportlicher Höchstleistungen. Sie repräsentieren unser Land, wie auch unsere Werte, die wir alle teilen - Respekt, Gleichheit und die Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht hat, sein volles Potenzial zu entfalten."
Die fünf Heeressportler werden in den Disziplinen Para-Ski-Alpin und Para-Snowboard antreten und dabei auf die Erfahrung und Unterstützung von insgesamt elf Heeres-Leistungssportzentren zurückgreifen können. Diese Infrastruktur ermöglicht es den Athleten, sich unter optimalen Bedingungen auf internationale Großveranstaltungen vorzubereiten.
Als absoluter Top-Favorit gilt Korporal Johannes Aigner vom Heeres-Leistungssportzentrum Seebenstein. Gemeinsam mit seinem Guide Gefreiter Nico Haberl hat er bereits bei seiner Paralympics-Premiere 2022 in Beijing Geschichte geschrieben. Bei fünf Starts holte das Duo beeindruckende zwei Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille - eine Bilanz, die internationale Beachtung fand.
Aigner, der im Para-Ski-Alpin antritt, geht auch bei den kommenden Spielen in Mailand-Cortina mit dem Anspruch an den Start, in allen Disziplinen um Edelmetall zu kämpfen. Seine konstanten Leistungen und die perfekte Abstimmung mit Guide Haberl machen das österreichische Duo zu einem der gefürchtetsten Teams im internationalen Para-Ski-Zirkus.
Korporal Nico Pajantschitsch vom Heeres-Leistungssportzentrum Faak am See bringt als Medaillenkandidat im Para-Ski-Alpin bereits reichlich Paralympics-Erfahrung mit. Für den Kärntner sind es bereits die dritten Paralympischen Spiele seiner Karriere. In der laufenden Saison untermauerte er seine Topform mit starken Weltcup-Platzierungen und etablierte sich als fixen Bestandteil des österreichischen Para-Ski-Teams.
Im Para-Snowboard setzt Österreich auf die Erfahrung von Gefreiter Rene Eckhart vom Heeres-Leistungssportzentrum Innsbruck. Der Tiroler blickt auf beeindruckende zwölf Jahre im Weltcup zurück und zählt damit zu den erfahrensten Athleten im gesamten österreichischen Aufgebot. Über ein ganzes Jahrzehnt hinweg bewies er auf internationaler Bühne Konstanz und etablierte sich als fixe Größe im Para-Snowboardsport. Für Eckhart sind es die zweiten Paralympischen Spiele seiner Laufbahn.
Eine besonders bemerkenswerte Geschichte schreibt Oliver Dreier vom Heeres-Leistungssportzentrum Linz. Der vielseitige Athlet kann auf eine außergewöhnliche Karriere als Ironman zurückblicken und krönte sich viermal zum Weltmeister im Duathlon. Sein Wechsel zum Para-Snowboardcross unterstreicht seinen unermüdlichen sportlichen Ehrgeiz und seine beeindruckende Vielseitigkeit. Bei den Paralympics wird Dreier in einer völlig neuen Disziplin antreten und dabei seine jahrzehntelange Wettkampferfahrung einsetzen.
Das Heeressportzentrum fördert seit 1962 systematisch den österreichischen Leistungssport und hat sich dabei zu einer unverzichtbaren Institution entwickelt. Jährlich sind rund 495 Personen Teil des umfassenden Förderprogramms, davon 30 Athletinnen und Athleten speziell im Behindertensport. Diese Zahlen verdeutlichen das Engagement des Bundesheeres für die Förderung sportlicher Talente aller Leistungsklassen.
Die elf Heeres-Leistungssportzentren sind strategisch über ganz Österreich verteilt und bieten optimale Trainingsbedingungen für verschiedene Sportarten. Von Seebenstein über Faak am See bis hin zu Innsbruck und Linz - jedes Zentrum ist auf spezifische Disziplinen und regionale Gegebenheiten ausgerichtet.
Die Tradition des Heeressports bei internationalen Großveranstaltungen ist beeindruckend. Regelmäßig stellt das Bundesheer zahlreiche Teilnehmer bei Olympischen und Paralympischen Spielen sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften. Die Athleten des Bundesheeres haben in der Vergangenheit unzählige Erfolge und Medaillen für Österreich erzielt und dabei das internationale Ansehen des heimischen Sports gestärkt.
Diese Erfolgsgeschichte setzt sich auch bei den Paralympics 2026 fort. Die fünf nominierten Heeressportler repräsentieren nicht nur ihre jeweiligen Disziplinen, sondern stehen auch symbolisch für die Werte des Para-Sports: Überwindung von Grenzen, Durchhaltevermögen und die Verwirklichung scheinbar unmöglicher Träume.
Die Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina d'Ampezzo versprechen ein sportliches Spektakel zu werden. Vom 6. bis 15. März werden die weltbesten Para-Sportlerinnen und Para-Sportler in verschiedenen Disziplinen um Medaillen kämpfen. Für Österreichs 19-köpfige Delegation sind die italienischen Austragungsorte nicht nur geografisch günstig gelegen, sondern bieten auch optimale Bedingungen für Wintersportdisziplinen.
Die österreichischen Medaillenhoffnungen ruhen dabei nicht ausschließlich auf den Heeressportlern, doch deren Beitrag zur Gesamtbilanz wird entscheidend sein. Mit ihrer Mischung aus Erfahrung, Talent und professioneller Vorbereitung haben sie das Potenzial, Österreich erneut in die vorderen Ränge der Medaillenwertung zu führen.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Verteidigungsministerin Tanner brachte die Hoffnungen der gesamten Nation auf den Punkt: "Ich wünsche allen Athletinnen und Athleten, dass ihre Träume und Wünsche bei diesen Spielen in Erfüllung gehen."